Tourismus-Debatte
Tirols Jugend hat klare Erwartungen an ihre Arbeitgeber
- Bei der Paneldiskussion zur Zukunft des Tiroler Tourismus diskutierten (v. r.) Alois Rainer, Spartenobmann Tourismus in der WK Tirol, Johannes Schranz, stv. Geschäftsführer des AMS Tirol, Heinz Herczeg, Autor der Tiroler Jugendstudie, sowie Leonard Burger vom Gewinnerteam des Buildathons.
- Foto: Cramer / WK Tirol
- hochgeladen von René Rebeiz
Wie wollen junge Menschen künftig arbeiten? Was erwarten sie von ihren Arbeitgebern? Und wie kann künstliche Intelligenz dazu beitragen, den Arbeitsalltag in Hotellerie und Gastronomie zu erleichtern? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die diesjährigen Tourismus Topics Tirol auf der FAFGA. Im Mittelpunkt standen dabei die Erwartungen der nächsten Generation, neue Formen der Arbeitsgestaltung und die Chancen von KI im Tourismus.
TIROL. Für Alois Rainer, Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WK Tirol, gehören die Erwartungen der jungen Generation und der sinnvolle Einsatz neuer Technologien unmittelbar zusammen. „Die junge Generation wird oft unterschätzt. Es gibt viele junge Menschen, die für unsere Branche brennen. Unsere Aufgabe ist es, dieses Feuer zu entfachen und ihnen die richtigen Rahmenbedingungen zu bieten“, betonte Rainer.
Welche Erwartungen Tirols Jugendliche an Beruf und Arbeitgeber stellen, erläuterte Heinz Herczeg, Autor der Tiroler Jugendstudie. Respekt und Wertschätzung, Ehrlichkeit, Transparenz sowie Vertrauen und Verlässlichkeit sind demnach besonders wichtig. Gleichzeitig wollen junge Menschen sich weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen und in ihrer Arbeit einen Sinn erkennen.
Für Rainer liegt darin eine große Chance für den Tourismus. Gerade kleinere und familiengeführte Betriebe könnten persönliche Rückmeldung, Nähe und direkte Beteiligung besonders gut ermöglichen. Es gehe daher nicht darum, junge Menschen in bestehende Strukturen zu pressen, sondern Arbeitsbedingungen zu schaffen, in denen ihre Stärken zur Geltung kommen.
Auch Johannes Schranz, stellvertretender Geschäftsführer des AMS Tirol, unterstrich die Bedeutung früher Praxiserfahrungen. Schnuppertage, Praktika und erste Einblicke in Betriebe könnten helfen, Berufe erlebbar zu machen und Jugendlichen eine fundierte Entscheidung für ihren weiteren Weg zu ermöglichen.
KI soll Freiräume schaffen
Die zweite Säule der Diskussion war der Einsatz künstlicher Intelligenz. Wie neue Technologien den Tourismus konkret unterstützen können, zeigte der Rückblick auf den KI-Buildathon. Mehr als 80 Teilnehmer entwickelten in 25 Teams innerhalb weniger Stunden Prototypen für Anwendungen in den Bereichen Wissen und Onboarding, Mitarbeiter, Sichtbarkeit und betriebliche Abläufe in Hotellerie und Gastronomie.
„KI muss uns dort unterstützen, wo sie Abläufe vereinfacht und Zeit spart. Wenn Routinetätigkeiten im Hintergrund übernommen werden können, entstehen Freiräume für das, was unseren Tourismus ausmacht: Gastgeber zu sein, für Gäste da zu sein und Zeit für die eigenen Mitarbeiter zu haben“
so Rainer.
Gerade in arbeitsintensiven Spitzenzeiten kann Technologie dazu beitragen, Unternehmer und ihre Teams von administrativen Aufgaben zu entlasten. Entscheidend sei dabei immer der konkrete Nutzen für den jeweiligen Betrieb. „Wir dürfen uns vor KI nicht verschließen. Dort, wo sie uns unternehmerisch hilft, setzen wir sie ein“, fasst Rainer seinen Zugang zusammen.
Menschlichkeit bleibt der Kern
Für Rainer führt die Arbeitswelt von morgen deshalb nicht weg vom Menschen – im Gegenteil. Je mehr Routineaufgaben im Hintergrund unterstützt oder automatisiert werden können, desto wichtiger werden jene Qualitäten, die sich technisch nicht ersetzen lassen.
„Menschlichkeit und Empathie lassen sich nicht wegrationalisieren. Gute Laune, persönliche Wertschätzung und echte Gastfreundschaft entstehen zwischen Menschen“, betont der Spartenobmann des Tiroler Tourismus.
Die Aufgabe der Branche sei es daher, beide Entwicklungen zusammenzuführen: jungen Menschen Perspektiven und Verantwortung zu geben und gleichzeitig neue Werkzeuge zu nutzen, die Mitarbeitern und Unternehmern den Rücken freihalten. Technologie soll dort zum Einsatz kommen, wo sie entlastet – und gleichzeitig jene persönliche Nähe stärken, von der der Tiroler Tourismus lebt.
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