Der jüngste Trainer im österreichischen Profifußball

Dominik Deutschl aus Bärnbach ist der jüngste Profi-Co-Trainer in Österreich.
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  • hochgeladen von Thomas Maurer

Seit vergangenem Sommer ist Dominik Deutschl der jüngste Trainer im österreichischen Profifußball. Der 21-Jährige ist Co-Trainer von Christian Ilzer beim Zweitliga-Überraschungsteam TSV Hartberg, das auf die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte zusteuert.
"Ich wollte immer Fußballprofi werden, der Traum hat sich aber recht früh erledigt", erzählt Deutschl. Mit 15 spielte er in der Unterliga beim Atus Bärnbach, mit 16 hatte er monatelang Probleme mit den Bandscheiben, konnte kaum mehr schlafen. Nach einem Comeback folgten mit 17 und 18 Probleme mit den Sprunggelenken. "Dann habe ich die Reißleine gezogen. Wenn ich es als Fußballer nicht bis ganz nach oben schaffe, möchte ich zumindest als Trainer das Optimum herausholen."

Hartberg via WAC

Der Bärnbacher widmete sich der Trainerausbildung, machte die möglichen Ausbildungen zum ehestmöglichen Zeitpunkt und schloss im vergangenen Jahr die UEFA B-Lizenz ab. "Ich bin wahrscheinlich einer der jüngsten B-Lizenz-Trainer in Österreich", verrät er. Weiter mit der A-Lizenz geht es für ihn aber erst im kommenden Jahr, zwölf Monate praktische Arbeit sind Voraussetzung und die gehen sich nicht vor der Anmeldung zum nächsten Lehrgang im Frühjahr aus.
Mit 17 trainierte Deutschl den Nachwuchs in Bärnbach, bewarb sich 2016 für ein Praktikum im Bereich Spielanalyse beim WAC - und setzte sich gegen über 100 andere Bewerber durch. Bis zu 60 Stunden die Woche war er beim Bundesligaklub im Einsatz betreute zudem die U-15 des ASK Voitsberg als Cheftrainer: "Ich habe alles auf eine Karte gesetzt, wollte mich unbedingt verbessern", erzählt er. Mit Erfolg. Ein Jahr war Deutschl bei den Wolfsbergern, dann wechselte deren Co-Trainer Christian Ilzer als Chefcoach zum TSV Hartberg - und nahm Deutschl als Co mit. Für Deutschl der richtige Schritt, auch wenn er dafür einen fixen Verbleib beim WAC ausschlagen musste. "In Hartberg bin ich als Co-Trainer näher an der Materie, kann auch praktisch arbeiten, übernehme etwa große Teile des Aufwärmens oder die Arbeit mit Kleingruppen."
Weiter geht es für Deutschl Step by Step. Einen sieben Monate dauernden Lehrgang für ein Hochschulzertifikat im Bereich "Spielanalyse und Scouting" hat er gerade abgeschlossen, der nächste Schritt ist eine Weiterbildung im Athletik-Bereich.

Englische Wochen

In Hartberg ist Deutschl unter anderem für die Gegneranalyse zuständig. Jeder Gegner wird genau studiert, für Chef-Coach Ilzer gibt es einen 16- bis 18-seitigen Bereich und den Spielern präsentiert er seine Ergebnisse ebenfalls. Daneben ist er auch für das Individualtraining mit den Talenten der Jahrgänge 1996 bis 1998 zuständig. Und auch das Sichten etwaiger Neuzugänge hat er übernommen - so hat er etwa den Wintertransfer Alen Ozbolt genau unter die Lupe genommen. Sieben Tage die Woche beschäftigt sich Deutschl mit Fußball, speziell wenn englische Runden anstehen, werden auch die Nächte oft lang. "Im August hatten wir sieben Spiele in 21 Tagen - und von jedem Gegner schaue ich mir drei Spiele an." Da lohnt sich auch das Heimfahren nach Bärnbach nicht, drei bis viermal die Woche bleibt er daher gleich über Nacht in Hartberg.

Auftakt hat es in sich
Die ersten Pflichtspiele im neuen Jahr haben es auch in sich. Zum Auftakt empfängt man am 23. Februar Wacker Innsbruck, vier Tage später muss man im Cup-Viertelfinale zum Bundesligaklub nach Mattersburg und wiederum nur drei Tage später folgt der nächste Liga-Schlager in Wiener Neustadt. Viel Arbeit für Dominik Deutschl.

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