Kultur abseits der Zentren

Vom Koch zum Wirt: Herbert Hierzer belebt den Dirnreither Berg
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Der Bauernsohn Herbert Hierzer denkt gar nicht daran, sich vom Lauf der Dinge aus der agrarischen Welt drängen zu lassen. Wenn sich die Wirtschaft verändert und der Ertrag nicht mehr reicht, braucht es eben neue Ideen.


So entstand 1989 eine Buschenschank, aus der später der Weinstadl Olarizi (Dirnreith) wurde. Ein kulinarisches Ausflugsziel, ergänzt um einen Hofladen und einen Historienpfad.

Durch einen lebensbedrohenden Arbeitsunfall mit radikalen Konsequenzen sah sich Hierzer herausgefordert, die Weichenstellungen seines Lebens neu vorzunehmen. Dazu gehört, daß der sturmerprobte Mann, gelernter Koch und Kellner mit langjähriger Auslandserfahrung, kreativen Feldern mehr Platz geben möchte.

Es schwebt ihm vor, eine Kulturinitiative zu gründen, die leidenschaftlichen Leuten mit wenig Erfahrung im öffentlichen Auftritt einen Rahmen bietet, sich vor Publikum zu erproben.

Hierzer meint „Künstler und solche, die es werden wollen.“ Bilder, Musik, Literatur, Kleinkunst: „Da braucht man ja eine Gelegenheit, daß einen das Publikum kennenlernen kann.“

Es soll Kultur abseits der Zentren ihren fixen Bezugspunkt bekommen. Nun sucht Hierzer Kreative, die sich mit ihm darüber verständigen möchten, damit die Region auch jenseits St. Margarethen einen künstlerischen Brennpunkt erhält.

Vom Bauernhof zur Buschenschank zum Heurigen. So entwickelte sich der Betrieb auf dem Dirnreither Berg, nahe dem Aussichtsturm auf dem Kleeberg. Das ist übrigens seit über tausend Jahren bewährtes Weinbaugebiet. Hierzer meint, die Zone zwischen Raab und Mur sei so interessant, weil der Grenzfluß und der Transportweg über Jahrhunderte für Bewegung im lauf der Geschichte sorgten.

Es ist ein für diese Region ganz typisches Areal kleiner Landwirtschaften. Als Zugtiere mußten die Hierzers einst Kühe nutzen, nicht einmal Ochsen waren verfügbar, von Pferden ganz zu schweigen. Das begreift man heute in seiner Relation, wenn man bedenkt, daß aktuell etwa im Bezirk Weiz mehr als jeder zweite Erwachsene ein Auto besitzt.

Die Modernisierung, so auch die Maschinisierung der Landwirtschaft, kam 1968, als verheerende Stürme alles verwüsteten. Da habe es mit den Motorsägen und den Traktoren begonnen. Davor war man vor allem auf das angewiesen, was man selbst herstellen konnte. „Wir sind mit Leiterwagen gefahren. Bei den Werkzeugen war viel aus Holz. Es hat mehr Zusammenhalt gegeben. Jeder hat was können und den anderen damit ausgeholfen.“

Dieser Anforderungsdruck im sozialen Gefüge war simpel begründet. Das Wohlergehen der Menschen ist laufend gefährdet gewesen. Hierzer: „Wenn ein Hagel war, hat man gehungert.“

Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Aber es bedarf engagierter, sachkundiger Leute in der Region, daß es auch so bleibt.

Kontakt: 0664 / 38-28-944
Internet: http://olarizi-weinstadl.at/

Autor:

martin krusche aus Weiz

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