Experten geben Tipps
Damit der Garten aufatmen kann
- Die Heidelbeeren bekamen zu wenig Wasser und vertrockneten direkt an der Staude, kurz bevor sie reif waren.
- Foto: MeinBezirk/Steiner-Watzinger
- hochgeladen von Hannah Hingsamer
Wer jetzt richtig pflanzt und den Boden schützt, sorgt für einen gesunden Garten im kommenden Jahr.
BEZIRK VÖCKLABRUCK, SALZKAMMERGUT. Die Hitze und lange Trockenphase haben auch den heimischen Gärten zugesetzt. Alfred Mayr-Nußbaumer, Bezirksgärtnermeister von Vöcklabruck und Gmunden und seine Frau Johanna Nußbaumer von der Gärtnerei Nussbaumer in Pinsdorf erklären, worauf es jetzt ankommt. „Heuer sollte man die Pflanzen nach der großen Hitze und Trockenphase möglichst schonen. Die Stauden sollte man jetzt komplett in Ruhe lassen und erst im Frühjahr zurückschneiden.“ Nur vollständig vertrocknete oder abgestorbene Bereiche können entfernt werden. Erst wenn im Frühjahr wieder der Saftstrom einsetzt, ist der richtige Zeitpunkt für einen Rückschnitt gekommen. Ein häufiger Fehler sei ohnehin ein zu radikaler Rückschnitt.
Düngen mit Bedacht
Bei der Düngung ist heuer einiges anders als in einem normalen Gartenjahr. Üblicherweise wird gegen Ende des Sommers langsam damit aufgehört. Nach den langen Hitze- und Trockenperioden sei jedoch eine zusätzliche Versorgung sinnvoll.
„Durch den Nährstoffmangel über Wochen hinweg soll heuer moderat nachgedüngt werden.“ - Johanna Nußbaumer
Allerdings ist deutlich weniger als im Frühjahr ausreichend. Gerade bei Kübelpflanzen könne zu viel davon jetzt problematisch sein. „Die Pflanzen müssen sich langsam zurückziehen und auf den Winter vorbereiten. Das verhindert man bei zu starker Düngung.“
Offene Böden abdecken
Besondere Aufmerksamkeit verdient nach dem trockenen und heißen Sommer auch der Boden. Er sollte gelockert und möglichst nicht offen gelassen werden. Mulchmaterial oder Laub helfen dabei, die Oberfläche zu schützen und gleichzeitig Nährstoffe zurückzuführen. „Jeglicher offener Boden soll abgedeckt werden – entweder durch frische Ansaat oder eben mit Mulch oder Laub“, sagt Nußbaumer. Dadurch bleiben die Nährstoffe erhalten.
Der August ist traditionell die richtige Zeit, um Wintergemüse auszubringen.
„Im Herbst ist es nicht aus mit dem Gemüse aus dem Garten.“ - Johanna Nußbaumer
Pflücksalat, Asiasalat, Spinat und Radieschen können jetzt noch ausgesät beziehungsweise gesetzt werden. Auch Fisolen, Zuckererbsen, spezielle Wintersalate sowie Pak Choi kommen mit den kühleren Temperaturen gut zurecht.
Farbe in den Garten bringen
Wer nach den Schäden durch die Hitze noch für Farbtupfer sorgen möchte, kann auch im August neue Pflanzen setzen. Verschiedene Astern-Arten und Sonnenhut eignen sich gut zu dieser Jahreszeit. Für kräftige Farbakzente im Herbstgarten sorgen zudem Chrysanthemen. Auch buntblättrige Pflanzen wie Heuchera – das Purpurglöckchen – sind ein Blickfang.
Fallobst unbedingt entfernen
Heruntergefallenes und verdorbenes Obst sollte möglichst rasch aus dem Garten entfernt werden. „Heuer wäre eine reiche Ernte gewesen, doch viel wurde durch die Trockenheit zu früh abgeworfen.“ Verdorbene Früchte können dazu führen, dass Pilze in den Boden gelangen, dort überwintern und im kommenden Jahr Pflanzen befallen. Das Entfernen des Fallobstes gehört zwar grundsätzlich zur jährlichen Gartenpflege, heuer sei die Menge aufgrund der Witterung allerdings außergewöhnlich groß.
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