Katholische Kirche im Salzkammergut
Predigt von Sabine Pesendorfer für 9. August 2026
- Sabine Pesendorfer.
- Foto: Pesendorfer
- hochgeladen von Kerstin Müller
Die Predigt für den 9. August 2026 stammt von Sabine Pesendorfer, Wortgottesleiterin und Begräbnisleiterin in Ohlsdorf, und beschäftigt sich mit Matthäus 14, 22-33.
SALZKAMMERGUT. Anfangs waren die Jünger guter Dinge. Denn Jesus meinte, sie sollen mit dem Boot schon vorausfahren. Er wollte noch beten. Bist du auch schon einmal mit einem Boot bei Sonnenuntergang gefahren? Es ist wunderschön. Auch die Jünger haben das genossen. Doch dann kam der Wind auf. Der wurde mit der Zeit so stark, dass sie sich festhalten mussten. Das Boot wurde von den Wellen heftig hin und her geworfen. Mittlerweile waren sie bereits einige Kilometer weit vom Ufer und somit von Jesus entfernt. Und zu allem Übel: es wurde bereits finster. An Schlaf war da nicht zu denken.
Wo bleibt denn Jesus?
Wie würde er denn zu ihnen kommen? Schwimmend? Aber das wäre im Finstern unmöglich! Womöglich war Jesus bei diesen Wellen schon ertrunken! Die Jünger bekamen Angst. Mittlerweile war es total finster und die See war unruhig. Ja, wenn sie genügend Licht hätten und ihre Freunde sehen könnten, dann wäre alles leichter zu ertragen. Auch wir kennen das: wenn es um uns finster ist und unsere Gedanken anfangen zu kreisen, dann ist an Schlaf nicht zu denken. Plötzlich, wie aus dem Nichts, tauchte eine Gestalt auf. Und das: mitten auf See!
Ein Gespenst!
Ihre Angst löste eine Panik unter ihnen aus. Doch Jesus beruhigte sie sofort. Endlich oder Gott sei Dank, ist Jesus zu ihnen gekommen. Als Petrus sieht, dass Jesus auf dem Wasser geht, bekommt er große Augen und denkt: „Was der Jesus kann, das kann ich mit seiner Hilfe auch!“ Und Jesus weiß, was er will und sagt nur ein Wort: „Komm!“ Petrus steigt aus dem sicheren Boot. Und er konnte wirklich auf dem Wasser gehen! Die Jünger haben ihnen aus sicherer Entfernung zugesehen. Wenn Petrus jetzt untergegangen wäre, hätten sie mit dem Finger auf ihn gezeigt und gerufen: „Das haben wir gewusst! Du wirst baden gehen! Warum musst du auch auf dem Wasser gehen? Das kann kein Mensch.“ Ja, im sicheren Boot kann man mit dem Finger leicht auf andere zeigen und ist stolz, dass man selbst nicht untergeht.
Aber genau das ist Glaube!
Petrus steigt aus! Er verlässt das sichere Boot. Weil er Jesus vertraut, wird das Unmögliche wahr. Er kann auf dem Wasser gehen! Erst als er übermütig wurde und ihn ein heftiger Windstoß erfasste, drohte Petrus unterzugehen. Er bekam große Angst. Jesus war aber sofort an seiner Seite und half ihm. Bist du schon einmal „baden gegangen?“ Natürlich meine ich nicht in den See oder ins Meer. Sondern man sagt es auch, wenn etwas schiefgelaufen ist. Auch ich erlebe immer wieder Situationen, wo ich einen Weg gehen muss, den ich noch nie gegangen bin. Vor dem ich Angst habe, weil ich etwas Neues machen will oder machen muss. Wird alles gut gehen?
Werde ich „baden gehen“?
Es wird mit Sicherheit leichter sein, wenn ich Jesus vertraue, dass er an meiner Seite ist. Auch wenn ich drohe unterzugehen, ich brauche wie Petrus nur nach Jesus zu rufen. Und Jesus hilft zu jeder Zeit. Ja, Jesus ist wirklich Gottes Sohn. Er hilft in der Gestalt eines lieben Menschen. Jeder weiß, wie gut es tut, wenn jemand da ist und hilft. Wenn jemand da ist und keine blöden Bemerkungen macht. Ja, es ist schön, bei jedem neuen Schritt ins Ungewisse darauf vertrauen zu können: Ich bin nicht allein. Wir sind nie allein!
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