Wienopolis im Rathaus
Bürgermeister Ludwig steht kleinen Reportern Rede und Antwort

Ein Medientermin der besonderen Art: Diesmal stellte sich Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) den Fragen von Kindern, die für einen Tag in die Rolle von Reporterinnen und Reportern schlüpften. | Foto: Sade Jerabek/MeinBezirk
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  • Ein Medientermin der besonderen Art: Diesmal stellte sich Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) den Fragen von Kindern, die für einen Tag in die Rolle von Reporterinnen und Reportern schlüpften.
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Ende August übernehmen Kinder das Wiener Rathaus: Noch bis zum 28. August schlüpfen sie in die Rollen von Erwachsenen und lernen Berufe rund um Demokratie, Feuerwehr, MA48 und Bestattung kennen. Am Mittwoch waren die Journalistinnen und Journalisten von morgen zudem bei Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zu Gast.

WIEN. Der runde Tisch im Büro des Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig (SPÖ) ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Zu Tisch sitzen jedoch statt den klassischen Medien die jungen Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten. Denn von 24. bis 28. August wird das Rathaus im Rahmen des WienXtra-Ferienspiels zur Kinderstadt Wienopolis.

Fünf Tage lang übernehmen Kinder das Zepter, probieren unterschiedliche Berufe aus, verdienen ihr eigenes Geld und entscheiden mit, wie ihre Stadt funktionieren soll. Demokratie und Verantwortung werden dabei nicht nur vermittelt, sondern direkt ausprobiert.

Nachwuchs am Werk

Zurück ins Büro des Bürgermeisters – dieses Mal samt Nachwuchstontechniker und Nachwuchskameramann. Die jungen Journalistinnen und Journalisten legen gleich mit ihren Fragen los. "Was machen Sie so als Bürgermeister?" Ludwig freut sich zunächst über den Besuch im Rathaus. Sein Alltag sei abwechslungsreich: "Um 6.30 Uhr lese ich Zeitungen und mein Tag endet meistens so um 22 oder 23 Uhr". Dazwischen stehen zahlreiche Termine und Veranstaltungen an – im Rathaus und natürlich auch außerhalb. Viel Freizeit bleibt da nicht. 

Und genau da setzt die junge Journalistin mit ihrer nächsten Frage an: "Und was machen Sie in der kurzen Freizeit, die Sie haben?" Ludwig liest gerne, geht ab und zu laufen und verbringt Zeit mit seiner Frau in der Natur, entgegnet er.

Spezialrunde "Entweder oder"

Dann wird es wieder politischer: "Was würden Sie gerne in Wien verändern?" Vieles funktioniert bereits sehr gut, erklärt der Bürgermeister. Trotzdem gebe es immer Dinge, die man noch verbessern könne. Daraufhin folgt eine echte Profifrage: "Was wollten Sie machen, das aber doch nicht geklappt hat?" "Es gibt schon einiges, was mir noch nicht geklappt ist", gibt Ludwig zu. Bei den Details hält er sich allerdings bedeckt.

Dann wird es wieder politischer: "Was würden Sie gerne in Wien verändern?, fragt eine junge Nachwuchsjournalistin.  | Foto: Sade Jerabek/MeinBezirk
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Nach der großen Fragerunde heißt es dann: Aufstellen zur Spezialrunde. Jetzt geht es um die ganz harten Entscheidungsfragen – „Entweder oder“. Tischtennis oder Wuzzler? "Tischtennis". Limo oder Eis? „Eis“. Eislaufen vor dem Rathaus oder in der Kinderstadt? "Kinderstadt im Rathaus". Bei den Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten ist daraufhin leises Kichern zu hören.

Von Schauspielerin bis zum Diplomaten

Nach der großen Fragerunde wendet sich der Bürgermeister noch einmal an die Kinder: Könnten sie sich vorstellen, später selbst als Reporterin oder Reporter zu arbeiten? Die Antworten fallen unterschiedlich aus. Manche sind sich noch unsicher, andere haben bereits ganz andere Pläne – von der Schauspielerin bis zum Diplomaten im Ausland. Festlegen muss sich allerdings noch niemand: Zum Glück bleibt den Kindern noch viel Zeit, herauszufinden, wohin ihr Weg einmal führen soll.

Wie viel Spaß ihnen der Medientermin gemacht hat, erzählen einige der Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten anschließend im Einzelinterview. Der 13-jährige Leander ist etwa bereits zum vierten Mal dabei. Die Fragen an den Bürgermeister zu stellen, habe ihm "sehr Spaß" gemacht. Auch Enzo, Anastasia und Rina schildern ihre Erfahrungen in der Kinderstadt. Besonders spannend finden sie die Möglichkeit, verschiedene Berufe auszuprobieren. Während manche sich eher in Richtung Technik orientieren, können sich andere vorstellen, später mit Menschen zu arbeiten. Ganz sicher sind sie sich aber noch nicht. 

Bei Wienopolis waren die Nachwuchsjournalistinnen und Journalisten beim Bürgermeister zu Gast.  | Foto: Sade Jerabek/MeinBezirk
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Genau das ist für Ludwig ein wichtiger Teil des Konzepts. Die Kinder sollen die Möglichkeit bekommen, unterschiedliche Berufe kennenzulernen, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig zu erfahren, wie Demokratie funktioniert.

Dass die jungen Journalistinnen und Journalisten dabei durchaus hartnäckig nachfragen, hat auch der Bürgermeister erlebt. Trotz der teilweise bohrenden Fragen lobt er die Kinder ausdrücklich: Sie seien im Allgemeinen sehr fair würden einen guten Umgangston pflegen und sich gewissenhaft vorbereiten. "Erwachsene können von Kindern in diesem Bereich nur lernen", so sein Fazit.

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