Uni Innsbruck
Plastikverschmutzung der Meere bekämpfen

Ein Team aus Wissenschaftlern ging verschiedene Szenarion durch, wie sich die Plastikverschmutzung in den Meeren entwickeln könnte.
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  • Ein Team aus Wissenschaftlern ging verschiedene Szenarion durch, wie sich die Plastikverschmutzung in den Meeren entwickeln könnte.
  • Foto: Pixabay/kakuko (Symbolbild)
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TIROL. Ein internationales Forscherteam um den Innsbrucker Wissenschaftler Martin Stuchtey stellte kürzlich methodische Grundlagen vor, um der Plastikverschmutzung der Meere entgegen zu treten. Im Fachmagazin Science wurde das Ergebnis der Überlegungen vorgestellt. 

Der Kampf gegen die Plastikwelle

Die Untersuchungen der internationalen WissenschaftlerInnen ergaben sechs mögliche Szenarien zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung der Meere. Sie basieren jeweils auf unterschiedlichen Kombinationen von einzelnen Annahmen.

Szenario: „Business as usual“

Das Szenario "Business as usual" zeigt, dass sich der Anstieg des Plastikeintrags ins Meer in den nächsten 20 Jahren von 11 auf 29 Millionen Tonnen steigern würde. Dies würde geschehen, wenn es "keinerlei Eingriffe in die aktuelle Kunststoffpolitik, -wirtschaft, -infrastruktur oder -materialien gibt und sich weder die kulturellen Normen noch das Verhalten der Verbraucher ändern“, so Martin Stuchtey, Professor am Institut für Geographie der Universität Innsbruck und geschäftsführender Gesellschafter von SYSTEMIQ.
Das "Business as usual"-Szenario wäre definitiv der ungünstigste Fall. 

Der Bericht der Wissenschaftler zeigt auch, dass selbst eine ambitionierte Umsetzung von Einzellösungsstrategien, wie in den Szenarien „Sammeln und Entsorgen“, „Recycling“ und „Reduzieren und Ersetzen“ beschrieben, nicht in der Lage ist, den Plastikeintrag in die Meere unter das Niveau von 2016 abzusenken, ohne dabei an wesentliche technische, wirtschaftliche, soziale oder ökologische Grenzen zu stoßen.

Systemwandel-Szenario

Die beste Option bietet das "Systemwandel-Szenario", das mit Hilfe von acht konkreten Maßnahmen dazu führen könnte, dass bis 2040 etwa 80 Prozent weniger Kunststoff jährlich in die Ozeane fließt.
Zu den Maßnahmen zählt unter anderem die Reduzierung der Kunststoffproduktion und des Kunststoffverbrauchs, der Ersatz von Kunststoffen durch Alternativen wie Papier und kompostierbare Materialien oder auch das Verändern des Designs von Produkten und Verpackungen für das Recycling und noch vieles mehr. 

Martin Stuchtey ist seit 2017 Professor für Ressourcenstrategie und -management an der Universität Innsbruck und Teil des „Innovation Lab for Sustainability“.
  • Martin Stuchtey ist seit 2017 Professor für Ressourcenstrategie und -management an der Universität Innsbruck und Teil des „Innovation Lab for Sustainability“.
  • Foto: Uni Innsbruck
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„Diese Maßnahmen könnten mit Hilfe der heute schon verfügbaren Technologien und Lösungen umgesetzt werden“,

so Stuchtey.

Doch auch ein Systemwandel-Szenario wird den Plastikeintrag in die Meere nicht gänzlich vermeiden. Selbst mit erheblichen Anstrengungen würden in 2040 noch mehr als fünf Millionen Tonnen an Plastik pro Jahr in die Ozeane gelangen. 

"Es bedarf einer drastischen Steigerung von Innovation und Investitionen, mit bedeutenden technologischen Fortschritten, neuen Geschäftsmodellen und einem stärkeren Fokus auf Forschung und Entwicklung“,

mahnt Stuchtey.

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Martin Stuchtey ist seit 2017 Professor für Ressourcenstrategie und -management an der Universität Innsbruck und Teil des „Innovation Lab for Sustainability“.
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