07.10.2016, 09:52 Uhr

"Herby" hat den Weg zu den Sternen entdeckt

In memoriam Herbert „Herby“ Purgstaller alias „Mister Solid Sound“. Du hast das Leben vieler Menschen mit deiner Musik bereichert. (Foto: PRIVAT)

Am Montag, 22. August 2016, hast du beschlossen, zu gehen. Die Erinnerung an dich lebt weiter. In den Köpfen aller, die dich kannten.

MURAU. Dass dieser Tag kommen würde, hast du gewusst. Dass dieser Weg kein leichter sein würde auch. Deine schwere Krankheit zwang dich schließlich dazu, ihn zu gehen. Letztendlich war es aber ein Weg zu jenen funkelnden Sternen, zu denen bereits dein Sohn David aufgebrochen ist, nachdem er im Jahr 2000 im jungen Alter von 19 Jahren verunglückt war. Dieses Erlebnis war eine Zäsur in deinem Leben. Einem Leben, das du der Musik gewidmet hast. Sie war neben deiner Frau Ingrid und deinen Kindern wohl die größte Liebe deines Lebens.
Aber lass uns noch einmal ganz von vorne beginnen. Du wurdest im Jahr 1952 in Schlatting bei Murau geboren und warst der ganze Stolz deiner Eltern Gabi und David Purgstaller. Nach der Pflichtschule hast du den Beruf eines Zahntechnikers erlernt und bereits als Teenager bist du als Musiker voll durchgestartet. Du warst damals erst 16 und auch ein talentierter Sportler. Doch du musstest dich entscheiden: Sport oder Musik. Was du gewählt hast, wissen wir.
An dieser Stelle muss ich erklären, dass du damals immerhin die steirischen Jugendmeisterschaften im Schispringen gewonnen hast. Doch die Musik, die dir bereits in die Wiege gelegt wurde, war dir wichtiger. Zu unserem Glück. Denn du hast uns damit unendlich viele schöne Stunden beschert.
Deine erste Band waren die „Mascotes“. Dort hast du mit Fritz Diechler, Bertram Solic und Albert Reißner gespielt. Das war in den wilden 68er-Jahren. Deine Freunde können sich noch gut daran erinnern.
Im Jahr 1969 folgten die „Extremes“. In dieser Formation hast du mit Fritz Diechler, Erich Landl, Bertram Solic und Albert Reißner gespielt. Ab 1970 hießen die Bandmitglieder Herbert Purgstaller, Otto Wind, Erich Landl und Helmut Brandstätter.
Im Jahr 1975 bist du schließlich zur Gruppe „Happy“ gestoßen und hast dort mit den späteren Schlagerstars Jogl und Charly Brunner das Publikum begeistert. Diesem Quartett schloss sich später auch Helmut Brandstätter an.
Im Jahr 1978 hast du deine Ingrid, die davor mit Familiennamen Holzer hieß, geheiratet. Mit der Geburt eures Sohnes David im Jahr 1981 und der Geburt eurer Tochter Regina im Jahr 1984 war das Familienglück perfekt.
Im Jahr 1990 wurde die Gruppe „Solid Sound“ gegründet. Die Band trat fortan in der Besetzung Herbert Purgstaller, Heli Kühr, Herwig Heitzer und Rainer Laitgeb auf. Ab 1991 war auch ein gewisser Nikolaus Presnik mit von der Partie. Er wurde später als Nik. P. zum Schlagerstar.
Du bist danach, ab 1996, vorwiegend als Entertainer unterwegs gewesen und bist ab und zu auch mit Gastmusikern wie Jimmy Roger aus Mazedonien, Tanja aus Salzburg oder dem Tiroler Arno aufgetreten.
Im Jahr 2000 wurdest du und deine Familie auf eine harte Probe gestellt, wie ich eingangs schon erwähnt habe. Doch das Leben musste weitergehen, für dich und deine Familie.
Im Jahr 2005 bist du schließlich „Mister Solid Sound“ geworden. Du hast nie aufs Geld geschaut und hast stets das beste Equipment und das beste Programm für dein Publikum auf die Beine gestellt. Auch wenn es bei einigen Auftritten eher bescheidene Gagen gab, hast du auf der Bühne voll Gas gegeben und eine unglaubliche Bühnenpräsenz erzeugt. Du bist zur Inkarnation deiner Musik geworden.
Am Freitag, 26. August, haben deine Familie und deine Verwandten mit rund 600 Freunden von dir Abschied genommen. Charly und Jogl Brunner, die man davor sechs Jahre lang nicht mehr gemeinsam singen hörte, sangen für dich den Song „Sternenwind“. Barbara Holzer, die Schwester deiner Frau Ingrid, hat mir erzählt, dass es wunderschön war. Ich war zu dieser Zeit im Urlaub und konnte deshalb persönlich nicht mit dabei sein. Ich war im Gedanken aber bei dir.
In der Kirche hatten nur rund 150 Leute Platz. Kurt Woitischek von den Stadtwerken Murau ermöglichte aber eine Übertragung nach draußen, so dass alle die Feier live miterleben konnten. Es war ganz in deinem Sinne. Alles was dich ausgemacht hat, ist bei deiner Verabschiedung mit einbezogen worden, wie mir deine liebe Frau Ingrid erzählt hat. Ich bin sicher, dass es dir gefallen hätte. Abt Benedikt hat die Kirche für diese sicher nicht alltägliche Verabschiedung zur Verfügung gestellt.
Am Freitag, 23. September 2016, wurde die Urne mit deiner Asche am Laßnitzer Friedhof im Grab deines Sohnes David bestattet.
Du fehlst uns, lieber Freund. Aber vielleicht sehen wir uns ja wieder, auf dem Weg zu den Sternen.
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