Gschnitz
Erster Schock ist verdaut – Zuversicht und Anspannung bleiben

"Wir richten alles wieder her", sagt Georg Heidegger vom Gasthof Feuerstein. Ihn und seine Familie hat es leider besonders schwer getroffen. | Foto: Kainz
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  • "Wir richten alles wieder her", sagt Georg Heidegger vom Gasthof Feuerstein. Ihn und seine Familie hat es leider besonders schwer getroffen.
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UPDATE Freitag, 4. Juli 13.43 Uhr: Christoph Feurstein präsentiert am Montag, 7. Juli um 21.10 Uhr auf ORF 2 und ORF ON in der Sendung "Thema" u.a. den Beitrag "Murenabgang in Gschnitz – ein Tal im Ausnahmezustand".

UPDATE Freitag, 4. Juli 13.03 Uhr: Die L 10 Gschnitztalstraße wird am Freitagabend um 19 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben. Die L 232 Ranalter Straße im Gemeindegebiet von Neustift ist im Ortsgebiet von Krößbach bis auf weiteres im Gegenverkehr befahrbar. Einige Wanderwege in beiden Tälern bleiben gesperrt!

Harte Tage liegen hinter den vielen Einsatzkräften und Helfern, die nach den großen Murenabgängen in Gschnitz mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sind. Beim Lokalaugenschein zeigte sich Zuversicht, aber auch Sorge vor weiteren Ereignissen.

GSCHNITZ. In punkto Naturkatastrophen sind die Gschnitzer einigermaßen erprobt. An eine Verwüstung wie zuletzt können sich aber auch die Ältesten nicht erinnern. "Das Unwetter ist über uns stehen geblieben", wird berichtet. Alles Weitere ist inzwischen bekannt. Ein mit Geröll und Schlamm beladener Lkw nach dem anderen rollte auch am Donnerstag talauswärts. Die Aufräumarbeiten an den 15 von den Muren betroffenen Häusern, an Straßen und Brücken waren schon weit fortgeschritten. Es war ein echter Kraftakt, den die vielen hundert Einsatzkräfte und Helfer vollbracht haben.

Im großen Stil angepackt

"Langsam werden wir müde", sagte der Gschnitzer FF-Kdt. Lukas Braunhofer. "Es ist schwerste körperliche Arbeit in der Hitze – wir sind total gerädert", ergänzte der Abschnittskommandant der Wipptaler Feuerwehren, Thomas Triendl. Der Dank der Bevölkerung entschädige aber für alle Mühen, legten die beiden nach. Sehr gelobt wurden auch die "riesige Unterstützung" aller Blaulichtorganisationen, des Bundesheeres und anderer mehr sowie die reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligen.

Nach vorne schauen

Georg Heidegger gehört zu jenen, die es besonders erwischt hat. Der Sandesbach rann plötzlich zwischen seinem Gasthaus Feuerstein und seinem nebenan liegenden Elternhaus hindurch. "Wir standen 70 Zentimeter unter Wasser. Alles ist aufgeweicht. Aber wir richten alles wieder her. Eine Stube haben wir schon herausgerissen", lässt sich der Wirt nicht entmutigen. "Trotz allem hätte es noch schlimmer sein können. Wir sind dankbar, dass nicht mehr passiert ist", so Heidegger der ebenfalls "Hilfe von allen Seiten" erfährt. Auch der nahe Alfaierhof ist schwer beschädigt. Ferdinand Pranger spricht von "existenzbedrohenden Ausmaßen" für seinen Sohn Alexander. Dann klingelte wieder das Telefon und ein Gast, der vor Jahrzehnten bei ihm geurlaubt hat, erkundigte sich nach dem Wohlergehen der Familie.

Feuerwehreinsatz beendet

Mit Ende der Woche wurden die Arbeiten seitens der Feuerwehr abgeschlossen. Alles Weitere wird jetzt mit großem Gerät angegangen. "Es ist noch nicht sicher, ob wir es heuer überhaupt schaffen, alles wieder herzurichten. Aber wir lassen uns nicht entmutigen. Der Zusammenhalt in der Gemeinde ist enorm und das ist das Wichtigste. Wir bleiben zuversichtlich!", schließt Bgm. Andreas Pranger. Im Hintergrund werden bereits Pläne für neue Verbauungen am Sandesbach erstellt. Dennoch bleibt die Lage im Hinblick auf mögliche weitere Unwetter vorerst noch angespannt.

Alle Berichte zu den großen Murenabgängen in Gschnitz finden Sie hier.

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