Aus dem Rollstuhl zum Modellathleten

Michael Kurz beim Training im Studie "Clever Fit" im ECE Kapfenberg.
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  • Michael Kurz beim Training im Studie "Clever Fit" im ECE Kapfenberg.
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Mit 18 im Rollstuhl, mit 33 auf der Wettkampfbühne. Michael Kurz hat nicht aufgegeben – jetzt will er Mut machen.

Der Kapfenberger Michael Kurz bereitet sich im Moment auf seinen zweiten Wettkampf als Bodybuilder vor. Am 31. Oktober tritt er in der Leobener Fitnesswelt bei den österreichischen Newcomer-Meisterschaften in der Physique Class an. "Bei einem guten Abschneiden eröffnet sich mir sogar die Chance, bei den nächsten Europameisterschaften teilzunehmen", sagt hoffend der 33-jährige Modellathlet.

Was sich kaum erahnen lässt, wenn einem dieser selbstbewusst wirkende Mann gegenübersitzt: Seit seinem 17. Lebensjahr leider er an Multipler Skerlose (MS). "Die Diagnose war der Horror für mich, ich war richtiggehend deprimiert, ich habe mich gehen gelassen, meinen Körper nicht mehr gespürt, bis ich im Rollstuhl saß."

Irgendwann mit 18 kam der Punkt, an dem es etwas im Leben zu ändern galt. "Wenn du nicht im Rollstuhl enden willst, dann musst du etwas an deinem Leben ändern", sagte sich Michael Kurz. Das war der Zeitpunkt, als er mit dem Kraftsport begann. Schnell hat er gemerkt, dass ihm das Training gut tut, er wieder seinen Körper spürt – und, dass es ihm Spaß macht. "Ich habe sogar eine dreijährige Lehre zum Fitnessbetreuer gemacht und abgeschlossen." Draufgesetzt hat er noch ein Diplom für Personal- und Ernährungstrainer. "Ich habe es auch als selbstständiger Trainer und Coach probiert, aber die Zeit war noch nicht reif dafür. Die Leute waren zwar sehr interessiert, nur zahlen wollten sie für meine Leistungen nichts." Mittlerweile arbeitet er bei einer Security-Firma und ist Portier bei der Voestalpine.

Trainiert wird nach den Anleitungen seines Coach, dem IFBB Athleten Manuel Chalupka.
  • Trainiert wird nach den Anleitungen seines Coach, dem IFBB Athleten Manuel Chalupka.
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In den vergangenen drei Jahren hat sich seine Trainingsintensität erhöht, vier bis fünf Mal pro Woche steht er im Studio "Clefer Fit" in Kapfenberg, viel beschäftigt er sich mit Ernährung: "70 Prozent meiner Muskelmasse verdanke ich einer sehr bewussten und zielgerichteten Ernährung und es hilft mir ebenso dabei, meinen Krankheitsverlauf zu verlangsamen", so Michael Kurz, der sein Training mit dem IFBB-Athleten Manuel Chalupka auf den Wettkampf abstimmt.

Mut machen ist seine Devise

Er möchte aber nicht nur als Bodybuilder die Öffentlichkeit erreichen, sondern ganz besonders wegen seiner Botschaften: "Ich möchte allen Menschen, die an MS erkrankt sind, Mut machen und Motivation geben, aber auch allen Menschen, die durch Krankheit beeinträchtigt sind. Überlasst nicht der Krankheit die Herrschaft über Euren Körper und Euren Geist, Ihr müsst selbst wieder über Euer Leben bestimmen.

Viel kann man über die Psyche erreichen, davon ist Michael Kurz überzeugt. "Ich bin jetzt auch nicht jeden Tag super drauf, aber da hilft mir das regelmäßige Training schon sehr."
Michael Kurz möchte auch ein Buch schreiben, um Menschen Mut und Antrieb geben zu können. "Ich sehe MS weniger als Krankheit, sondern mehr als Weckruf, dem Leben mehr Sinn zu geben. Man braucht die Bereitschaft, die Komfortzone zu verlassen." Und trifft man ihn nicht im Fitnesscenter, dann sicherlich in der Natur. "Die Liebe zur Natur, die Berge – gibts was Schöneres?"

Im Detail

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung des zentralen Nervensystems, d.h. das gesamte Gehirn und Rückenmark können betroffen sein. Bei MS-Patienten werden durch das eigene Immunsystem Teile der Nervenfasern zerstört, die maßgeblich an der Weiterleitung von Impulsen beteiligt sind, aber auch Nervenfasern und -zellen selbst. Dadurch kommt es u. a. zu Lähmungserscheinungen, können Muskeln nicht mehr richtig koordiniert oder Sinnessignale nicht korrekt weitergegeben werden."

Auch das ist Michael Kurz: 18 Jahre alt und gerade dem Rollstuhl entstiegen.
  • Auch das ist Michael Kurz: 18 Jahre alt und gerade dem Rollstuhl entstiegen.
  • Foto: Michael Kurz
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Mit seinem Mutmachen ist Michael Kurz auch in den Neuen Medien aktiv:
Auf Instagram findet man ihn als austrian_mswarrior und auf Facebook als Michael Kurz

Infos zur IFBB Herbstmeisterschaft am 30. und 31. Oktober in Leoben hier

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