30.11.2016, 15:25 Uhr

Dürnrohr: "Das Geschäft mit dem Müll"

Abfall wird in Dürnrohr verbrannt, jener aus NÖ wird bevorzugt. (Foto: Zeiler)

Abfall aus Italien heizt Tullner Industriefirmen und St. Pöltner Haushalten kräftig ein

ZWENTENDORF / ST. PÖLTEN / ITALIEN. 70.000 Tonnen Müll aus Rom sollen ab Dezember in Österreich entsorgt werden. Überraschung ist das keine – zumindest nicht für die EVN, wie Pressesprecher Stefan Zach gegenüber den Bezirksblättern mitteilt: "Wir haben Freikapazitäten und daher bereits die letzten drei Jahre Müll aus Italien verwertet" – die Bezirksblätter haben informiert.

NÖ Abfall hat Priorität 1

Was sich nun verändert? Bisher habe man 100.000 Tonnen in drei Jahren abgearbeitet, jetzt werden bis zu 70.000 Tonnen italienischer Müll in einem Jahr verwertet, bevorzugt wird jedoch der NÖ Abfall. Kein Unterschied wird jedoch in der Anlieferung sein. Der Abfall kommt ausschließlich in verschlossenen Containern, die per Bahn angeliefert werden. "Ab Mitte Dezember, voraussichtlich", so Zach, der überzeugt ist, dass "man aber nicht bemerken wird, ob der Müll aus Italien, Oberösterreich oder Niederösterreich kommen wird".

Industrie profitiert

Auch an der Verarbeitung wird sich nichts verändern: In Dürnrohr wird der Müll vermischt und verbrannt, die maximale Kapazität liegt bei insgesamt 500.000 Tonnen pro Jahr und "daraus entsteht Strom und Fernwärme. 170.000 Haushalte werden damit versorgt, 23.800 Haushalte werden dann mit Strom aus italienischem Müll versorgt werden", so der Pressesprecher. Doch nicht nur, denn von der Fernwärme profitieren auch Industriebetriebe in Zwentendorf, "unser größter Kunde ist etwa die Agrana in Pischelsdorf", informiert Zach.

Zur Sache:
Wussen Sie eigentlich, dass ...
> ... die Wärme mit 140 Grad Celsius von Dürnrohr auf die Reise in Richtung St. Pölten geht und dort mit 138,5 Grad ankommt?
> ... jeder von uns 500 Kilo Müll pro Jahr erzeugt, davon 300 Kilo recycelt werden und 200 übrigbleiben und in Dürnrohr thermisch verwertet werden?
> ... nach Weihnachten viel mehr Müll verarbeitet werden muss, wie etwa denn Ende Jänner und im Februar?
> ... in Dürnrohr durch die Verarbeitung des italienischen Mülls auch Arbeitsplätze gesichert sind?
> ... die bloße Verrottung von Hausmüll – als die Lagerung – 21 mal klimaschädlicher ist, als die thermische Verwertung?

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