Steinach
Hotel Post ist bald Geschichte

Es gab einen Interessenten für den Hotelbetrieb. Der sah jedoch wieder von einer Übernahme ab, da sich der nicht rechnen würde.
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Der reguläre Betrieb ist bereits eingestellt. Noch wohnen Arbeiter des Brenner Basistunnels im Hotel Post. Mittelfristig werden Wohnungen entstehen.

STEINACH (tk). Die Pforten des Hotels Post im Steinacher Zentrum waren vor elf Jahren schon einmal geschlossen. Dann aber kam Familie Weinert aus Berlin, kaufte das Gebäude und sorgte für neues Leben im Beherbergungsbetrieb mit jahrhundertelanger Tradition. Nach der Wiedereröffnung liefen die Geschäfte auch einige Jahre lang gut – sogar à la carte wurde anfangs noch gekocht. Doch mit den zunehmenden Auflagen, freilich aber auch aus anderen Gründen, wurde ein gewinnbringendes Wirtschaften immer schwieriger.

Neue Eigentumswohnungen

"Eigentlich sind wir ins Wipptal gekommen, um zu bleiben", sagt Myrjam Weinert. Nun aber stünde man eben vor geänderten Voraussetzungen. Ein Käufer für das Hotel konnte nicht gefunden werden, deshalb hätte man sich dazu entschieden, in Zusammenarbeit mit einem einheimischen Unternehmer ein Wohnprojekt zu realisieren. "Im hinteren Bereich unseres Grundstücks wird ein Zubau errichtet. Dort entstehen rund 15 neue Wohneinheiten. In einem weiteren Schritt wird auch das Hauptgebäude selbst dahingehend adaptiert. Die raumplanerischen Weichen für dieses Gesamtprojekt sind bereits gestellt", informiert Myrjam Weinert.

"Nicht mehr viel zum Leben übrig"

Seit der Übernahme durch die Deutschen wurde das Hotel Post regelmäßig renoviert. Allein diese Investitionen würden schon einer "Neverending story" gleichkommen, müsste man doch laufend "wettrüsten", um die Sterne-Klassifizierung halten zu können. Erschwerend hinzu kämen ständig steigende Auflagen in anderen Bereichen. Weinert: "Was administrative Aufgaben und Vorschreibungen angeht, gab es in den letzten zehn Jahren eine wahnsinnige Entwicklung. Und dann ist der Tourismus im Wipptal einfach einer, der bei der Größe des Hauses am Ende nicht mehr viel zum Leben übrig lässt. Unterm Strich hatten wir zuletzt weniger Personal und weniger Ertrag, obwohl wir selbst mehr gearbeitet haben. Vom höheren zeitlichen Aufwand ganz zu schweigen."

Hauptfokus auf Gruppen

Neben Individualtouristen hatten Weinerts viele europäische Reisegruppen zu Gast. Später hat die Chefin vermehrt auf Gruppen aus China gesetzt: "Dafür wurden wir zwar auch ausgelacht, aber die haben uns durch manche Saison gerettet", so Weinert. Noch im vergangenen Winter beherbergte das Hotel Post monatelang das nationale Nachwuchs-Skiteam bzw. die chinesische Vorauswahl für Olympia 2022, das bzw. die auf der Steinacher Bergeralm trainierte. Bis das Containerdorf in Stafflach fertig gestellt ist, ist das Haus nun noch voll mit Brenner-Basistunnel-Arbeitern. "Wenn die raus sind, müsste sowieso umgebaut werden", betont Weinert. Das ganz ohne Vorwurf – im Gegenteil: Dankbar für die Möglichkeit. Ein höherer Verschleiß von Einrichtung und Gebäude durch die Bauarbeiter sei aber dennoch nicht von der Hand zu weisen.
Myrjam und Steffen Weinert, die das Hotel bisher gemeinsam mit Myrjams Eltern betrieben – sie stehen kurz vor der Pension, ein weiterer Mitgrund für den Schritt –, gehen nun neue Wege. Ihre berufliche Zukunft wird sich in Kitzbühel abspielen.
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Es gab einen Interessenten für den Hotelbetrieb. Der sah jedoch wieder von einer Übernahme ab, da sich der nicht rechnen würde.
Autor:

Tamara Kainz aus Stubai-Wipptal

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