Bruck an der Mur
Heidenbauer-Gruppe ist nicht mehr zu retten, Hunderte verlieren ihren Job
- Die Tore in Bruck schließen sich, rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihren Job.
- Foto: Jose Fontano/unsplash
- hochgeladen von Angelika Kern
Die Firma Heidenbauer in Bruck muss den Kampf um das weitere Bestehen beenden, eine Fortführung des Geschäftsbetriebs ist nicht mehr möglich.
BRUCK AN DER MUR. Schlechte wirtschaftliche Nachrichten gibt es aus Bruck an der Mur: Die Heidenbauer-Gruppe – seit November 2025 in einem Insolvenzverfahren, wir haben darüber berichtet – muss die begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen beenden, eine Fortführung des Betriebes ist nicht mehr möglich. Der Grund: Die vereinbarte Finanzierung durch die Hausbank wurde nicht eingehalten. Das hat Thomas Huemer von PR & Strategy Consulting, der die Heidenbauer-Gruppe in Medien-Angelegenheiten vertritt, in einer Aussendung bekanntgegeben.
Die Konsequenzen sind denkbar bitter für die Region: Rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Die nächsten Schritte erfolgen im Rahmen der laufenden Verfahren in Abstimmung mit den Insolvenzverwaltern sowie den Restrukturierungs- und Rechtsberatern.
Nicht mehr zu retten
Die Heidenbauer-Gruppe ist ein österreichisches Unternehmen mit Sitz in Bruck an der Mur. Seit 1946 steht sie für handwerkliche Qualität, technische Präzision und Lösungen aus Metall, Aluminium, Edelstahl und Glas. Im November 2025 wurden beim Landesgericht Leoben für vier operative Gesellschaften Anträge auf Eröffnung von Sanierungs- beziehungsweise Insolvenzverfahren eingebracht. Auslöser dafür waren massive Preissteigerungen bei Stahl, Aluminium und Energie, die Rückführung pandemiebedingter Förderungen, Lieferkettenverzögerungen sowie hohe Zahlungsausfälle insolventer Großkunden. Diese Faktoren belasteten die Gruppe trotz solider Auftragslage erheblich. Ziel der eingeleiteten Verfahren war es, wirtschaftlich tragfähige Geschäftsbereiche zu stabilisieren, Kundenprojekte fortzuführen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.
- Die Heidenbauer-Unternehmensgruppe musste im November Insolvenz anmelden. Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen mussten nun beendet werden, der Standort ist nicht mehr zu retten.
- Foto: Panthermedia
- hochgeladen von Angelika Kern
Seitdem wurden Betrieb und Projekte fortgeführt, Strukturen und Kosten angepasst sowie Kundenbeziehungen und Gewährleistungsverpflichtungen gesichert. Management und Belegschaft hielten das Unternehmen unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig. Der Eigentümer führte die Gespräche mit den maßgeblichen Stakeholdern, entwickelte alternative Fortführungslösungen und brachte erhebliche private Mittel ein, heißt es dazu in der Aussendung.
Der Restrukturierung lag eine verbindlich vereinbarte Finanzierung durch die Hausbank zugrunde. Wesentliche Finanzierungsschritte wurden jedoch teilweise nicht bzw. teilweise nicht vollständig durch die Bank umgesetzt. Durch die dadurch entstandene Liquiditätskrise wurde die bis dahin auf gutem Weg befindliche Restrukturierung trotz der Leistungen von Eigentümer, Management und Belegschaft verhindert.
Laut KSV 1870 sind von der Insolvenz 212 Gläubiger betroffen.
"Wir haben alles unternommen"
Der Eigentümer der Heidenbauer-Gruppe: „Wir haben alles unternommen, um die Gruppe und ihre Arbeitsplätze zu erhalten: Den Betrieb fortgeführt, die Strukturen neu geordnet und erhebliche private Mittel eingebracht. Wir konnten das Vertrauen unserer Partner am Markt wieder aufbauen. Dass die Restrukturierung nun an der nicht umgesetzten Finanzierung gescheitert ist, macht nicht nur mich als Unternehmer, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fassungslos. Es wird Vermögen und Know-How zerstört, was letztendlich dem steirischen und österreichischen Wirtschaftsraum schadet!“
- Foto: Panthermedia.net/Zerbor
- hochgeladen von Angelika Kern
Der Eigentümer und die Geschäftsführung haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kundinnen und Kunden, Lieferanten und weitere Geschäftspartner über die Situation informiert.
Das weitere Schicksal liegt nun in den Händen der Insolvenzverwaltung, es bleibt zu hoffen, dass der eine der oder andere Betrieb, oder Betriebsteil von einem Marktbegleiter übernommen werden kann.
Das könnte dich auch interessieren:
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.