26.03.2016, 08:00 Uhr

Wenn die Bäuerin zur Lehrerin wird

Die Klasse 2b der NMS Langkampfen mit der Lehrerin Frau Maria Luise Franzl (links) und Seminarbäuerin Margit Glarcher. (Foto: Eberharter)

Praxisorientierter Unterricht: Das Projekt „Landwirtschaft macht Schule“ legt in seiner neuen Lehreinheit den Fokus auf die Vorteile regionaler Lebensmittel. Kürzlich fand das Schwerpunktprojekt in der NMS Langkampfen statt.

LANGKAMPFEN/BEZIRK. Mehr als 1.000 Unterrichtseinheiten und über 18.000 begeisterte Schüler: Nach fünf produktbezogenen Schwerpunktjahren geben speziell geschulte Bäuerinnen heuer unter dem Motto „Regional durchs Jahr“ in anschaulich gestalteten Schulstunden ihr Wissen weiter.

Wissen über unsere Lebensmittel

Wann hat welches Obst Saison? Woher kommt mein Gemüse? Und wie sieht es mit meinem ökologischen Fußabdruck aus? Diese und noch viele weitere Fragen werden im Rahmen einer „Landwirtschaft macht Schule“-Projektstunde gemeinsam mit den Schülern der Neuen Mittelschulen in ganz Tirol beantwortet. Unterstützt wird diese Initiative des Ländlichen Fortbildungsinstitutes (LFI) von der Agrarmarketing Tirol, der Landwirtschaftskammer und dem Land Tirol. „Bäuerinnen, die eine Unterrichtsstunde in Tiroler Schulen mitgestalten, ermöglichen unseren Schülern einen unverfälschten und wertvollen Einblick in die Tiroler Landwirtschaft und deren Produkte. Die Vermittlung von Wissen um die Herkunft unserer Nahrungsmittel und die Sensibilisierung für gesunde Ernährung ist eine wichtige Aufgabe der Schule. Ich bedanke mich herzlich beim Organisationsteam und insbesonders bei den teilnehmenden Bäuerinnen für dieses erfolgreiche und innovative Projekt“, lobt Bildungslandesrätin Beate Palfrader.

Praxisorientierter Einblick in die Landwirtschaft

Einen entsprechend hohen Stellenwert genießt die Initiative bei den Bäuerinnen selbst: „Neben der Erwachsenenbildung eröffnet das LFI mit verschiedenen Projekten schon seit Jahren Kindern den Zugang zur Landwirtschaft. Die Bäuerinnen betreiben dabei authentische Wissensvermittlung, die alle Sinne anspricht und sehr praxisorientiert ist. Damit wird eine Schulstunde zu einem unvergesslichen Erlebnis, das die Kinder mit nach Hause tragen und auch in den Familieneinkauf miteinfließt“, so Landesbäuerin und LFI-Obfrau Resi Schiffmann.

Wahrnehmung für Regionalität stärken

Die Bewusstseinsstärkung liegt LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid besonders am Herzen. „Hier erfahren die Schüler, wie die von ihnen konsumierten Lebensmit- tel erzeugt werden, welcher Mehrwert dahinter steckt und welchen Stellenwert der Landwirtschaft in Tirol zukommt. Das heurige Thema deckt sich perfekt mit dem von der LK Tirol ausgerufenen „Jahr der Regionalität“ und stellt die hohe Qualität, die Vielfalt und die Vorteile heimischer Produkte in den Vordergrund“. Um die wichtige Rolle von ‚Landwirtschaft macht Schule‘ weiß auch Agrarmarketing Tirol- Geschäftsführer Wendelin Juen. Neben der Bewusstseinsbildung für mehr Wertschätzung regionaler Lebensmittel, ist für ihn noch ein weiterer Aspekt von zentraler Bedeutung:

„Die Schüler von heute sind Konsumenten, Produzenten und Verkäufer von morgen. Mehr als 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Österreich sind übergewichtig oder fettleibig. Bewusste und gesunde Ernährung ist daher besonders für Jugendliche eine wichtige Gesundheitsvorsorge“
-Wendelin Juen, Agrarmarketing Tirol



Im Bezirk Kufstein nehmen im heurigen Schuljahr folgende Schulen an "Landwirtschaft macht Schule" teil:
NMS Alpbach
NMS Brixlegg
NMS Kufstein 1
NMS Langkampfen
NMS Niederndorf
NMS Wildschönau
NMS Rattenberg
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