Musik in Tirol
Musiktherapie – wie funktioniert das?
- Was ist Musiktherapie und welche Ziele hat diese spezielle Therapieform? In diesem Beitrag erfahrt ihr mehr dazu.
- Foto: Pixabay/Elf-Moondance (Symbolbild)
- hochgeladen von Lucia Königer
Wer hat schon mal von Musiktherapie gehört? Musik zum Entspannen und runter kommen, kennt sicher jeder, doch der gezielte Einsatz von Musik, zur Erhaltung und Förderung der seelischen, körperlichen und geistigen Gesundheit, das ist einem Musiktherapeuten vorbehalten.
TIROL. Der Begriff "Musiktherapie" umfasst tatsächlich mehrere musiktherapeutische Konzepte. Dabei werden tiefenpsychologische, verhaltenstherapeutisch-lerntheoretische, systemische, anthroposophische und ganzheitlich-humanistische Ansätze verfolgt.
Für wen eignet sich Musiktherapie?
Musiktherapie wird meist gezielt bei physisch oder psychisch erkrankten Menschen eingesetzt. Für manche eignet sich die Einzel- für andere eher die Gruppentherapie als Setting.
Letztendlich ist die Musik ein Medium durch das sich Menschen mitteilen können, ohne an eine direkte Sprache gebunden zu sein. So können emotionale Inhalte und Botschaften übermittelt werden, für die manchen Patienten die Worte fehlen. Diese Ausdrucksweise kann Angelpunkt und Ausgangspunkt für die Bearbeitung konflikthafter Situationen sein und so den Genesungsprozess in Gang setzen.
Die Musiktherapie ermöglicht so die Kontaktaufnahme und macht Beziehungsgeschehen gestaltbar sowie sinnlich erfahrbar.
Wer denkt, man müsse bei Musiktherapie eine musikalische Vorbildung haben, liegt falsch. Ihr müsst keine Noten lesen oder ein Instrument spielen können. Die Therapie hängt in keiner Weise von einer musikalischen Begabung ab.
- Musiktherapie kann die Selbst- und Fremdwahrnehmung fördern.
- Foto: Pixabay/urirenataadrienn (Symbolbild)
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Generell kommt Musiktherapie zum Einsatz, wenn man Emotionen ausdrücken oder wahrnehmen möchte. Jedoch hilft sie auch Konflikte bewusst zu machen und zu bearbeiten. Wobei kann Musiktherapie noch helfen?
- Stärkung von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein
- Aufbau und Differenzierung der Kontakt- und Beziehungsfähigkeit
- Förderung von Selbst- und Fremdwahrnehmung
- Hilfestellung bei der Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung
- Begleitung und Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung
- Entspannungsförderung und Schmerzlinderung
- Bearbeiten von Ängsten und traumatischen Erlebnissen
- Steigerung der geistigen und körperlichen Aktivität, Stimmungsaufhellung
Wie läuft eine Therapiesitzung ab?
Für gewöhnlich improvisieren TherapeutIn und KlientIn gemeinsam oder auch einzeln. Unter einer Improvisation in der Musiktherapie versteht man ein freies musikalisches Spielen.
Die verwendeten Musikinstrumente sind auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der KlientInnen abgestimmt und sind ohne Vorkenntnisse spielbar. Zur Verfügung stehen Trommeln, Stabspiele (z.B. Xylophon, Metallophon), Saiteninstrumente (z.B. Leier, Monochord), Blasinstrumente (z.B. Flöte, Melodika), Tasteninstrumente, sowie außereuropäische Instrumente (z.B. Gong, Klangschale, Rainmaker, Steeldrum). Auch die eigene Stimme kann zum Einsatz kommen.
- Auch Saiteninstrumente kommen bei der Musiktherapie zum Einsatz, dabei muss man allerdings keinerlei musikalische Vorbildung haben.
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Der Improvisation wird breiter Raum gegeben und nicht-musikalische Inhalte wie Stimmungen, Erlebnisse, Träume, Szenen und Bilder werden musikalisch umgesetzt. Im Anschluss wird die dabei entstandenen Musik untereinander besprochen. So kann man das Erlebte bewusst machen aufarbeiten. Ob diese Reflexion überhaupt notwendig ist, das entscheidet sich je nach Klientel und Situation.
Doch nicht nur das gemeinsame und alleinige musizieren definiert eine Therapiestunde. Musiktherapie umfasst auch Musikhören.
Die rezeptive Musiktherapie
Das aktive Hören der Musik nennt sich rezeptive Musiktherapie. Nach einer Phase der Einstimmung wird den PatientInnen entweder “live” oder über Tonträger Musik vorgespielt, die körperlich und/oder psychisch auf sie wirken kann. Es wird davon ausgegangen, dass durch die Musik subjektiv bedeutsame Erinnerungen und Assoziationen wachgerufen werden können.
Manchmal gibt es auch bestimmte Zielsetzung bei der rezeptiven Musiktherapie, wie Entspannung, Auftauchen innerer Bilder, Wahrnehmung von Gefühlen oder Imagination von Situationen, Erlebnissen oder Wünschen.
Ein großer Teil der rezeptiven Musiktherapie ist, dass man nach dem Hören der Musik zum Beispiel über die entstandenen Gefühle, Körperwahrnehmungen und bildhaften Vorstellungen während der gespielten Musik spricht.
Dieses reflektierende Gespräch nach dem "Element" Musik hängt allerdings von der musiktherapeutischen Methode ab.
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