15.09.2014, 12:24 Uhr

Bergrettungsübung in den Edelspitzen

(Foto: Christian Schranz)

Bergrettung übt unter realistischen
Bedingungen im Hochschwab den Ernstfall

Die diesjährige Sommergebietsübung im Hochschwab fand unter Beteiligung der Ortsstellen Kapfenberg, die auch als Veranstalter auftrat, Bruck, Mariazellerland, Mixnitz und Tragöß im Bereich der Edelspitzen, einem beliebten Klettergebiet des Hochschwabs, statt.
Wie wichtig solche Übungen sind, zeigten einmal mehr, einige Einsätze der vergangenen Zeit, bei denen die Ortsstellen auch zu schweren Kletterunfällen gerufen worden sind. Das Wetter präsentierte sich, wie schon fast den gesamten Sommer über, von seiner übelsten Seite. Strömender Regen und Wind in Sturmstärke, der Material und Bergretter vor höchste Anforderungen stellte.
Übungsannahme: Trotz widrigen Wetters sind 2 Seilschaften in den Wänden der Edelspitzen unterwegs.
Während der Ost-West-Überschreitung der Edelspitzen stürzt der Vorsteiger der ersten Seilschaft und verletzt sich dabei schwer. Der Wirt hört die Hilferufe und alarmiert umgehend die Einsatzkräfte. Ein Handykontakt ist in den steilen Felswänden nicht möglich. Fast zeitgleich kommt es zum Absturz des Kletterers der zweiten Seilschaft in der Nord-Westseite der Westlichen Edelspitze. Auch dieser Kletterer ist anscheinend ziemlich schwer verletzt und benötigt ebenfalls dringend
Hilfe. Die zu Hilfe gerufenen Rettungsmannschaften müssen zuerst einen fast zweistündigen Anmarsch von Seewiesen aus antreten, bevor sie auf der Voisthalerhütte die genauen Infos zum Unfallhergang erhalten. Von dort läuft die Rettungsaktion wie am Schnürchen und bald sind fast 50 Bergretter unterwegs zu den beiden Unfallstellen. Da durch die Nässe äußerste Vorsicht geboten ist, werden schnelle Voraustrupps beauftragt, für die nachfolgenden Mannschaften die Aufstiege mit Geländerseilen abzusichern, um einen gefahrlosen Aufstieg der Nachfolgenden zu gewährleisten. Der Regen und der starke Wind erschweren zusätzlich die Arbeit der schon ziemlich nassen Retter. Jedoch ist auch höchste Eile geboten, um die beiden verunfallten Kletterer schnellstmöglich aus den Wänden zu bergen. Nachdem Stände gebohrt und Sicherungen eingerichtet worden sind, beginnt die Bergung der beiden Opfer. Von oben fahren die Retter zu den Verunfallten in den Wänden, führen
eine medizinische Erstversorgungen durch und im Anschluß werden diese in die UT-2000 (eine Gebirgstrage der Bergrettung, die bei solchen Einsätzen verwendet wird) gebettet und es beginnt die fast 200m hohe Fahrt an den Wandfuß. Dort angelangt werden sie von bereits wartenden Einsatzmannschaft empfangen, die den weiteren Abtransport bis zur Hütte durchführen.
Bei der Abschlussbesprechung hob der anwesende Landesleiter, Michael Miggitsch, der es sich nicht nehmen ließ, die Übung persönlich zu besuchen, die Bedeutung einer solchen hervor, denn heute wäre ein Hubschrauberflug bzw. eine Hubschrauberbergung, wegen der widrigen Witterungsbedingungen, nicht möglich gewesen. Daher ist jeder einzelne Bergretter bei solchen Übungen/Einsätzen vonnöten gemäß nach unserem Motto: Egal wann, egal wo: Wir finden immer einen Weg! In den Bergen kann schneller etwas passieren als man denkt.
Dafür stehen mehr als 1600 bestens ausgebildete Bergretter/innen in der Steiermark zur Verfügung: Freiwillig und ehrenamtlich.
Text: Erich Bretterbauer (ÖBRD-Fachreferent für Presse & Medien)
Bilder: Bergrettung Kapfenberg, Christian Schranz
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