21.11.2017, 10:57 Uhr

Überleben im Waldviertel, Teil 12: So überstehen Sie Weihnachten im Waldviertel

Packen Sie die Sonnenbrille ein! Wir Waldviertler lieben ausufernden Weihnachtsschmuck!

Sie wollen dem Feiertags-Wahnsinn entfliehen? Dann sind Sie am Waldviertel richtig!

WALDVIERTEL. Das Fest der Besinnung, der Einkehr und der Ruhe können Sie woanders feiern! Wir Waldviertler zelebrieren Weihnachten nämlich richtig - und manchmal etwas anders, als Sie es vielleicht gewohnt sind. Also: Feiern Sie mit uns das größte Fest im schönsten Landstrich der Welt!


1. Weihnachtsbeleuchtung: Packen Sie die Sonnencreme ein

Diesen Satz lesen Sie in unseren Überlebensratgebern eher selten: Packen Sie zur Weihnachtszeit im Waldviertel Sonnenbrille und UV-Creme ein. Denn wir Waldviertler lieben ausufernde Weihnachtsbeleuchtung - am besten jene, die günstig aus dem Nachbarland importiert wird. Für nur wenige Kronen erhalten Sie dort Lichterketten, die alle drei Sekunden eine von 256 Farben mit augenausbrennender Helligkeit blinkend darstellt. Das freut den Betrachter - und den Nachbarn! Tipp: Unbedingt möglichst früh einschalten! Wir empfehlen die Zeitumstellung Ende Oktober.


Man kann monatelang ausschließlich von Keksen leben. Wir haben es ausprobiert!

2. Scheibalbochn

Jedes Waldviertler Kind weiß: mit dem ersten Advent steht eine Ernährungsumstellung bevor. Nein, das Fasten ist nicht gemeint. Ab Ende November werden Obst, Gemüse, Proteine und was sonst noch zu einer ausgewogenen Ernährung gehört völlig beiseite geschoben und die Ernährung wird ausschließlich auf Kohlehydrate umgestellt. Und zwar auf "Scheibal" - in Restösterreichs als "Keks" bekannt. Diese werden meist von den Damen des Hauses in derartigen Mengen produziert, dass die kleinen Diabetesbeschleuniger locker bis März reichen.


Waldviertler stehen auf Glühbier!

3. Punsch und Glühbier

Wir Waldviertler können mit Wein bekanntlich nicht so viel anfangen. Deshalb wundern sich Gäste aus dem Westen und Süden Österreichs gelegentlich, dass bei uns der Glühwein keine so große Rolle spielt. Viel eher gibt es im Waldviertel Punsch. Der ist bei einer Biertrinkernation aber auch nur eine Notlösung. Ein findiger Bierbrauer ist längst auf diese unhaltbaren Zustände aufmerksam geworden und hat sie behoben - mit dem ersten Glühbier des Waldviertels!


Wir Waldviertler lieben unseren Karpfen!

4. Karpfen und aus!

Niemals sollten Sie es im Waldviertel wagen ein anderes Festtagsessen als den Karpfen vorzuschlagen, wollen Sie den Weihnachtsabend nicht als Ketzer gebrandmarkt alleine verbringen. Wir Waldviertler lieben diesen Fisch! Restösterreicher tun sich mitunter schwer. Kabarettist Gunkl hat das Phänomen schon einmal beschrieben: "Ein Waldviertler Karpfen schmeckt, wie wennst an den Grund des Sees tauchst und in die Lettn beißt." Blasphemie!


So ein Baum ist eines Waldviertlers würdig!

5. Der richtige Baum muss nicht passen

Nein, ein Christbaum im Waldviertel sieht anders aus, als Sie ihn aus der Großstadt kennen! Der durchschnittliche Weihnachtbaum ist in Rest-Österreich lächerliche 1,60 Meter hoch (ja, das hat tatsächlich jemand ausgerechnet). Nicht so im Waldviertel! Wenn ein gestandener Holzfäller mit der Motorsäge ausrückt, fühlt er sich wie auf Großwildjagd. Alles unter drei Meter gilt als unwürdig. Dass man so ein Ungetüm unmöglich ins Wohnzimmer bekommt ist Nebensache. Das danach folgende Zurechtstutzen des Mammutbaumes vor der Haustür ist eine mindestens ebenso schöne Tradition.


Beim Feuerwerk sind wir bescheiden.
Ein paar Kilotonnen reichen schon.

6. Neujahr: Da geht die Sonne auf! 

Sie haben den Feiertagswahnsinn, peinliche Verwandte und Kekse mit der Dichte eines kollabierten Sterns überstanden? Ausgezeichnet! Dann ist es an der Zeit Neujahr zu feiern. Erinnern Sie sich an Tipp 1? Gut, die Sonnenbrille und den UV-Schutz werden Sie nämlich wieder brauchen. Wenn ein Waldviertler nämlich ein Feuerwerk zündet, dann geht nicht nur die sprichwörtliche Sonne auf. Das könnte ebenfalls mit den Einkaufsmöglichkeiten im nahen Ausland zu tun haben. Nicht umsonst kontrolliert die Polizei nach verbotenen Sprengstoffen. Faustregel: Alles unter fünf Kilotonnen TNT ist für Kleinkinder.

Mehr hilfreiche Tipps von Waldviertlern für den Rest der Welt

Hier finden Sie weitere total ernst gemeinte Überlebensratgeber: Etwa, wie Sie den richtigen Partner für die Fortpflanzung finden. Wenn die kleinen Rotznasen dann auf der Welt sind, können wir Ihnen natürlichebenfalls weiterhelfen. Haben Sie sich schon einmal über vermeintlich seltsame Traditionen gewundert? Vielleicht wollen Sie ja nur bei uns urlauben! Auch dabei können wir Ihnen helfen. Im Sommer wie im Winter. Natürlich werden Sie sich völlig in die Region verlieben und ihren Lebensmittelpunkt ins Waldviertel verlegen wollen. Dafür haben wir ebenfalls einen umfangreichen Überlebensratgeber erstellt. Vorher müssen Sie aber erst lernen im Waldviertel korrekt ein Auto zu fahren. Es ist zwar nicht schön, aber irgendwann wird Sie die Grippe erwischen. Mit unseren Tipps ist das aber überhaupt kein Problem! Haben Sie mit dem Waldviertel nix am Hut, aber einen Kollegen aus dem schönsten Landstrich der Welt? Dann hilft Ihnen dieser Survival-Guide weiter.
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sibylle kreuter aus Horn | 22.11.2017 | 10:53   Melden
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Mag.iur.Helmut Böhm aus Waidhofen/Thaya | 22.11.2017 | 13:02   Melden
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