GeomonitorAT
Neues Monitoring soll Risiken in den Alpen früh erkennen

Pressekonferenz zur Vorstellung von GeomonitorAT: Vertreter von Bund, Land und Wissenschaft informierten über das neue bundesweite Monitoringprogramm. | Foto: BMLUK/Oss
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Österreich reagiert auf steigende Naturgefahren im alpinen Raum mit einem neuen bundesweiten Monitoringprogramm. Ziel ist es, große Massenbewegungen wie Bergstürze oder Hangrutschungen frühzeitig zu erkennen und Entscheidungsgrundlagen für das Risikomanagement zu schaffen. Damit soll die Vorsorge verbessert und die Sicherheit für Bevölkerung, Infrastruktur und Wirtschaft langfristig erhöht werden.

INNSBRUCK/TIROL. Österreich ist aufgrund seiner alpinen Lage besonders von Naturgefahren betroffen. Große Massenbewegungen wie Bergstürze, Talzuschübe, tiefgründige Hangrutschungen oder große Murgänge treten zwar selten auf, können jedoch sehr große Schäden verursachen. Betroffen sind dabei Menschen, Infrastruktur sowie Wirtschafts- und Tourismusstandorte.

Der Klimawandel verschärft diese Risiken zusätzlich. Starkregen in hohen Lagen, der Rückgang der Gletscher und auftauender Permafrost verändern die Stabilität von Hängen und Bergen. Dadurch entstehen neue Gefährdungen, auf die bestehende Schutzsysteme reagieren müssen.

Das Aktionsprogramm GeomonitorAT

Der Bergsturz im Schweizer Ort Blatten im Jahr 2025 hat gezeigt, welche Auswirkungen solche Extremereignisse haben können. Auch wenn Österreich bei der Vorsorge gegen Naturgefahren gut aufgestellt ist, stellen diese Entwicklungen den Schutz im alpinen Raum vor neue Herausforderungen.

Um darauf zu reagieren, wurde das Aktionsprogramm GeomonitorAT ins Leben gerufen. Initiiert wurde es von Bundesminister Norbert Totschnig (ÖVP). Ziel ist der Aufbau eines bundesweit koordinierten Monitoringsystems für große Massenbewegungen.

Das Projekt, das in einem Zeitraum zwischen 2026 und 2030 umgesetzt wird, kostet insgesamt 215 Millionen Euro. Dieser Betrag wird aus Bundesmitteln verwendet. Nach den vorerst geplanten fünf Jahren werde das Projekt laut Totschnig weiterentwickelt und ausgebaut.

Dabei sollen bestehende Daten und Erfahrungen gebündelt und mit modernen Technologien ergänzt werden. Risiken sollen so frühzeitig erkannt werden, um präventive Maßnahmen zu ermöglichen und die Naturgefahrenvorsorge in Österreich nachhaltig zu stärken. Der Sitz des Programms ist in Innsbruck.

Fünf Maßnahmen für mehr Sicherheit

Das Programm umfasst fünf zentrale Maßnahmen, um Risiken durch große Massenbewegungen frühzeitig zu erkennen. Dazu zählen:

  • ein nationales Verzeichnis großer Massenbewegungen
  • eine österreichweite Risikoanalyse
  • ein flächendeckendes Monitoring besonders gefährdeter Bereiche
  • einheitliche Standards für das Risikomanagement

Diese Standards sollen als Grundlage für technische, organisatorische und raumplanerische Maßnahmen dienen. Ergänzt werden sie durch Vorsorge- und Schutzmaßnahmen sowie durch transparente Informationen, um das Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken.

Von links: Mag. Michael Mölk (Fachzentrum Geologie der Wildbach- und Lawinenverbauung), Bundesminister Norbert Totschnig(ÖVP), Univ.-Prof. Mag. Dr. Margreth Keiler (Universität Innsbruck / Österreichische Akademie der Wissenschaften) und Landeshauptmann Anton Mattle bei der Vorstellung von GeomonitorAT. | Foto: BMLUK/Oss
  • Von links: Mag. Michael Mölk (Fachzentrum Geologie der Wildbach- und Lawinenverbauung), Bundesminister Norbert Totschnig(ÖVP), Univ.-Prof. Mag. Dr. Margreth Keiler (Universität Innsbruck / Österreichische Akademie der Wissenschaften) und Landeshauptmann Anton Mattle bei der Vorstellung von GeomonitorAT.
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Die Steuerung des Programms liegt beim Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz. Die Umsetzung erfolgt durch die Wildbach- und Lawinenverbauung in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Forschung.

Stimmen aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft

„Der Klimawandel erhöht das Risiko seltener, aber großräumiger Naturereignisse im Alpenraum. Mit dem Aktionsprogramm GeomonitorAT schaffen wir erstmals eine einheitliche, faktenbasierte Entscheidungsgrundlage auf Bundesebene für das Risikomanagement. Der Grundsatz lautet Prävention statt Schadensbewältigung.“

betont Bundesminister Norbert Totschnig.

„Gerade für alpine Regionen wie Tirol ist ein frühzeitiges Erkennen von Gefahren entscheidend. GeomonitorAT stärkt die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Wissenschaft und erhöht die Sicherheit für Bevölkerung, Infrastruktur und Tourismus nachhaltig.“

unterstreicht Tirols Landeshauptmann Anton Mattle die Relevanz für alpine Regionen.

„GeomonitorAT ermöglicht eine systematische, bundesweit einheitliche Erfassung und Bewertung großvolumiger gravitativer Massenbewegungen. Durch die integrierte Nutzung von Fernerkundungsdaten, satellitengestützten Deformationsmessungen und lokalen Monitoringsystemen können Bewegungsraten quantifiziert, Gefährdungspotenziale bewertet und risikobasierte Prioritäten für weiterführende Maßnahmen abgeleitet werden.“

erklärt Mag. Michael Mölk, Leiter des Fachzentrums Geologie der Wildbach- und Lawinenverbauung.

„Ein systematisches, langfristiges Monitoring ist die Voraussetzung dafür, komplexe Naturgefahren im Klimawandel zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. GeomonitorAT setzt hier einen wichtigen Schritt, indem es Weiterentwicklungen und Beiträge aus Forschung, Praxis und Verwaltung verbindet.“

ergänzt Univ.-Prof. Mag. Dr. Margreth Keiler von der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

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Foto: almenrausch.at
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