Jetzt kommt Frank!

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Ich unterhalte mich gerne mit Millionären, weil das stets anregend und meistens amüsant ist. Einige gaben mir dazu schon Gelegenheit, Frank ist noch nicht dabei gewesen. Immerhin war er heute einmal zum Greifen nahe.

Das ist schon recht interessant, weil es eine genauere Vorstellung vermittelt, wie sich jemand inszeniert. Glauben Sie, ein Mann wie Frank Stronach, Frank Polzler oder Werner Frömmel ließe sich von Außenstehenden in seine Karten schauen? Lächerlich! Auf keinen Fall.

Ich bestaune seine fast rührende Sentimentalität gegenüber Weiz, die sich nicht in Gesichtsbädern ausdrückt, sondern in konkreten Investitionen. Ich war heute dabei, wie er dem Team der HTBLA in Weiz vor Publikum zusicherte, die „Magna Scholarship for Excellence“ bekomme weitere 250.000,- Euro, verteilt auf fünf Jahre, das sei gesichert.

Derlei darf nicht gering geschätzt werden, wenn man bedenkt, daß der schulische Mittelbedarf für engagierte Projektarbeit im Grunde grenzenlos ist, wo junge Leute zu Ingenieurinnen und Ingenieuren werden sollen, die sich in der Welt bewähren mögen.

Nun ist Weiz eine Insel der Sozialdemokratie in einem Ozean der agrarischen Welt, also vielfach christlichsozial dominierter Gemeinden. Vor diesem Hintergrund erscheint es mir zum Schenkelklopfen amüsant, daß rote Stadtprominenz dem Unternehmer applaudiert, wenn er wörtlich sagt: „Die Gewerkschaft macht keine Arbeitsplätze und die Regierung auch nicht.“

Es klingt auch recht fesch, wenn Stronach salopp sagt, die Wirtschaft sei einfach, man müsse nur das bessere Produkt zum besseren Preis liefern.

Es ist keineswegs auf der Luft gegriffen, wenn Frank betont, das Management müsse sich täglich den Respekt der Arbeiter holen. Fairness und Transparenz seien dabei maßgeblich.

Ich kenne Firmenbosse, deren Arbeit ich genau so einschätze.

Folgende Prinzipien hob Stronach hervor: Die Gesetze des Landes respektieren. Mit den Arbeitern in Harmonie sein. Ein bißl Profit machen. Die Kundenwünsche erfüllen.

Gut! Gekauft! Auf jeden Fall zum Beispiel von der KWB in St. Margarethen. Von manch anderem Player sicher nicht.

Bei einem globalen Akteur muß ich freilich annehmen, und das kann eigentlich in dieser Branche nicht anders sein, daß dort noch andere Prinzipien hohe Relevanz haben, die in Weiz unerwähnt blieben.

Da wird gewöhnlich viel von steuerschonenden Verfahren gewußt, man muß sich gegebenenfalls auch darauf verstehen, seine Konkurrenten, nein: "Mitbewerber", in den Graben zu schicken.

Die Arbeiterbewegung ist dabei meist bloß eine historische Kategorie. Aber wer würde heute in der Sozialdemokratie etwa an Kolo Wallisch Maß nehmen? Christian Faul scheint ein Maß der Dinge zu sein.

Netzwerken und alle Arten von Lobbying zugunsten des eigenen Hauses gehören zum Geschäft. Das heißt auch, Kontakte in die Spitzenpolitik entwickeln. Oder meinen Sie, Stronach hatte einst so prägnante Ex-Spitzenpolitiker Österreichs an Bord geholt, weil die bei diesem und jenem so superkompetent sind? Dann wäre das Land ja nicht in einem derart bedenklichen Zustand, wie es Stronach heute -- als angehender Politiker -- laut und detailreich darstellt.

Nein, reden Sie mit Unternehmern, Netzwerkerei ist extrem wichtig fürs Geschäft. Wenn ich solche Netzwerkerei in Parlamentsclubs und Ministerien hinein verzweigen kann, schadet das einem Unternehmen nicht so bald.

Es würde mich wundern, wenn Firmenbosse genau DAS einem "Gesetz der Transparenz" unterwerfen wollten.

Schauen wir also, was die nahe Zukunft bringt, wie sich dabei Denken, Reden und Tun von Frank Stronach zueinander verhalten mögen. Das wäre ja ein praktisches Kriterium für Redlichkeit.

Einige Fakten zur Veranstaltung; von Anne Grabenhofer: [link]

Die HTBLA im Web: http://www.htbla-weiz.ac.at/

Wo: HTBLA Weiz, Doktor-Karl-Widdmann-Straße 40, 8160 Weiz auf Karte anzeigen
Autor:

martin krusche aus Weiz

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