Corona-positiv getestet aber symptomlos - Krankheit oder Immunität?

PCR-Tests erkennen auch Teile von Viren, die nicht mehr reproduktionsfähig sind. Laut Qualitätsprüfungen des Tests werden 1,4% von Proben garantiert ohne Viren fälschlich als positiv erkannt und mit  anderen Coronaviren spricht der Test sogar bis zu 8% fälschlich als positiv an. Und es wurden bei mehreren Gelegenheiten bei bis zu 80% der positiv Getesteten keine Symptome festgestellt. Auch ein hoher Prozentsatz von Personen, bei denen später Antikörper gefunden wurden, konnte sich an keine Symptome erinnern, wie zum Beispiel in Ischgl.

Die Frage ist nun, was dafür die Ursache ist. Dazu wollen wir uns nochmals die Studie von Immunologen Universität Zürich ansehen, die die sorgfältigste und umfangreichste bisher durchgeführte ist. Es wurden zwei verschiedene Gruppen untersucht. Die erste Gruppe bestand aus Personen mit milden bis schweren Symptomen, die zweite bestand aus dem Gesundheitspersonal, die mit dem Coronavirus in Berührung gekommen waren.

Bei beiden Gruppen suchten die Wissenschaftler nach Antikörpern und das nicht nur im Blut, wie das in anderen Untersuchungen gemacht wurde, sondern auch in Augen, Nase und Mund.

Die Waffen des Immunsystems

Das Immunsystem schützt uns mit verschiedenen Waffen gegen Infektionen. Da sind zunächst die Antikörper, die Immunglobuline IgM, IgA oder IgG, die in verschiedenen Stadien der Infektion auftreten und vor allem an unterschiedlichen Orten im Körper. Die Antikörper sind nur über mehr oder weniger lange Zeiträume nachweisbar.

Die Antikörper kämpfen gegen das Virus sobald es im Körper ist und bevor es in Zellen eindringen kann. Es sind spezialisierte Abwehrzellen, die befallene Zellen beseitigen. Sie haben ein Gedächtnis, erinnern sich an bereits durchgemachte Krankheiten und aktivieren spezialisierte Zellen. Sind keine Antikörper verfügbar, dann besteht noch immer Immunität durch die T-Zellen. Und diese haben sich bereits mit früheren Grippe-Coronaviren spezialisiert. Das haben mittlerweile viele Studien nachgewiesen, etwa von der Berliner Charité, der Karolingska Universität, chinesische sowie US-Studien.

Die Infizierten mit milden Verläufen hatten im Blut keine IgG Antikörper, obwohl die am längsten nachweisbar sind. Dies haben in der Zwischenzeit viele andere Studien nachgewiesen. Aber die Immunologen der Universität Zürich testeten auch auf IgA Antikörper in den Nasenschleimhäuten. Damit konnten sie erstmals für den SARS-CoV-2 Virus nachweisen, dass Infizierte auch in den Schleimhäuten des Rachenraumes Antikörper haben, wie dies für andere Viren schon länger bekannt ist.

"Die gängigen Antikörpertests erfassen längst nicht alle Fälle", sagt Studienleiter Onur Boyman. Deshalb könne man annehmen, dass fünfmal mehr Menschen, als in breit angelegten Antikörpertests erfasst werden, bereits mit dem Coronavirus Kontakt hatten.

Was ist Immunität?

Mit dieser Frage befasste sich der Immunologe Beda M.Stadler, emeritierter Professor für Immunologie und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Bern. Er schreibt über die „Immunitätsleugner“:

Als nach den ersten Statistiken aus China und dann auch aus der weltweiten Datenlage ebenfalls der gleiche Trend zu beobachten war, dass nämlich praktisch nie ein Kind unter zehn Jahren erkrankt, hätte eigentlich jedermann aufs Argument kommen müssen, dass Kinder offensichtlich immun sind. Bei jeder anderen Krankheit, bei der eine bestimmte Gruppe von Menschen nicht krank wird, würde man davon ausgehen, dass diese Gruppe immun ist. Wenn in einem Altersheim Menschen leider sterben, aber am gleichen Ort Pensionäre mit den gleichen Risikofaktoren völlig unbehelligt bleiben, sollte man eigentlich ebenfalls davon ausgehen, dass diese eben immun waren.

Dieser gesunde Menschenverstand ist aber einigen Menschen abhanden gekommen, also nennen wir sie hier spaßeshalber „Immunitätsleugner“. Diese neue Gattung der Leugner musste beobachten, dass der allergrößte Teil der Menschen, die positiv auf dieses Virus getestet wurden, denen also Viren im Rachen nachgewiesen wurden, gar nicht krank werden. Man hat dafür den Begriff „silent Carrier“ aus dem Hut gezaubert, „stille Träger“, und behauptet, man könne krank sein, ohne Symptome zu haben.

Der Immunologe sagt also, dass Immunität besteht, wenn das Immunsystem eine Virusinfektion abwehren kann, ohne dabei krank zu werden. Genau das will man bekanntlich auch mit einer Impfung erreichen.

Aber können Infizierte ohne Symptome andere gesunde Menschen anstecken? Dazu wieder der Immunologe:

Der nächste Witz, den gewisse Virologen verbreitet haben, war die Behauptung, dass diese symptomlos Kranken trotzdem andere Menschen anstecken könnten. Diese „gesunden“ Kranken würden im Rachenraum so viele Viren beherbergen, dass bei einer normalen Unterhaltung zwischen zwei Menschen der eine „Gesunde“ den anderen Gesunden anstecke.

Nach den Forschungsergebnissen der Immunologen der Universität Zürich führen aber im Rachenraum bereits die IgA Antikörper, die in der Schleimhaut sitzen, einen heftigen Abwehrkampf gegen das Virus. Siegen sie, war nichts mit Krankheit, verlieren sie, zieht die nächste Abwehrlinie ins Gefecht und das sind dann die Antikörper im Blut und die T-Zellen. Aber lassen wir wieder Professor Stadler zu Wort kommen, der diesen Kampf auch für die „Immunitätsleugner“ anschaulich schildert:

Hier auf griffige Art und speziell für die Immunitätsleugner nochmals eine ganz kurze Zusammenfassung, wie wir Menschen von Keimen angegriffen werden und reagieren: Hat es in unserer Umgebung krank machende Viren, so werden alle Menschen, egal ob immun oder nicht, vom Virus befallen. Ist man immun, beginnt jetzt der Zweikampf mit dem Virus. Als erstes versuchen wir mit Antikörpern zu verhindern, dass sich das Virus an unsere Zellen bindet. Dies gelingt natürlich nur teilweise, nicht alle werden blockiert, und viele Viren werden sich in den geeigneten Zellen einnisten. Das muss nicht zu Symptomen führen, ist aber eben auch keine Krankheit. Denn die zweite Garde des Immunsystems kommt jetzt zur Hilfe. Das sind die oben bereits erwähnten sogenannten T-Zellen, weiße Blutzellen, die von außen feststellen können, in welchen anderen Zellen sich die Viren verstecken, um sich dort zu vermehren. Solche Zellen, die quasi Viren ausbrüten, werden dann im ganzen Körper gesucht und von den T-Zellen umgebracht, bis das letzte Virus ausgerottet ist.

Immunität wird definiert als die Fähigkeit des Organismus, bestimmte Pathogene wie Viren ohne Symptome zu eliminieren. Bestätigte Fälle (Infizierte) bleiben also dank Immunität symptomlos.

In Medien wird von "bestätigten Fällen", Infizierten oder Erkrankten berichtet. Das Gesundheitsministerium veröffentlicht eine "Epidemiologische Kurve" und erläutert daszu: "Die epidemiologische Kurve zeigt den tatsächlichen Zuwachs an positiv getesteten Personen." Leider wird nicht unterschieden in symptomlose Fälle, also Fälle von Immunität, und Erkrankungen, was aber einen entscheidenden Unterschied ausmacht:

Durch Tests, egal ob PCR oder Antikörper, erkannte Infektionen ohne Symptome = Immunität nachgewiesen.

Antikörper verschwinden rasch, wie die Universität Zürich und viele andere nachgewiesen haben. Verschwindet damit auch die Immunität? Wenn ein Mensch immun war bei der Infektion, dann bestand die Immunität offenbar ohne die Antikörper. Es müsste also einen Grund geben, damit diese Immunität reduziert wird oder ganz verschwindet.

Stadler schließt mit:

„Zurück auf dem Weg zur Normalität, würde es uns Bürgern jetzt guttun, wenn sich einige Panikmacher entschuldigen würden. Alle Politiker, die TESTEN, TESTEN, TESTEN forderten, ohne überhaupt zu wissen, was der Test misst. Oder der Bund für eine App, die nie funktionieren wird und mich auch dann warnen wird, wenn jemand in meiner Nähe positiv, aber nicht ansteckend ist.“

Die Studie der Universität Zürich ist am Preprint Server bioRxiv nachlesbar, der Artikel von Professor Stadler ist zuerst in der Schweizer Weltwoche erschienen, allerdings hinter ein Paywall, kann aber auch hier in der Zweitveröffentlichung ohne Paywall nachgelesen werden.

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