02.11.2017, 09:14 Uhr

UPDATE zur Landesausstellung: "Wir sind maßlos enttäuscht"

Für die Landesausstellung im Jahr 2020 liefen schon intensive Vorbereitungen – nun wird sie erst 2027 stattfinden. (Foto: Leader-Verein REGATTA)

Nach der Verschiebung der Landesausstellung von 2020 auf 2027 muss vieles neu geplant werden.

SEEWALCHEN. Statt wie geplant im Jahr 2020 soll die Landesausstellung zum Thema Pfahlbauten in den Gemeinden Attersee, Seewalchen und Mondsee nun erst im Jahr 2027 stattfinden. "Wir Bürgermeister der Standortgemeinden wurden gestern telefonisch vom Land darüber informiert", berichtet Johann Reiter aus Seewalchen vergangene Woche, Dienstag.

Landesausstellungen fielen Sparstift zum Opfer

Grund für die Verschiebung seien die Budget-Sparpläne, die die Landesregierung gestern, Montag, in einer Pressekonferenz präsentiert hatte. Darin ist vorgesehen, dass Landesausstellungen statt im Zwei-Jahres-Rhythmus nur noch alle drei Jahre stattfinden. Somit bleiben die Ausstellungen Enns im Jahr 2018 und Steyr im Jahr 2021, die Ausstellung in Eferding wird von 2022 auf 2024 verschoben und jene am Attersee und am Mondsee von 2020 auf 2027.

Neuer Standort notwendig

"Für uns bedeutet das, dass wir die gesamte Zukunftsplanung für unsere Ortsentwicklung umkrempeln müssen. Alles war auf den Termin 2020 ausgerichtet", zeigt sich der Atterseer Bürgermeister Walter Kastinger (SPÖ) enttäuscht. Nach langen Unstimmigkeiten sei nun ein Konzept für die Ausstellung in der Atterseehalle fertig gewesen, das die Gemeinde noch eine Woche vor der Verschiebung der Landeskulturdirektion präsentieren wollte. "Das einzig Positive ist, dass die Ausstellung nicht abgesagt wurde", so Kastinger.

"Für Seewalchen ist es ein Drama, wir sind maßlos enttäuscht", reagierte sein Seewalchener Amtskollege Johann Reiter (ÖVP) auf die Verschiebung. "Das Spar-Gebäude, in dem die Ausstellung 2020 stattfinden hätte sollen, wird 2027 nicht mehr zur Verfügung stehen." Allerdings habe man ja nun reichlich Zeit, eine neue Lösung zu finden.

Masterplan bleibt

Nichts ändere sich am Masterplan für die engere Kooperation mit der Gemeinde Schörfling. "Wir werden weiter daran arbeiten, lediglich die Prioritäten werden sich verschieben", betont Reiter. Weniger dramatisch ist die Gemeinde Mondsee betroffen, da die Ausstellung im bestehenden Pfahlbaumuseum geplant war. "Für uns kommt es nicht ganz unerwartet. Man hat ja immer schon gehört, dass im Kulturbereich gespart werden muss", meint Bürgermeister Karl Feurhuber (ÖVP). "Den Kreuzgang müssen wir nun selbst herrichten, das kann keine zehn Jahre mehr warten."

Für den neuen FPÖ-Nationalratsabgeordneten Gerhard Kaniak aus Schörfling ist die Verschiebung eine Chance. „Die Umsetzung des einen oder anderen Projektes gestaltet sich bekannterweise als schwierig, wodurch der Zeitplan bis 2020 äußerst knapp geworden wäre“, so Kaniak. Nun würden die Gemeinden Zeit haben, um die Ideen noch besser prüfen und realisieren zu können.

UPDATE vom 25. Oktober: Inzwischen wurde bekannt, dass auch die für 2026 geplante Landesausstellung in Frankenburg von den Einsparungen betroffen ist. Sie wurde ganz abgesagt. Mehr dazu hier.
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