20.03.2017, 08:14 Uhr

Meinung: Mit einem Fuß im Kriminal

Der Schöffensenat am Landesgericht Leoben hat sein Urteil über den ehemaligen Bürgermeister von Fohnsdorf gefällt. Er wurde wegen Untreue und Amtsmissbrauch zu zwei Jahren und zehn Monaten unbedingter Haft verurteilt. „Viel zu hart“, ist die mehrheitliche Meinung in der Bevölkerung und auch viele Amtskollegen schließen sich öffentlich und nicht öffentlich dieser Meinung an. Besonders hart erscheint dieses Urteil auch deshalb, weil Straner für die erste Hälfte der Strafe ein Fußfesselverbot auferlegt wurde. Hier wurde offenbar ein Exempel statuiert. Jene „Jagdgesellschaft“, die zum Halali auf Straner geblasen hat, wird sich darüber freuen. Dieses Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Es sorgt aber für viele, zum Teil sehr emotionale Äußerungen. Der Ex-Bürgermeister ist nach wie vor sehr beliebt. Dass es Verfehlungen gegeben hat, nimmt man ihm offenbar in weiten Kreisen der Bevölkerung nicht übel. Er habe sich nicht selbst bereichert und viel weitergebracht in Fohnsdorf. Dabei seien ihm halt auch Fehler passiert. Die unterlaufen bekanntlich so manchem, der hart und viel arbeitet. Mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet wird der Fall Straner natürlich von den Bürgermeisterkollegen, die seit Langem wissen, dass sie als Ortschefs mit einem Fuß im Kriminal stehen. Die Liste der bereits geführten und noch anstehenden Prozesse gegen Gemeindechefs in Österreich wird immer länger. Die Justiz geht mit den Verantwortungsträgern hart ins Gericht. Wer wird in Zukunft noch Verantwortung übernehmen wollen?
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