18.12.2017, 11:44 Uhr

Kein Rückgang bei häuslicher Gewalt

Break the Silence: Christian Scambor, Sonja Kahr, Bettina Heuser, Susanne Pekler, Michaela Gosch und Stefan Reinisch luden zur Pressekonferenz in Kapfenberg.

Trotz gesetzlicher Maßnahmen geht die Zahl der Gewalttatten gegen Frauen und Kinder nicht zurück.

Die "16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen" und die Fachtagung "Break the Silence" waren Anlass für eine Pressekonferenz, zu der der Verein Frauenhäuser Steiermark am Montag in Kapfenberg lud. Gemeinsam mit der Frauen- und Mädchenberatungsstelle Bruck/Kapfenberg und anderen im Gewaltschutzbereich tätigen Organisationen wie "Neustart", "Divan" und dem "Verein für Männer- und Geschlechterthemen" hat man sich zum Ziel gesetzt, das Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder in den Mittelpunkt zu rücken und auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Denn: "Obwohl die gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen und Angebote im Hinblick auf Gewaltschutz in den letzten Jahren erweitert wurden, zeigen die Zahlen keinen Rückgang bei familiärer Gewalt bzw. Gewalt gegen Frauen und Mädchen", bringt es Michaela Gosch vom Frauenhaus Kapfenberg auf den Punkt. 

Gleiche Folgewirkungen

Rund 200 Frauen plus rund 200 Kinder werden steiermarkweit pro Jahr in den beiden Frauenhäusern Graz und Kapfenberg betreut; in der Regel bleiben diese rund sechs Monate. Die prägendste Erkenntnis daraus: "Die Folgewirkungen daraus, ob ein Kind direkt oder nur indirekt von Gewalt betroffen ist, sind dieselben", so Gosch. Daher sei Prävention oberstes Gebot.
Dieser Meinung sind auch Susanne Pekler vom Verein "Neustart", der vor allem in der Bewährungshilfe und im Bereich elektronisch verordneter Hausarrest tätig ist sowie Bettina Heuser (Verein "Divan"), die sich um arrangierte Ehen und Zwangsverheiratungen kümmert und Christian Scambor von der Männerberatungsstelle Steiermark.

Kalender zum Diskutieren

Um noch mehr Aufmerksamkeit auf dieses sensible Thema zu lenken hat der Grazer Stefan Reinisch vor kurzem einen Kalender unter dem Titel "Twisted Gender Role" auf den Markt gebracht, der zum Nachdenken anregen soll. "Typische Frauenposen aus einschlägigen Kalendern haben wir darin einfach von einem Mann, also genauer gesagt von mir, darstellen lassen. Das Ziel ist, eine Diskussion entstehen zu lassen und so die Frauenhäuser und ihre Betätigungsfelder mehr ins Gespräch zu bringen", erklärt Reinisch. Deshalb kommt auch der gesamte Erlös des Kalenders, der in einer Auflage von 500 Stück gedruckt wurde, dem Verein Frauenhäuser Steiermark zu gute. Erhältlich ist dieser Kalender übrigens unter www.juliag.at.
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