Erhebung des VCÖ
Verkehrslärm für jeden neunten Steirer eine Belastung
- Lärm des Kfz-Verkehrs ist die größte Lärmquelle in der Steiermark.
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In der Steiermark ist Verkehrslärm für rund 147.000 Menschen eine Belastung rechnet der Verkehrsclub Österreich (kurz: VCÖ) anlässlich des Internationalen Tages gegen Lärm vor. Gleichzeitig stellt eine dauerhafte Lärmbelastung auch eine Gefährdung der Gesundheit dar, warnt der Umweltmedizinier Hans Peter Hutter.
STEIERMARK. Ist man dauerhaft Lärm ausgesetzt, erhöht sich das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfälle – Lärm ist damit eine ernstzunehmende Gefahr, ortet Hans Peter Hutter von der Medizinischen Universität Wien.
"Seit Jahrzehnten ist bekannt: Lärm ist ein starker Stressor mit Auswirkungen auf die körperliche, psychische und soziale Gesundheit. Nach wie vor sind Hunderttausende Menschen Lärmpegeln aus dem Straßenverkehr ausgesetzt, die unter anderem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfälle deutlich erhöhen oder zumindest die Lebensqualität beeinträchtigen."
Hans Peter Hutter, Medizinische Universität Wien
Kfz-Verkehr als Hauptbelastung
Abgesehen von den möglichen Gesundheitsschäden stellt Verkehrslärm für viele Steirerinnen und Steirer eine Beeinträchtig dar, wie aktuelle Zahlen der Mobilitätsorganisation VCÖ verdeutlichen: Für rund 147.000 Menschen in der Steiermark ist Kfz-Verkehr eine Belastung, fast 120.000 davon gaben den Kfz-Verkehr als Hauptursache an.
Eine kostengünstige Maßnahme, die eine Minimierung der Verkehrsbelastung zur Folge hätte, wäre etwa ein Tempolimit von 30 statt 50 km/h. Laut deutschem Umweltbundesamt reduziert Tempo 30 bis 50 die dauerhafte Lärmbelastung um bis zu vier Dezibel. Auch die Maximalpegel gehen bei Tempo 30 zurück, heißt es in der Aussendung des VCÖ.
- Eine kostengünstige Maßnahme gegen Verkehrslärm sind niedrigere Tempolimits, wie Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet.
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Tempo 30 als kostengünstige Maßnahme
Weniger Beschleunigung und ein gleichmäßigerer Verkehrsfluss reduzieren folglich den Lärm, so das Fazit, das etwa durch eine Schweizer Studie bestätigt wird: Der maximale Vorbeifahrpegel bei Tempo 30 statt 50 ging laut dieser um sechs Dezibel zurück, im Schnitt konnte eine Lärmminderung um vier Dezibel erreicht werden. "Tempo 30 statt 50 wird so wahrgenommen wie eine Halbierung der Verkehrsmenge", betont auch VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Da ab etwa 30 km/h die Rollgeräusche den Motorenlärm übertönen, wirkt Tempo 30 statt 50 auch bei Elektroautos lärmmindernd.
VCÖ ortet "Mankos" in StVO
Momentan werde dieser Aspekt aber noch nicht ausreichend in der StVO (Straßenverkehrsordnung) berücksichtigt. Denn: Möchte eine Gemeinde auf Straßen im Ortsgebiet, die auf Tempo 50 ausgelegt werden, Tempo 30 zur Minderung des Verkehrslärms umsetzen muss sie mit Gutachten nachweisen, dass die Temporeduktion "erforderlich" ist, um die Lärmreduktion zu erreichen. Gelingt das nicht, wird die Temporeduktion von der zuständigen Bezirksbehörde unter Berufung auf die StVO abgelehnt, auch dann, wenn der Gemeinderat per Beschluss die Temporeduktion möchte.
- Im Ballungsraum Graz ist zudem der Fluglärm eine Belastung für mehr als 15.000 Menschen.
- Foto: Sandra Fleckl
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Als weitere "Mankos" führt der VCÖ etwa an, dass Kriterien wie Klimaschutz, Klimawandelanpassung sowie Lebens- und Aufenthaltsqualität aktuell nicht als Begründung für Tempo 30 geltend gemacht werden können. Der VCÖ startete daher eine Initiative zur Änderung der Straßenverkehrsordnung, damit es Gemeinden und Städten erleichtert wird, Tempo 30 umzusetzen. Die VCÖ-Initiative wird vom Österreichischen Städtebund unterstützt sowie durch Bürgermeisterinnen und Bürgermeister oder Verkehrsstadträtinnen und Verkehrsstadträte aus mehr als 110 Gemeinden und Städten, davon 14 aus der Steiermark.
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