"Zurück zum Ursprung“ will für alle Bauern Laufställe
LK-Präsident: „Werde für Bauern kämpfen“

LK Präsident Josef Hechenberger wehrt sich gegen die Laufstallauflagen von "Zurück zum Ursprung"
  • LK Präsident Josef Hechenberger wehrt sich gegen die Laufstallauflagen von "Zurück zum Ursprung"
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  • hochgeladen von Sieghard Krabichler

TIROL. Seit 1. Oktober gelten bei der Bio-Linie „Zurück zum Ursprung“ verschärfte Richtlinien. Bis 2020 müssen alle Bauern, die Milch an besagtes Label liefern, mit Laufställen ausgestattet sein. In Tirol wären über 600 Betriebe betroffen. Die Landwirtschaftskammer Tirol läuft dagegen Sturm. „Wir wissen, dass wir uns hier mit einem übermächtigen Gegner wie es Diskonter Hofer ist, anlegen, aber ich werde alle mir zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, damit hier die Vernunft einkehrt“, gibt sich Hechenberger kämpferisch.

Nebenerwerb betroffen

Es träfe durchaus viele kleine Nebenerwerbsbauern in den Berggebieten. „Für die wäre der Bau eines Laufstalles schon von den Grundreserven nicht möglich, auch würde sich die Investition nie lohnen“, so der Präsident. Die Folge: Etliche der in Tirol gut etablierten Biobauern wären zum Aufhören gezwungen, ein schwerer Schlag für Tirols Bioprodukte.“ Hechenberger sieht auch in den Laufställen keine Vorteile für die Kühe. „Es geht um die vernünftige Kombinationshaltung. Im Sommer soll das Vieh auf die Almen und Weiden, im Winter in den Stall, denn auch in vielen Gebieten ist es im Winter zu kalt für den Auslauf, sagt Hechenberger.
Der Präsident hofft auf ein Verhandlungsgangebot von Seiten der Firma Hofer. „Denn mit uns als Bauernvertreter ist noch kein Wort darüber gesprochen worden.“ Auch will er die Politik auf seine Seite bringen und die Konsumenten mit einbinden, die ja durch den Kaufentscheid ein großes Mitspracherecht hätten. Denn: „Die gesetzlichen Vorgaben reichen hier völlig aus“, sagt Hechenberger.

Statement Fa. Hofer

„Die neue Tierwohl-Richtlinie „365 Tage Auslauf im Freien für Milchkühe“ spiegelt das seit Jahren steigende Interesse der Konsumenten an artgerechter Tierhaltung wider. Die Vorgabe kam nicht überraschend, sondern wurde ausführlich mit Bauernvertretern diskutiert und in Informationsveranstaltungen besprochen. Mehr als 90 Prozent aller bisherigen Projektbauern, die für „Zurück zum Ursprung“ liefern, haben mit 1. Juli 2018 zugestimmt, diese Richtlinien umzusetzen. Für die Umsetzung kommt den Bauern auch eine Erhöhung des Aufschlags zu. Die Bauern, die die Richtlinie nicht umsetzen, erhalten weiterhin bis Ende 2020 die zugesagten Zuschläge und ihre Bio-Milch wird auch in Zukunft von der Molkerei abgeholt und verarbeitet“, so die Firma Hofer auf Anfrage.
„In diesem Zusammenhang möchten wir festhalten, dass „Zurück zum Ursprung“ ein Qualitätsprogramm ist, für das sich jeder Bauer freiwillig entscheidet. Uns ist bewusst, dass die Anforderung mit einem täglichen Auslauf ins Freie für die Milchkühe für manche Betriebe in Extremlagen nur schwer umsetzbar sind. Dennoch dürfen wir festhalten, dass diese Entscheidung eine wohlüberlegte und auch mit den Bauern und Interessensvertretern (auch mit der Landwirtschaftskammer) viel diskutierte war, um gerade der kleinstrukturierten Berglandwirtschaft eine Chance zu geben“, heißt es aus der Hofer-Zentrale.

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