01.02.2018, 17:02 Uhr

Stadt Köflach schreibt "Stau" Sperrstunde um 4 Uhr vor

Zum Feiern ist Hannes Schlosser nach dem Bescheid der Stadt Köflach gerade nicht zumute. (Foto: Stau)

Am Mittwoch wurde Hannes Schlosser der Bescheid von der Stadtgemeinde Köflach zugestellt, dass er ab 1. Februar um 4 Uhr Sperrstunde hat.

Der Aufreger des Monats geht in die nächste Runde. Nachdem die Polizei die Stadtgemeinde Köflach am 20. November 2017, am 1. und 23. Jänner 2018 über die Vorkommnisse vor und im Lokal Stau informiert und zugleich eine Sperrstunde empfohlen hatte, wurde die Stadtregierung mit Bgm. Helmut Linhart an der Spitze aktiv. Aber auch Stau-Besitzer Hannes Schlosser ging seinerseits auf die Behörden zu, kontaktierte Postenkommandant Mario Krug und setzte mehrere Maßnahmen wie eine Verdoppelung der Security und eine "Aktion scharf". Nach dem Gespräch war Schlosser sehr zuversichtlich, die Situation zusammen mit der Polizei in den Griff zu bekommen. Das vergangene Wochenende nach dem Maturaball des BG/BRG/BORG Köflach verlief auch sehr ruhig.

Drei Stunden zu

Schlosser fiel am Mittwoch aus allen Wolken, als er den Bescheid der Stadtgemeinde zugestellt bekam, wo ihm mit 4 Uhr die Sperrstunde und mit 7 Uhr die Aufsperrstunde ab 1. Februar verordnet wurde. "Ich bin schon sehr überrascht. Nach dem positiven Gespräch mit der Polizei und dem Wochenende ohne Vorfälle hätte ich damit nicht gerechnet. Wir werden gegen den Bescheid berufen, aber anscheinend will man mich bzw. uns mit dem Stau und dem Café Cappa nicht in Köflach haben. Nach dem Vollzug des Bescheids kann ich sicher nicht mehr in Köflach arbeiten bzw. arbeiten lassen. Wir beschäftigen in der Sommersaison bis zu 28 Leute, das wird mit einer Verminderung der Einnahmen nicht gehen."

Wogen gehen hoch

In den Sozialen Medien gingen ebenfalls die Wogen hoch. Vor allem die Tatsache, dass wegen ein paar Deppen die Jugendlichen im ganzen Bezirk und die Lokalbetreiber selbst Beschränkungen auferlegt bekommen, verstehen viele nicht. Das Lokal "Stau" ist als "Abschlusslokal" bei den Jugendlichen äußerst beliebt, weil es eben länger offen hat als andere im Bezirk.
Im Bescheid steht, dass nach Ansicht des Bezirkspolizeikommandos Voitsberg sicherheitspolizeiliche Bedenken und dringender Handlungsbedarf bestünden. Nur eine frühere Sperrstunde würde zu einer zufriedenstellenden Lösung für die Anrainer bzw. für die Bevölkerung im Köflacher Innenstadtbereich führen.

Vier Gespräche

"Hannes Schlosser ist ein guter Partner der Stadtgemeinde", sagt Bgm. Helmut Linhart. "Wir haben insgesamt bereits vier Gespräche über die Situation geführt. Das Problem ist, dass an Betrunkene nichts mehr ausgeschenkt werden darf. Außerdem haben die Jugendlichen, besonders wenn sie betrunken sind, keinen Respekt mehr vor der Polizei. Die Stadtgemeinde Köflach musste nach den vielen Vorkommnissen und den Benachrichtigungen durch die Polizei einfach handeln. Ich gehe davon aus, dass Schlosser berufen wird."
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