ÖVP fordert Handeln
Schulpflichtverletzungen in Wien deutlich gestiegen
- Im vergangenen Schuljahr ist die Zahl der Anzeigen wegen Nichterfüllung der Schulpflicht in Wiener Bildungseinrichtungen um 30 Prozent gestiegen. (Symbolfoto)
- Foto: Johannes Reiterits/MeinBezirk
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Im vergangenen Schuljahr ist die Zahl der Anzeigen wegen Nichterfüllung der Schulpflicht in Wiener Bildungseinrichtungen um 30 Prozent gestiegen. Auch gab es mehr Suspendierungen, die mit polizeilichen Anzeigen resultieren. MeinBezirk hat sich die Zahlen genauer angeschaut, Kritik gibt es von der ÖVP.
WIEN. Harald Zierfuß spricht von einem „bildungspolitischen Alarmsignal“. Der Bildungssprecher und Klubobmann der Wiener ÖVP kommentiert damit die neuen Zahlen zu Schulpflichtverletzungen in Wien.
Laut einer Anfragebeantwortung von Bildungsstadträtin und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (Neos), die MeinBezirk vorliegt, ist im vergangenen Schuljahr 2025/26 die Zahl der Anzeigen wegen Nichterfüllung der Schulpflicht von 6.091 (2024/25) auf 7.949 gestiegen – ein Plus von knapp 30 Prozent. Bei mehr als 2.900 Fällen wurde auch eine Geldstrafe zwischen 150 und 800 Euro verhängt.
Wenn man sich die vergangenen Schuljahre anschaut, dann ist die Zahl der Anzeigen seit 2018/19 (3.101) um 156 Prozent gestiegen, rechnet die Wiener Volkspartei aus. „Seit die Neos in Wien regieren, ist die Zahl der Anzeigen wegen Schulpflichtverletzungen um fast 5.000 gestiegen. Immer mehr Kinder und Jugendliche fehlen so häufig unentschuldigt im Unterricht, dass es sogar zu einer Anzeige kommt. Diese Entwicklung darf die Neos-Bildungsstadträtin nicht länger hinnehmen“, meint Zierfuß.
Floridsdorf Hotspot für Schulsuspendierungen
Aber nicht nur die Zahl der Schulpflichtverletzungen beunruhigt die ÖVP. Im Schuljahr 25/26 gab es insgesamt 831 Suspendierungen an Wiens Schulen, 47 mehr als im Schuljahr 24/25 (784). 232 davon resultierten mit polizeilichen Anzeigen, auch hier gab es einen Anstieg (im Vorjahr waren es 211). Die meisten davon – mehr als 57 Prozent – wurden an Mittelschulen erstattet (478), gefolgt von Volksschulen (135), Sonderschulen (127) und Allgemeinbildenden höheren Schulen (61).
- Harald Zierfuß spricht von einem „bildungspolitischen Alarmsignal“. Der Bildungssprecher und Klubobmann der Wiener ÖVP kommentiert damit die neuen Zahlen zu Schulpflichtverletzungen in Wien. (Archiv)
- Foto: Valentina Marinelic/MeinBezirk
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450 der 831 Suspendierungen waren aufgrund von körperlicher Gewalt. Der Rest: sonstige Gründe (219), verbale Gewalt (70), sexuelle Integrität (27), Cyberkriminalität (24), Eigentum bzw. Vandalismus (20), Freiheit bzw. Nötigung oder Stalking (elf) und Mobbing (zehn).
Im Bezirks-Ranking „führen“ Floridsdorf mit 119 und die Donaustadt mit 114 Suspendierungen. Unter den fünf höchsten Suspendierungszahlen sind auch Liesing (71), Favoriten (54) und die Leopoldstadt (52). Die wenigsten gab es in der Josefstadt (zwei), auf der Wieden (vier) und am Alsergrund (neun).
Konkrete Maßnahmen gefordert
„Wer regelmäßig im Unterricht fehlt, versäumt nicht nur Lernstoff, sondern gefährdet seine eigenen Bildungs- und Zukunftschancen“, heißt es weiter. Von Emmerling fordert man, dass Schulpflichtverletzungen frühzeitig erkannt werden, Eltern konsequent in die Pflicht genommen und die Ursachen für „diese dramatische Entwicklung endlich angegangen werden.“
Die Volkspartei kritisiert, dass es für die 469 Pflichtschulen in der Hauptstadt gerade einmal 58 vollzeitarbeitende Schulsozialarbeit gab: „Jeder einzelne Fall steht für ein Kind, dessen Bildungschancen auf dem Spiel stehen. Wenn sich die Zahl der Anzeigen innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt, kann die Antwort der Stadt nicht sein, einfach zur Tagesordnung überzugehen“, so Zierfuß abschließend.
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