Meinungsumfrage, Salzburg
Landespolitikerinnen und -politiker im Stimmungscheck

(Symbolfoto) Salzburgs Landespolitik ist unter Erwartungsdruck. Vertrauen ist nicht selbstverständlich. Die Gestaltungskompetenz wird streng bewertet. | Foto: pjw
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Unsere Umfrage-Ergebnisse zeigen: Bekanntheit, Vertrauen und Gestaltungskraft driften zunehmend auseinander. Die aktuelle Meinungsumfrage, durchgeführt von der GMK im Auftrag von MeinBezirk zur Salzburger Landespolitik, zeichnet ein vielschichtiges Bild.

SALZBURG. Die aktuelle Meinungsumfrage, durchgeführt von der GMK im Auftrag von MeinBezirk zur Salzburger Landespolitik, zeichnet ein vielschichtiges Bild. Vertrauen in politische Personen ist grundsätzlich vorhanden, doch deutlich restriktiver fällt die Einschätzung aus, wem tatsächlich zugetraut wird, das Land in herausfordernden Zeiten auch voranzubringen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Bekanntheit, Vertrauen und politische Gestaltungskraft zunehmend auseinanderdriften. 2025 war ein Jahr markanter personeller Veränderungen in der Salzburger Landesregierung. Mit Karoline Edtstadler an der Spitze und zwei routinierten Landeshauptfrau-Stellvertretern, Stefan Schnöll und Marlene Svazek, wurde das politische Koordinatensystem neu justiert. Dazu kamen zwei neue Regierungsmitglieder mit Wolfgang Fürweger und Maximilian Aigner (in der Umfrage unberücksichtigt), was zeigt, dass der Vertrauensvorschuss für neue Rollen unterschiedlich ausgeprägt ist.

Datenquelle für das Politbarometer: Auftraggeber: RegionalMedien Salzburg GmbH. Ausführende Gesellschaft: GMK Gesellschaft für Marketing und Kommunikation, Graz. Zielgruppe: Wahlberechtigte im Bundesland Salzburg. Sample und Methode: Mixed Mode – 500 Interviews (350 CATI, 150 CAWI); Zufallsauswahl aus dem Telefonbuch, Web Panel. Maximale Schwankungsbreite: +/- 4,5 Prozent. Abfragezeitraum: 17. bis 26. November 2025. | Foto: Fotos: Land Salzburg/Neumayr–Leopold, Dom Kamper, Manuel Horn, Büro Gutschi, Franz Neumayr, Die Grünen Salzburg, Stefan Schubert, FSG-Salzburg
  • Datenquelle für das Politbarometer: Auftraggeber: RegionalMedien Salzburg GmbH. Ausführende Gesellschaft: GMK Gesellschaft für Marketing und Kommunikation, Graz. Zielgruppe: Wahlberechtigte im Bundesland Salzburg. Sample und Methode: Mixed Mode – 500 Interviews (350 CATI, 150 CAWI); Zufallsauswahl aus dem Telefonbuch, Web Panel. Maximale Schwankungsbreite: +/- 4,5 Prozent. Abfragezeitraum: 17. bis 26. November 2025.
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Karoline Edtstadler: Hohe Bekanntheit, verhaltener Gestaltungsbonus

Als neue Landeshauptfrau erreicht Karoline Edtstadler eine außergewöhnlich hohe Bekanntheit von 95 Prozent schon vom Start weg. Beim Vertrauen liegt sie mit 60 Prozent im soliden Bereich, beim Weiterbringen mit 56 Prozent jedoch nur im Mittelfeld. Das deutet auf ein klares Stimmungsbild hin. Edtstadler wird wahrgenommen und respektiert aus ihrer Funktion als Landeshauptfrau. Sie muss ihre politische Handschrift als Regierungschefin jedoch erst nachhaltig schärfen. Angelehnt an die derzeit laufende ÖVP-Kampagne "Angekommen" kann man schlussfolgern: Aber bislang nicht von einer Mehrzahl der Bevölkerung angenommen.

Marlene Svazek: Polarisierend, aber zunehmend gestaltend

Marlene Svazek profitiert von ihrer Rolle als Landeshauptfrau-Stellvertreterin. Ihre Bekanntheit steigt deutlich auf 96 Prozent (2024: 91 Prozent). Ihr Vertrauen von 56 Prozent bleibt stabil, aber sie polarisiert. 44 Prozent stehen ihr immer noch skeptisch gegenüber. Beim Zutrauen, etwas weiterzubringen, liegt sie bei 59 Prozent auf Rang zwei. Das zeigt: Svazek mobilisiert – Zustimmung wie Ablehnung – wird aber zunehmend als politische Akteurin mit Durchsetzungskraft wahrgenommen. Ihr wird das stärkste Zuwachspotenzial für die kommenden Monate vorhergesagt.

Stefan Schnöll: Hoher Vertrauenswert, stärkste Zukunftszuschreibung

Mit 79 Prozent Vertrauen (2024: 71 Prozent) liegt Stefan Schnöll klar an der Spitze. Noch deutlicher fällt die Bewertung bei der Frage aus, wer Salzburg weiterbringen kann. Da erreicht der Landeshauptfrau-Stellvertreter 70 Prozent und liegt damit weit voran, im Vorjahr lag er bereits bei 65 Prozent. Schnöll gelingt damit etwas Seltenes in der Landespolitik; er verbindet hohe Bekanntheit (89 Prozent) mit Vertrauen und Gestaltungskompetenz. Seine Rolle als Landeshauptfrau-Stellvertreter wird offensichtlich nicht nur akzeptiert, sondern aktiv mit der Erwartung auf Führung verbunden.

Daniela Gutschi: Verlässlichkeit ohne Zuspitzung

Gesundheits- und Bildungslandesrätin Daniela Gutschi zählt zu den konstantesten Mitgliedern der Landesregierung. Mit 64 Prozent Vertrauen und 53 Prozent Zutrauen, etwas weiterzubringen, mit steigender Bekanntheit. Gutschis Profil ist jenes einer sachlich anerkannten, aber wenig polarisierenden Politikerin. Sie steht für Stabilität, weniger für große politische Narrative.

Martin Zauner ohne Rückenwind

Deutlich kritischer fällt das Bild bei Martin Zauner aus. Er liegt bei der Vertrauensfrage bei nur 57 Prozent, beim Weiterbringen bei 50 Prozent und somit dem geringsten Wert aller abgefragten Regierungsmitglieder. Der weiterhin geringe Bekanntheitswert von 46 Prozent überrascht nach zweieinhalb Jahren Regierungsverantwortung speziell für das große und 2023 Wahlkampf bestimmende Thema leistbares Wohnen. Wer politisch wenig sichtbar ist, bekommt auch weniger Gestaltungskraft zugeschrieben.

Wolfgang Fürweger: Gute Werte für kurze Amtszeit

Der Soziallandesrat ist seit Oktober im Amt und hat mit einem Wert von 32 Prozent noch eine vergleichbar geringe Bekanntheit. Unter denen, die ihn bereits kennen, vertrauen ihm 55 Prozent. Noch beeindruckender ist, dass er mit 58 Prozent Zutrauen, in der Zukunft etwas voranzubringen, sogar um zwei Prozent über der Landeshauptfrau liegt.

Martina Berthold: Vertrauen vorhanden, Gestaltung begrenzt

Die Grünen-Landessprecherin und Klubobfrau Martina Berthold erreicht 63 Prozent Vertrauen, beim Weiterbringen jedoch nur 45 Prozent. Auch im Vorjahr bleibt dieser Wert niedrig. Trotz einer hohen Bekanntheit von 79 Prozent zeigt sich bei Berthold ein zentrales Dilemma. Glaubwürdigkeit ja, aber begrenzte Zuschreibung politischer Durchsetzungskraft.

Natalie Hangöbl: Bemerkenswerte Unterschiede

Die größte Dynamik zeigt Natalie Hangöbl. Beim Vertrauen, mit 74 Prozent heuer zu 67 Prozent im Vorjahr, hat sie den größten Zuwachs. Auch ihre Bekanntheit hat sie von 16 auf 26 Prozent gesteigert. Genau gegenläufig ist jedoch der Trend bei der Frage, ob man ihr zutraut, im Land etwas weiterzubringen. Hier ist Hangöbl mit einem Wert von 77 Prozent im Jahr 2024 auf aktuell 59 Prozent gerade zu abgestürzt. Auch ist weiterhin ihre Bekanntheit mit 26 Prozent die niedrigste von allen Abgefragten.

Peter Eder: Oppositionsfigur mit Potenzial

Als designierter Landesparteichef der SPÖ erreicht Peter Eder 69 Prozent Vertrauen und 62 Prozent beim Zutrauen, etwas weiterzubringen. Jedoch beruhen diese Werte auf einer noch geringen Bekanntheit von 42 Prozent. Ob es gelingt, sich als konstruktive Oppositionsstimme zu positionieren, sichtbar zu machen, kritisch, aber nicht fundamentalistisch wahrgenommen zu werden, wird die Zukunft zeigen.

Fazit: Politik unter Erwartungsdruck

Politik unter Erwartungsdruck. Die Umfrage zeigt eine Landespolitik unter hohem Erwartungsdruck. Vertrauen ist keine Selbstverständlichkeit mehr und Gestaltungskompetenz wird noch strenger bewertet. Besonders auffällig ist, dass nicht die Regierungszugehörigkeit über Zustimmung entscheidet, sondern die Wahrnehmbarkeit, Klarheit und glaubhafte Handlungsfähigkeit.

Die Landeshauptstadt Salzburg, Bundesland Salzburg. (Archivfoto/Symbolfoto) | Foto: pjw
  • Die Landeshauptstadt Salzburg, Bundesland Salzburg. (Archivfoto/Symbolfoto)
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Für die neu zusammengestellte Landesregierung bedeutet das, die personellen Weichen sind gestellt, nun wird gemessen, wer liefert. Und für die Opposition gilt, wer sichtbar, konsequent und verständlich agiert, kann auch ohne Regierungsamt politisches Vertrauen gewinnen.

Datenquelle für das Politbarometer: Auftraggeber: RegionalMedien Salzburg GmbH. Ausführende Gesellschaft: GMK Gesellschaft für Marketing und Kommunikation, Graz. Zielgruppe: Wahlberechtigte im Bundesland Salzburg. Sample und Methode: Mixed Mode – 500 Interviews (350 CATI, 150 CAWI); Zufallsauswahl aus dem Telefonbuch, Web Panel. Maximale Schwankungsbreite: +/- 4,5 Prozent. Abfragezeitraum: 17. bis 26. November 2025.

>> Wie hätte Salzburg aktuell gewählt? Demnächst hier bei uns auf meinbezirk.at/salzburg.

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Datenquelle für das Politbarometer: Auftraggeber: RegionalMedien Salzburg GmbH. Ausführende Gesellschaft: GMK Gesellschaft für Marketing und Kommunikation, Graz. Zielgruppe: Wahlberechtigte im Bundesland Salzburg. Sample und Methode: Mixed Mode – 500 Interviews (350 CATI, 150 CAWI); Zufallsauswahl aus dem Telefonbuch, Web Panel. Maximale Schwankungsbreite: +/- 4,5 Prozent. Abfragezeitraum: 17. bis 26. November 2025. | Foto: Fotos: Land Salzburg/Neumayr–Leopold, Dom Kamper, Manuel Horn, Büro Gutschi, Franz Neumayr, Die Grünen Salzburg, Stefan Schubert, FSG-Salzburg
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