Kapfenberg Spezial
'Eventstadt' Kapfenberg erwartet ein Rekordjahr

Bürgermeister Fritz Kratzer ist seit exakt 4. September 2017 das Stadtoberhaupt von Kapfenberg.
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  • Bürgermeister Fritz Kratzer ist seit exakt 4. September 2017 das Stadtoberhaupt von Kapfenberg.
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Seit 4. September 2017 ist Fritz Kratzer Bürgermeister der Stadt Kapfenberg. Im WOCHE-Interview spricht er über seine Erwartungen, seine Ziele und die größten Herausforderungen.

WOCHE: Wie geht's Ihnen nach gut eineinhalb Jahren als Bürgermeister?
FRITZ KRATZER: Mir gehts sehr gut! Die Grundstimmung in der Stadt ist gut, die Leute fühlen sich wohl.

Was bereitet Ihnen derzeit Sorgen, was macht Ihnen Freude?
Die erfreulichen Dinge überwiegen bei weitem: Der Bau des Stahlwerks stimmt positiv, ebenso die Entwicklungen bei Pankl/KTM, es tut sich immer was in Bezug auf die Infrastruktur, wir haben große Freude mit unserer Kinderärztin – es sind einfach viele Puzzleteile, die das Wohlfühlen in Kapfenberg erleichtern. Gedanken mache ich mir über die weitere Entwicklung bezüglich Ärzteschaft: Es gehen in den nächsten Jahren viele in Pension, wie können wir diese Stellen nachbesetzen? Naturkatastrophen wie Starkregenereignisse beschäftigen uns auch ständig, eine Herausforderung werden die neuen Siedlungsgebiete, so wie etwa in Diemlach sein, weil wir erst schauen müssen, wie sich das alles entwickelt, was weiterführend auf die Stadt Kapfenberg damit zukommt.

Haben Sie sich das Bürgermeisteramt so vorgestellt?
Nein, das kann man sich vorher nicht vorstellen. Es ist sehr fordernd, es ist Vieles auf einmal zu tun und es ist sehr zeitintensiv. Man muss immer am Ohr der Bürger bleiben, das ist die größte Herausforderung. Aber ich denke, so lange die Leute zu einem kommen, und mit einem reden wollen, hat man etwas richtig gemacht.

Thema Bürgerbeteiligung: Am Schirmitzbühel-Nord gabs kürzlich das größte diesbezügliche Projekt – wie ist es gelaufen?
Hervorragend! Hier waren Profis am Werk, die es geschafft haben, auf die Diskrepanz zwischen allen Beteiligten zu reagieren. Wir haben viele Inputs aus der Bevölkerung bekommen, wir schätzen, dass an die 300 Personen teilgenommen haben. Daraus ergab sich etwa eine neue Verkehrslösung: wir werden künftig eine Umleitung um das Siedlungsgebiet errichten und so das Gebiet verkehrsmäßig sogar entlasten. Damit starten wir versuchsweise schon im Herbst. Wir werden das gesamte Siedlungsgebiet neu denken, in dem wir etwa car sharing und bike sharing anbieten; wir wollen dort einen multimodalen Knoten schaffen, ein absolutes Pilotprojekt eigentlich!

Ist das die Zukunft des Wohnbaus, dass die Leute mitreden können?
Ja, aber nicht nur im Wohnbau. Wir werden in vielen Bereichen Entscheidungen mit Hilfe von Bürgerbeteiligung treffen. Der Vorteil ist, man gewinnt durch solche Prozesse das Vertrauen der Menschen und kann Gerüchte sehr schnell entkräften. Ein Projekt, das sicher kommen wird, ist die Neugestaltung des Lizz Görgl-Platzes in Parschlug; hier wird die Bevölkerung auf jeden Fall mitentscheiden, was passiert.

Thema Stadtentwicklung: gibts schon eine Entscheidung in Bezug auf den "Zuzugsmanager"?
Nein, wir haben erfreulicherweise 40 Bewerbungen erhalten, es sind viele gute Kandidaten mit vielen guten Ideen dabei. Die Entscheidung darüber fällt aber erst im Juli.

Was werden die Aufgaben des Zuzugsmanagers sein?
Wir haben rund 7.300 tägliche Einpendler. Die Fragen wird sein: Schafft es der Zuzugsmanager, möglichst viele davon in Kapfenberg anzusiedeln? Dazu muss er mit den Firmen, wo die Leute beschäftigt sind, in Kontakt treten, sich einen Überblick über die Immobilien verschaffen, die Eigentümer von Immobilien mobilisieren können und er muss alle Beteiligten/Interessierten an einen Tisch bringen. Das wird die Herausforderung sein.

Wie ist der aktuelle Stand beim Bahnhofs-Umbau?
Es läuft alles gut im Zeitplan. Wir werden versuchen, den Bahnhofsvorplatz zu verlängern und den Frechener Platz in diesen Bereich zu integrieren. In diesem Bereich soll eigentlich ein komplett neues Stadtbild entstehen. Auch der Europaplatz soll in den nächsten Jahren attraktiviert werden; ebenso der Bereich um die Einfahrt beim Altstadttunnel, den Festplatz und die Einfahrt in die Stadt. Beim Festplatz könnte eventuell auch ein Parkhaus entstehen.

Was sind die Highlight im heurigen Veranstaltungskalender?
Naja, da haben wir einige: Aunherz'n, die Music Night, 6 in the city, Chill Hill, das Street Food Festival, usw. Neu wird heuer ein Burg-Saison-Eröffnungsfest am 27. April sein, das am Hauptplatz startet und dann auf der Burg weitergeht. Es soll einen Jugend-Sommer im Bad geben, und zwar am 9. und 10. August; wir planen in diesem Rahmen auch eine Pool-Party und erheben gerade per Umfrage auf Facebook, ob die Kapfenberger das wollen oder nicht. Neu ist auch, dass einige der Rathaushofkonzerte heuer auf den Hauptplatz übersiedeln werden. Insgesamt haben wir wieder an die 300 Veranstaltungen, über 50 allein am Hauptplatz. Kapfenberg wird, wie man sieht, immer mehr zur Eventstadt. Das könnte heuer ein absolutes Rekordjahr werden.

Im Jahr 2020 steht die Gemeinderatswahl an. Werden Sie wieder antreten?
Ja, auf jeden Fall.

Laufen die Vorbereitungen schon?
Ja, wir haben die Einladung an alle zum Mitmachen ausgesprochen und darauf einen enorm großen Zuspruch aus der Bevölkerung bekommen. Dieses Potenzial wollen wir natürlich nutzen und führen daher noch viele Gespräche. Den Wahlkampf werden wir aber erst im Herbst starten.

Eine abschließende Frage: Was macht eigentlich der Bürgermeister, wenn er einmal nicht Bürgermeister sein muss, sondern frei hat?
Meine Familie genießen! Ich habe ja seit zehn Monaten eine Enkeltochter, deshalb bin ich in meiner Freizeit im Hauptberuf Opa. Insgesamt bin ich aber kein Planer, sondern entscheide spontan, was ich machten möchte. Radfahren gehört auf jeden Fall dazu.

Alle Bilder: Michael Maili

Autor:

Angelika Kern aus Bruck an der Mur

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