Landtagssitzung
In Wiens Kindergärten fehlen rund 550 Pädagogen
- Am 23. September trat der Wiener Landtag zur 3. Sitzung zusammen.(Archiv)
- Foto: Jeff Mangione / KURIER / picturedesk.com
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Am Dienstag, 23. September, tagte der Wiener Landtag. In mehreren Anfragebeantwortungen von Stadträtin Bettina Emmerling zeigten sich wesentliche Probleme in der Kinderbetreuung. So fehlen den Wiener Kindergärten über 540 Pädagoginnen und Pädagogen. Außerdem mangelt es deutlich an inklusiven Kindergartenplätzen.
WIEN. Der Wiener Landtag trat am 23. September zu seiner dritten Sitzung in der aktuellen Amtszeit zusammen. Schon bei der ersten zwei Anfragen an Bildungs- und Integrationsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) zeigten sich große Probleme bei der Kinderbetreuung.
So wollte FPÖ-Abgeordneter Armin Blind wissen, wie es um das pädagogische Fachpersonal zu Beginn des aktuellen Kindergartenjahres stehe. Laut Emmerling fehlen wienweit, mit Stichtag 1. September 2025, ganze 547 Kindergartenpädagoginnen und Pädagogen. Bei den Assistenzkräften seien derzeit alle Posten besetzt.
Österreichweites Problem
Mit diesem Mangel an pädagogischen Fachpersonal stehe die Bundeshauptstadt allerdings nicht alleine da. Bist zum Jahr 2030 sollen in Österreich rund 14.000 Elementarpädagoginnen und Pädagogen fehlen.
- In Wiens Kindergärten fehlt pädagogisches Fachpersonal und der bedarf an inklusiven Kindergartenplätzen übersteigt den Bedarf. (Symbolfoto)
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Ein Grund, der diese Problematik verstärke, sei die Pensionierungswelle, die in vielen Branchen zum Mangel an Fachkräften führe. Diese würde auch vor den Kindergärten keinen Halt machen. Vor dieser Herausforderung stünden laut Emmerling alle Bundesländer gleichermaßen.
Bezüglich der Ausbildung des pädagogischen Personals sei Wien jedoch auf den Bund angewiesen. Der Bund habe hier bereits ein Paket für mehr Ausbildungsplätze gestartet. Zusätzlich unterstütze Wien mit weiteren Maßnahmen wie etwa Ausbildungsoffensiven, Verbesserung der Rahmenbedingungen, Auslagerung von Reinigungsleistungen und Imagekampagne. Die Stadt Wien betreibe auch eine eigene Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP), die ebenfalls ausgebaut werde.
Inklusive Kinderkartenplätze: Bedarf übersteigt Angebot
Ein weiteres Problem tat sich in der Betreuung von Kinder mit Behinderung auf. Julia Malle, Landtagsabgeordnete der Grünen, wollte dazu von Emmerling wissen, wie viele Kinder mit Behinderung oder Beeinträchtigung derzeit auf einen inklusiven Platz in den städtischen Kindergärten warten müssen.
Emmerling erklärte, dass derzeit 1.512 Kinder auf einen Platz warten. 545 Anfragen seien genehmigt worden. Generell und österreichweit sei die Zahl der Kinder mit besonderem Förderbedarf in den letzten vier Jahren um 20 Prozent gestiegen. Derzeit würden 10 bis 15 Prozent aller Kinder ein besonderes Bedürfnis aufweisen.
Grund dafür sei unter anderem, dass das Bewusstsein für Förderbedarf steige. Viele Eltern von Kindern mit Behinderung oder Beeinträchtigung würden den Weg nach Wien suchen, da Wien diesbezüglich ein hervorragendes Angebot hätte. Klar sei aber auch, dass die Nachfrage das Angebot derzeit „bedauerlicherweise“ übersteige, so Emmerling.
Die Stadt setze jedoch laufend Maßnahmen, um dem steigenden Bedarf nachzukommen. Damit verbunden würden etwa zusätzliche Förderungen für private Kindergärten weitere Plätze auch für diese Kinder bieten.
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