Amphibien beginnen wieder zu wandern

Erdkrötenwanderung: Amphibien beginnen wieder zu wandern.
  • Erdkrötenwanderung: Amphibien beginnen wieder zu wandern.
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Mehr als 150 ehrenamtliche "Froschklauber" leisten wichtigen Beitrag zur Arterhaltung der Amphibien.

SALZBURG. Steigen im Frühjahr die Nachttemperaturen auf mehr als vier Grad, verlassen Frösche, Kröten und Molche ihre meist in den Wäldern gelegenen Winterquartiere, um zu ihren Laichgewässern zu wandern. Die Wanderungen, die insgesamt etwa drei bis acht Wochen dauern, finden vor allem in der Dämmerung und während der Nacht – bevorzugt bei regnerischem Wetter – statt.

Da die Tiere dabei häufig Verkehrswege überqueren, ist der Weg für viele tierische Wanderer schnell zu Ende. Schon auf schwach befahrenen Straßen mit nur zehn Autos pro Stunde werden 30 Prozent der Amphibien, die die Straße überqueren, getötet. Zum Schutz der Tiere werden jedes Jahr Amphibienschutzzäune aufgestellt und von mehr als 150 ehrenamtlichen Froschklauberinnen und Froschklaubern betreut.

Jährliche Meldungen über das Massensterben von Amphibien auf den Straßen und die damit verbundenen Sicherheitsprobleme für Autofahrerinnen und Autofahrer führten bereits vor Jahren zur Zusammenarbeit zwischen Straßenbau und Naturschutz in Salzburg. Bereits seit 2001 wird die Betreuung der Amphibienwanderstrecken an Landes- und Gemeindestraßen von Naturschutzabteilung und Straßenbaureferat des Landes Salzburg gemeinsam mit Mag. Martin Kyek vom Haus der Natur zentral koordiniert. Salzburg nimmt mit dieser Zusammenarbeit zum Schutz der Amphibien eine Vorreiterrolle in Österreich ein.

Zwölf Kilometer Amphibienschutzzäune

Von den Straßenmeistereien des Landes werden jedes Jahr in Zusammenarbeit mit mehr als 150 freiwilligen Helferinnen und Helfern, einigen Gemeinden sowie der Berg- und Naturwacht entlang der für Amphibienwanderungen bekannten Straßenabschnitte rund zwölf Kilometer der grünen Amphibienschutzzäune aufgestellt und betreut. Die Tiere können die Zäune nicht überqueren, werden in Kübeln gesammelt und frühmorgens, manchmal auch abends und nachts, in mühevoller und aufgrund des Verkehrsaufkommens auch gefährlicher Arbeit über die Straße getragen und anschließend wieder freigesetzt.

Jährlich werden so mehr als 25 bedeutende Amphibienwanderstrecken in Salzburg geschützt: 2014 wurden 16 Wanderstrecken im Flachgau, vier im Tennengau, zwei im Lungau und vier im Pinzgau betreut. Drei neue durch die Zaun-Kübel-Methode betreute Wanderstrecken kamen im Jahr 2014 hinzu: am Luginger See (Bergheim), in Faistenau sowie in Kienberg (Neumarkt am Wallersee und Henndorf am Wallersee). Diese werden auch 2015 wieder betreut. An zwei weiteren Wanderstrecken in der Stadt Salzburg (Sinnhubstraße, Kreuzbergpromenade) kann kein Amphibienschutzzaun aufgestellt werden, daher müssen die Tiere am Abend von Hand eingesammelt werden.

Auch dauerhafte Schutzanlagen errichtet

Neben den durch die Zaun-Kübel-Methode und zwei durch Handaufsammlung betreuten Wanderstrecken wurden in den vergangenen Jahren an 14 Salzburger Wanderstrecken dauerhafte Schutzanlangen errichtet. Diese dauerhaften Tunnelleitanlagen haben den großen Vorteil, dass sie alle über das Jahr wandernden Amphibien und natürlich auch alle anderen am Boden lebenden Kleintiere vor dem Verkehr schützen. Sie tragen daher wesentlich zur Erhaltung der Artenvielfalt und dem Biotopverbund bei.

Der Amphibienschutz an Straßen ist nur durch die intensive Zusammenarbeit vieler Beteiligter möglich: Die freiwilligen Froschklauberinnen und Froschklauber, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Straßenmeistereien, der beteiligten Gemeinden sowie der Berg- und Naturwacht setzen sich alljährlich in unzähligen Stunden für die Amphibien im Bundesland ein und tragen so zu ihrer Erhaltung bei. Die Naturschutzabteilung ersucht darum, auch 2015 wieder bei dieser wichtigen Artenschutzarbeit mitzuwirken. Die Autofahrerinnen und Autofahrer werden ersucht, im Bereich der Schutzräume rücksichtsvoll zu fahren.

Weitere Freiwillige für die Betreuung gesucht

Da immer wieder neue Amphibienwanderstrecken hinzukommen, werden weitere Froschklauberinnen und Froschklauber gesucht. Interessierte können sich bei Mag. Maria Jerabek, Abteilung Natur- und Umweltschutz und Gewerbe, unter der Telefonnummer 0662/8042-5509, per E-Mail: maria.jerabek@salzburg.gv.at oder bei Mag. Martin Kyek, Haus der Natur, unter der Telefonnummer 0662/842653-3316, E-Mail: martin.kyek@hausdernatur.at melden.

Autor:

Bezirksblätter Web TV aus Salzburg-Stadt

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