Mariazell: Es geht auch ganz ohne Kages

Aus der Obhut der Kages entlassen: Das Team des Mariazeller Gesundheitszentrums steht auf eigenen Füßen.
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  • Foto: Kleinhofer
  • hochgeladen von Markus Hackl

Tägliche Öffnung des Mariazeller Gesundheitszentrums für die nächsten Jahre gewährleistet.

Anfang des Jahres erfolgte die Unterzeichnung des Mietvertrages für das Gesundheitszentrum Mariazell durch Bürgermeister Johann Kleinhofer und dem ärztlichen Leiter, Patrick Killmaier. Damit wird das provisorische Pilotprojekt nun zum definitiven Versorgungsmodell des Mariazeller Landes. Die österreichweit einzigartigen Öffnungszeiten – täglich von 9 bis 17 Uhr – unterstützt die Stadtgemeinde Mariazell mit einer Förderung und wurden verpflichtend für die nächsten fünf Jahre vereinbart.

Geführt als Gruppenpraxis

Am 31. Dezember 2019 wurde das Pilotprojekt mit dem Ausscheiden aus dem Kages-Verbund beendet. Aus dem bisherigen Kages-Gesundheitszentrum wurde mit Unterzeichnung der Verträge mit Krankenkasse und Gesundheitsfonds eine Kassenarzt-Gruppenpraxis mit einem erweiterten Versorgungsauftrag (Fortbestand Röntgen) als Primärversorgungseinheit.

Versorgungsauftrag

Die täglichen Öffnungszeiten von 9 bis 17 Uhr werden unterstützt mit einer Förderung der Stadtgemeinde Mariazell und sind verpflichtend für die nächsten fünf Jahre vereinbart. "Die Öffnungszeiten sind aufgrund der Bereitschaft der Ärzte Magdalena Griessler und Patrick Killmaier möglich und deren Anliegen, eine möglichst weitreichende Versorgung des Mariazeller Landes zu gewährleisten", erklärte Bgm. Johann Kleinhofer. Die jährliche Unterstützung der Stadtgemeinde beläuft sich auf 16.000 Euro und inkludiert auch den Zuschuss fürs Med-Mobil.

"Die täglichen Öffnungszeiten waren ein Wunsch der Bevölkerung, dem wir hiermit nachgekommen sind", erklärt Patrick Killmaier, der auch die enge Vernetzung des Gesundheitszentrums mit den umliegenden Krankenhäusern betont.
Anfang Jänner haben auch die Umbaumaßnahmen im Gesundheitszentrum begonnen, die die Behandlungsmöglichkeiten und Arbeitsabläufe sowie das allgemeine Gesamterscheinungsbild verbessern sollen und im Februar in einem festlichen Rahmen der Bevölkerung präsentiert werden. Auch hierbei unterstützt die Stadtgemeinde Mariazell.

Als neues Pilotprojekt wird „Med-Mobil“ gestartet. Dabei wird eine flächendeckende Betreuung der Bewohner des Mariazeller Landes mit einer mobilen Versorgungseinheit durchgeführt. Versuche dazu wurden bereits erfolgversprechend abgewickelt.

Das Mariazeller Med-Mobil"

Das "Med-Mobil"-Projekt wurde bereits bei einer Bürgerversammlung in Gußwerk der Bevölkerung vorgestellt und wird nach einem mehrmonatigen Probebetrieb den Regelbetrieb aufnehmen. Derzeit wird das Fahrzeug in Tulln einem Vollausbau unterzogen. Künftig werden wechselweise, auf den Bedarf abgestimmt, Arzt und Krankenschwester im Visitendienst nach skandinavischem Vorbild mit dem Fahrzeug, ausgestattet mit Ultraschallgerät, Blutabnahmestation und allerlei Medikamenten, im Einsatz sein. "Mit dem mobilen Pflegedienst der Volkshilfe arbeiten wir eng zusammen, um somit eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung für nicht mobile Patienten zu gewährleisten", erklärt Patrick Killmaier, der dieses Projekt mitentwickelt hat. "Wir entschärfen damit die Situation in Gußwerk und verbessern die Gesundheitsversorgung im gesamten Mariazellerland."

Arzt für Gußwerk bleibt Thema

Bei einer Podiumsdiskussion im vergangenen Mai in Gußwerk hat Bernd Leinich, Geschäftsführer des steirischen Gesundheitsfonds, versprochen, dass die Planstelle in Gußwerk noch einmal ausgeschrieben wird; das wäre die bereits dritte Ausschreibung, zwei waren ohne Erfolg. Bislang ist noch nichts passiert. Jetzt möchte Bgm. Johann Kleinhofer dieses Versprechen von Ärztekammer und ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) per Petition einfordern.
Sehr zum Missfallen von Patrick Killmaier, Leiter des Mariazeller Gesundheitszentrums, der sich "mehr Unterstützung seitens der Kommunalpolitik fürs Gesundheitszentrum wünschen würde":
Eine Hausarztordination in Gußwerk würde das Gesundheitszentrum in Mariazell gefährden, die Zusatzleistungen wie tägliche Öffnungszeiten und Med-Mobil wären dann nicht finanzierbar.

Der Mariazeller Bürgermeister Johann Kleinhofer (SPÖ) sieht die Situation rund um einen möglichen Arzt in Gußwerk bei weitem nicht so dramatisch wie Patrick Killmaier (siehe links). Kleinhofer: "Wir sind es den Gußwerkern schuldig, dass wir gemachte Versprechungen einfordern. Bei der Podiumsdiskussion wurde eine neuerliche Ausschreibung versprochen, dies wollen wir einfordern. Falls es zu keiner Ausschreibung kommt, wollen wir zumindest wissen, warum nicht. Ob eine dritte Ausschreibung von Erfolg gekrönt sein wird, steht in den Sternen."

Aus der Obhut der Kages entlassen: Das Team des Mariazeller Gesundheitszentrums steht auf eigenen Füßen.
Vertragsunterzeichnung: Patrick Killmaier und Johann Kleinhofer.

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