Sommergespräch
"Die Ferienbetreuung heuer ist die beste, die wir je hatten"

Andrea Klambauer, die Landesrätin der Salzburger Neos, zu Gast im Bezirksblätter Sommergespräch.
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Andrea Klambauer, die Landesrätin der Salzburger Neos, zu Gast im Bezirksblätter Sommergespräch.

SALZBURG. Heuer stellen die Bezirksblätter die Sommergespräche unter das Motto „Träum dein Salzburg“. Mit den Salzburger Parteichefs sprechen wir über deren Träume und Visionen für unser Bundesland. 

Frau Landesrätin sind Sie privat eher Träumerin, oder Realistin?
ANDREA KLAMBAUER: Man braucht die Träume, damit man Tatkraft entwickeln kann, aber die Umsetzung ist das Wichtigere in der Politik 

Welchen welchen Traumberuf hatten Sie als Kind?
ANDREA KLAMBAUER: 
Es war ursprünglich Hebamme, dann Volksschullehrerin und je näher die Matura gekommen ist, desto unsicherer war ich dann wieder. Schlussendlich ist es ein Wirtschaftsstudium geworden. 

Andrea Klambauer, die Landesrätin der Salzburger Neos, zu Gast im Bezirksblätter Sommergespräch.
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Was ist der größte Traum, den Sie sich je erfüllt haben?
ANDREA KLAMBAUER: Vor 15 Jahren sind mein Mann und ich nach Gastein gezogen, wo sich sehr spannende Berufsmöglichkeiten für mich ergeben haben. Ich bin sehr froh, dass sich mein Leben so entwickelt hat und wir die Entscheidung dazu getroffen haben. 

Was hätten Sie sich nie erträumen lassen?
ANDREA KLAMBAUER: Das ich in der Landesregierung so spannende Aufgabenfelder bearbeiten und verantworten darf. 

Haben Sie einen Lebenstraum?
ANDREA KLAMBAUER: Ich bin der Meinung, dass man Träume möglichst gleich umsetzen und nicht in die Zukunft verschieben sollte.  

Andrea Klambauer, die Landesrätin der Salzburger Neos, mit BB-Chefredakteurin Julia Hettegger im Bezirksblätter Sommergespräch.
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Vor allem in Ihrem Ressort „Wissenschaft“ braucht man visionäre Köpfe, um Salzburg voranzubringen. Welches sind die Träume/Visionen, die Sie über dieses Ressort gerade unterstützen?
ANDREA KLAMBAUER: In der Wissenschaft geht es darum, die Zukunft zu antizipieren und in den Bereichen zu forschen, die in Zukunft relevant sein werden. Wir haben in Salzburg die "Wissenschaftsstrategie 2025" definiert, weil man gesehen hat, dass es das Land und die Wissenschaft nicht weiterbringt, wenn wir viele kleine Projekte fördern. Wir müssen uns konzentrieren, damit Salzburg wirksam und sichtbar wird.  

Welche Bereiche wurden in der Wissenschaftsstrategie 2025 als förderwürdig definiert?
ANDREA KLAMBAUER: Man hat darauf geachtet, was es bereits in Salzburg gibt und was es in der Zukunft brauchen wird. Die Themenfelder, auf die wir uns fokussieren, sind z.B. die Informations- und Kommunikationstechnik, die Kreativwirtschaft, die Holztechnik und Smart Materials. 

3.546 Personen arbeiten in Salzburg in der Forschung. Ist das eine gute Zahl im Bundesländervergleich?
ANDREA KLAMBAUER: Salzburg ist von der Struktur her nicht das Bundesland, wo die meiste Forschung in der Quantität passiert, aber in der Qualität sind wir vorne dabei. Die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, Universitäten und Fachhochschulen funktioniert sehr gut bei uns. 

Rund die Hälfte des Wissenschaftsbudgets des Landes in der Höhe von 3,7 Millionen Euro wurde 2019 für Forschung an der Paris Lodron Universität ausgegeben. Wer wird mit der anderen Hälfte unterstützt?
ANDREA KLAMBAUER: Es sind vor allem Forschungs- und Bildungsprojekte, die wir mit diesem Geld unterstützen und ermöglichen – von Fachhochschulen und anderen Forschungseinrichtungen. 

Andrea Klambauer, die Landesrätin der Salzburger Neos, mit BB-Chefredakteurin Julia Hettegger im Bezirksblätter Sommergespräch.
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Salzburg liegt beim Wohnen preislich im Spitzenfeld in Österreich, egal, ob es um Grundstückspreise, Mieten, gebrauchte oder neue Eigentumswohnungen geht. Lassen Sie uns träumen: Was brauchen wir in Salzburg, damit jeder so wohnen kann, wie es seine Lebenssituation verlangt? 
ANDREA KLAMBAUER: Die Basis ist ein guter Mix aus Eigentum, Mietwohnungen und anderen Wohnformen (wie z.B. Studentenwohnungen und Seniorenheime). Dazu kommt die Leistbarkeit all dieser Wohnformen. Was ich mir wünschen würde ist, dass wir auch in den Gemeinden bei der Raumplanung und den Umwidmungen den förderbaren Wohnbau ganz stark mitdenken. Das passiert mir noch zu wenig. Was es aus meiner Sicht auch braucht, ist, dass wir über die Gemeindegrenzen hinausgehen. In Salzburg ist es so, dass man in der eigenen Wohnsitzgemeinde Anspruch auf geförderte Mietwohnungen "erwirbt", aber diesen Anspruch verliert man meist, wenn man über die eigene Wohnsitzgemeinde hinausgeht. Da würde ich mir wünschen, dass wir z.B. wie in Vorarlberg in der Gesamtheit des Bundeslandes denken.  

Müssen wir vielleicht auch unsere "Wohnträume" verändern? Wir können eben nicht alle in neuen, billigen Wohnungen leben mit Lift, Tiefgarage und Dachterrasse? 
ANDREA KLAMBAUER: Die geförderten Mietwohnungen, die aktuell entstehen, haben eine sehr hohe Qualität. Wir sehen aber, dass wir bei der durchschnittlichen Quadratmeterzahl pro Bewohner die Obergrenze erreicht haben. 

Andrea Klambauer, Neos-Landesrätin.

Müssen wir auch von der Hausbau-Mentalität weg, vor allem in den ländlichen Regionen?
ANDREA KLAMBAUER: Wir wollen den Bodenverbrauch eindämmen, daher fördern wir keine Einfamilienhäuser auf großen Grundstücken. Hingegen fördern wir den mehrgeschoßigen Wohnbau – auch im Eigentum.   

Aktuell investieren Menschen gerne in Immobilien. Was ist das Problem das dadurch entsteht? 
ANDREA KLAMBAUER: Wir sehen, dass wegen der Nullzinspolitik viel Geld in "Betongold" gesteckt wird. Der negative Effekt ist, dass damit der Preis getrieben wird und zweitens stehen diese Wohnungen oft leer. Hier müssen wir steuern, damit diese Wohnungen vermietet werden. 

Aktuell läuft eine Sanierungsoffensive mit stärkeren Förderungen. Was soll dieser Lenkungsmechanismus bewirken? 
ANDREA KLAMBAUER: 
Die geförderte Sanierung soll zwei Ziele erreichen: einen ökologischen Effekt im Bereich des Klimaschutzes oder die Wohnung wird alterstauglich gemacht. Was wir nicht fördern, sind Mitnahmeeffekte – wenn zum Beispiel ein Bad nur verschönert wird.     

557 Sanierungsförderfälle gibt es heuer bereits. Das sind fast doppelt so viele wie im gesamten letzten Jahr, liegt aber weit hinter den im Koalitionsvertrag vorgegebenen 3.700 Förderfällen pro Jahr. Mit wie vielen Fällen rechnet man bis Jahresende?
ANDREA KLAMBAUER: Heuer sind die Firmen im Baubereich sehr gut ausgelastet – viele, die gerne sanieren möchten, finden keine Unternehmen mehr dafür. Wir werden also erst wenn der Bauboom nachgelassen hat, die Zahlen sehen. Ich würde mir wünschen, dass das Geld ausgeschöpft wird und wir damit die Sanierungsquote steigern.  

Video online:

Aus Träumen wird Forschung

Auch Sie haben während der Corona-Situation kritisiert, dass viele Frauen/Mütter kompensieren mussten, was der Staat nicht mehr leisten konnte bzw. was institutionell nicht möglich war. Was hat uns diese Situation in Ihren Ressorts Frauen, Chancengleichheit, Generationen und Familie gezeigt?
ANDREA KLAMBAUER: In Salzburg haben wir sichergestellt, dass immer Kinderbetreuung gewährleistet wurde. Grundsätzlich wurde aber erwartet, dass Frauen die auftretenden Probleme im familiären Bereich lösen. Sie waren mehr gefordert als die Männer. Besondere Sorge macht mir das Thema Frauenarbeitslosigkeit, da wirkt sich die Corona-Krise besonders stark aus.  

Wie müsste für Sie die ideale Frauenpolitik aussehen? 
ANDREA KLAMBAUER: Der soziale Druck stieg in der Krise besonders stark bei den Frauen an. Hier müssen wir das Rollenbild ändern. Kinder haben zwei Eltern und beide sind zu gleichen Teilen verantwortlich. 

Im April haben Sie gesagt, dass die Ansuchen auf finanzielle Unterstützung für Ferienbetreuungsangebote erst bei der Hälfte der Angebote des Vorjahres standen. Haben Sie heuer weniger Ferienprojektförderung als sonst ausbezahlt?
ANDREA KLAMBAUER: Nein, die Planung hat sich nur nach hinten verschoben. Die Ferienbetreuung heuer ist die beste, die wir je hatten. Früher hatten die Kindergärten in den Ferienmonaten im Schnitt fünf Wochen offen, heuer sind es sieben. Der Bedarf ist da, das Angebot wird angenommen, daher wollen wir nächstes Jahr nicht wieder einen Schritt zurücktreten, sondern dieses Angebot halten. 

Die "Traumcollage" von Landesrätin Andrea Klamabauer.
  • Die "Traumcollage" von Landesrätin Andrea Klamabauer.
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Traumcollage 

Sie haben für uns vorab eine „Traumcollage“ gestaltet. Erklären Sie uns bitte, was die ausgewählten Symbole für Sie bedeuten und was Ihre Vision dazu ist. 

Symbol EU-Flagge: Ich sehe Salzburg als Teil der EU. Wir können viele Probleme, die in Zukunft auf uns zukommen, nur mit einer starken EU lösen. Mir wäre wichtig, dass die Menschen sehen, welche Vorteile wir durch die EU haben.

Landesrätin Andrea Klambauer mit ihrer "Traumcollage".
  • Landesrätin Andrea Klambauer mit ihrer "Traumcollage".
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Symbol Familie: Das Symbol steht für mich für Salzburg als Lebensraum für Familien und als guter Lebensraum für alle Generationen. Mein Traum ist die Chancengleichheit. Für Mädchen und Buben, die in Salzburg aufwachsen, sollen alle Türen gleichermaßen offen stehen und sie sollen dieselben Möglichkeit erhalten, ihre Träume zu verwirklichen. 

Symbol Bildung: Bildung beginnt für mich im Kindergarten. Sie ist die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und wichtiger Faktor, der vor Arbeitslosigkeit schützt. 

Symbol Natur: Das Symbol steht für mich für den Klimaschutz. Das wird die große Herausforderung für die nächsten Generationen sein. Mein Traum ist es, klimaverträglich zu bauen – da denke ich an das Heizen und Kühlen, aber auch an die Anbindung an den Verkehr –, um damit positiv auf die Umwelt zu wirken. 

Andrea Klambauer, die Landesrätin der Salzburger Neos, mit BB-Chefredakteurin Julia Hettegger im Bezirksblätter Sommergespräch.
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Alle Videos der Sommergespräche online:

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