Laufbericht Grenzstaffellauf Veitsch 2017

Bereit für das Abenteuer!
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Wo: JUFA Veitsch, Badstraße, 8663 Veitsch auf Karte anzeigen

Liebe LauffreundInnen,

der Veitscher Grenzstaffellauf mit seinen 54Km und 2060 Höhenmetern war wieder einmal ein besonderes Erlebnis und hat mir zwei Dinge gezeigt:
1. Daß ich heuer zwar brav Tempo trainiert habe, aber noch keinen Lauf gemacht habe der länger als ein Halbmarathon ist.
2. Extreme Hitze vertrage ich nicht gut, schon garnicht bei einem so langen Lauf ...

Ich beginne den Lauf - für meine Verhältnisse - sehr langsam, gehe auf vielen der sanften Bergaufstücke auf der ersten Etappe um die Kräfte zu schonen, fühle mich ausgezeichnet. Es ist ja noch relativ kühl, die Strecke teilweise angenehm schattig und wunderschön zu laufen. Nach 16,5Km und 1:49:39 bin ich am Ziel der Etappe ... schneller als geplant, 2:00 hatte ich vor. In der M55-Klasse liege ich damit - knapp aber doch - in Führung :-)

Also mache ich gemütlich Pause, plaudere mit Monika und Engelbert die auf ihren Einsatz als Staffelläufer warten, koste mich durch die verlockenden Kuchen und Kekse (nicht sehr gescheit;-) und starte in die 2. Etappe. Nach ein paar lockeren Kilometern wartet der Höhepunkt des Rennens, der Teufelssteig. Was für ein phantastischer Anblick, wie sich die bunte Läuferkarawane den Berghang hinaufschlängelt ... beeindruckend! Ich steige gleichmäßig mit mittlerem Tempo bergauf, überhole im oberen Teil des Anstiegs aber dennoch ein paar Leute :-) Beim Ausstieg erwarten uns als Lohn zahlreiche Zuschauer die Applaudieren und ein toller Blick auf die Landschaft! Weiter geht es über die Alm, durch Wiesen voller Himmelschlüssel, vorbei an Schneefeldern und durch riesige verbrannte Flächen - da muß vor Kurzem ein ordentlicher "Almbrand" gewütet haben, ein intensiver verbrannter Geruch liegt noch in der Luft! Die Hitze ist hier heroben erträglich - einerseits sind wir ja bis über 1800m hoch, andererseits bläst ein angenehmer Wind. Dennoch, nach gut 3 1/2 Stunden (das doppelte meines bisher längsten Rennens in diesem Jahr) merkte ich - mit meinem Magen stimmt was nicht, da stellt sich ein flaues Gefühl ein (die Kuchen und Kekse?). Oje das kenne ich, da hilft nur: Tempo reduzieren! Also geht es sehr gemächlich die letzten - durch Wurzeln und Steine recht anspruchsvoll zu laufenden - Almkilometer bis zum Ende der 2. Etappe. Für die 16Km brauche ich 2:12:17 und liege damit in der M55-Klasse an 4. Stelle.

Die 3. Etappe ... teilweise irre heiß, teilweise zum Glück schattig und windig und ich laufe an der "Kotzgrenze" entlang. Immer wenn mein Magen Ruhe gibt erhöhe ich das Tempo ein wenig bis sich wieder dieses flau-ungute Gefühl einstellt, dann gehe ich mit dem Tempo wieder runter. Spaß macht das nicht, schnell bin ich so auch nicht aber irgendwie muß ich die 21,5 restlichen Kilometer in´s Ziel ja schaffen :-( Auch für die Landschaft habe ich kaum noch Blicke übrig ... teilweise geht es über idyllische schmale Single-Trails, dann wieder über öde Waldstraßen mit nervigen und kräftezehrenden Anstiegen in der prallen Sonne. Ahja, eine wunderschöne große Schlange, gut 1m lang habe ich gesehen. Liegt mitten am Weg und rührt sich keinen Millimeter als ich vorbeilaufe - nein, tot ist sie nicht, als ich stehenbleibe um sie genauer anzuschauen fixiert sie mich, bleibt aber immer noch liegen - offensichtlich bin ich keine Gefahr. Also weiter, mühsam, ich will nur noch irgendwie in´s Ziel ... Patrick ruft mich knapp vor 15:00 an wo ich bleibe, ich hatte ja als geplante Laufzeit 6 Stunden vorgehabt. "Ich hab noch 7Km, ich brauch noch eine Weile..." jaja, 7Km können sich ganz schön ziehen! Schon lange höre ich den Jubel und den Platzsprecher im Zielbereich aber die Waldstraße windet sich immer noch in endlosen Serpentinen bergab nach Veitsch ... endlich unten auf der Asphaltstraße der letzte Kilometer in´s Ziel - nicht viel, doch die Hitze von 35° schlägt jetzt unbarmherzig zu, kein Wald mehr der Schatten spendet, laufen wie im Backofen! Aber ich MUß da durch also Zähne zusammenbeißen, jetzt darf nichts mehr passieren, immer den Pfeilen "Ziel" nach ... wieviele von denen gibt es eigentlich? Und dann, endlich, ist es soweit, ein Hauch von Zielsprint und ... geschafft!
Zeit für die 21,5Km der 3. Etappe: 2:44:35, die langsamste Zeit von allen die in der M55-Klasse durchgekommen sind und 42 Minuten langsamer als vor 2 Jahren. Gesamt 6:46:31, Klassenrang 6 von 7 ... naja, ohne Training zumindest nicht Letzter ;-)

Fix und fertig kippe ich mir ein paar Becher Wasser über den Kopf, wanke wie ein Zombie herum und bin kaum ansprechbar. Ich will nur Schatten, mich kurz hinlegen und das Rumoren in meinem Magen beruhigen ... endlich finde ich einen Winkel wo ich mich in die Wiese legen und ausruhen kann. Nach 15 Minuten fühle ich mich besser - aber nur solange bis ich Aufstehe, dann ist die Übelkeit wieder da. OK Freunde, das wird nichts mit gemütlich Zusammensitzen und Plaudern wie ich es nach einem Rennen gerne mache, ich will nur noch heim ... also entschuldigt mich, tschüß bis zum nächsten Mal!

Soweit meine Geschichte vom Grenzstaffellauf 2017,

jetzt mach ich mal eine Rennpause,

in ein paar Wochen geht es weiter!

LG Hans

P.S.: Der Grenzstaffellauf war wieder ausgezeichnet organisiert: Tadellose Markierung, zusätzliche Wasserstellen wegen der Hitze, das reichhaltige Angebot der "regulären" Labestellen konnte ich leider nur zu Beginn des Rennens nutzen, überall tolle Stimmung und auch als Läufer im hinteren Feld bin ich immer wieder angefeuert worden. Ein Lauf zu dem ich sehr gerne wieder komme :-) Ach ja, und wem die ganzen 54Km zu lang sind der kann ja in einer Staffel mitlaufen!
Info´s, Bilder und Ergebnisse zum Lauf gibt es auf https://www.grenzstaffellauf.com

P.P.S.: Vor dem Lauf hat mir Sohn Patrick seinen Fotoapparat geborgt damit ich auf der Strecke einige Bilder machen kann. Er hat aber nicht dazu gesagt daß der Akku völlig leer ist ;-) Also gibt es von unterwegs nur Bilder von Freunden und den Grenzstaffellauf-Fotografen ... und ein paar, die Patrick und Martin in Veitsch und Umgebung geschossen haben während sie auf mich gewartet haben :-)

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