04.06.2017, 00:00 Uhr

"Der Bedarf ist gegeben"

Regina Gebhart, Hilfswerk Aspang, erklärt, welche nicht medizinische Tätigkeiten man sich für den Alltagsbegleiter vorstellen kann.

Es gibt in den Sozialberufen ein neues Berufsbild: den Alltagsbegleiter. Was Hilfswerk und Volkshilfe dazu sagen.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Beim Alltagsbegleiter handelt es sich um eine „Pflegekraft“ die sich um nichtmedizinische Hilfsdienste kümmert.
Regina Gebhart, Betriebsleiterin für Aspang/Bucklige Welt: "Die Alltagsbegleiter sollen laut Auskünften des Landes Besorgungen und Behördengänge erledigen, beim Einkaufen helfen und dergleichen." Wie Gebhart betonte, werden die Alltagsbegleiter allerdings keine Pflegekräfte sein. "Sie dürfen auch keine medizinischen Tätigkeiten durchführen", erklärt die charmante Hilfswerk-Betriebsleiterin.
Derzeit sei das Projekt beim Land NÖ in Ausarbeitung. Gebhart: "Das Hilfswerk als größter Sozialdienstleister ist in Gesprächen mit dem Land, um konkret zu erarbeiten wie die Angebotspalette von Pflege und Betreuung durch das neue Berufsbild sinnvoll ergänzt werden kann."

"Bedarf ist gegeben"

Hilfswerk NÖ Präsidentin Michaela Hinterholzer steht hinter dem neuen Berufsbild: "Der Bedarf ist mit Sicherheit gegeben", sagt sie und blickt bereits in die Zukunft: "Die erste Herausforderung wird es sein geeignetes Personal zu finden, das in diesem Bereich arbeiten möchte."

"Die erste Herausforderung wird es sein geeignetes Personal zu finden, das in diesem Bereich arbeiten möchte." (Michaela Hinterholzer)

Wie die Amstettner Volkshilfe-Regionalvereinsvorsitzende und Nationalrätin Ulrike Königsberger-Ludwig auf Bezirksblätter-anfrage betonte, sei es wichtig, klar abzugrenzen, wo die Aufgaben der einzelnen Tätigkeiten, etwa bei Heimhilfen und Alltagsbetreuern, liegen und wo sie enden.
Karl Lahmer, Caritas NÖ über den Alltagsbegleiter: "Wir stehen dem neuem Berufsbild sehr positiv gegenüber. Es ist auf jeden Fall eine Bereicherung zu unserem aktuellen Betreuungs- und Pflegeprogramm. Den Alltagsbegleiter kann man sich in etwa so vorstellen, dass die Person dem Menschen einem halben Tag zur Verfügung steht und er ihm bei allen alltäglichen Aufgaben, die Anfallen, zur Seite steht, für diejenigen, die eine Betreuung, aus welchen Gründen auch immer (keine Verwandten, alle Berufstätig,….) benötigen. Dieses Berufsbild hat aber mit dem des Pflegers nichts zu tun, da er ‚nur' als Unterstützung dient."

Landesweit waren im Vorjahr 325.000 Menschen über 65 alt. Sozial-Landesrätin Barbara Schwarz rechnete vor, dass diese Zahl bis 2035 auf 470.000 Menschen ansteigen wird. Das bedeute auch einen Anstieg der Pflegekosten.

Pflegeart ... Personen
Mobile Betreuung ... 921
Stationäre Pflege ... 515
24-Stunden-Pflege ... 343

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