Für alle mit Spieltrieb

- hochgeladen von Elisabeth Pötler
Vier Tester, die aufs Ganze gehen, und drei Spiele: Die WOCHE und Ludovico luden zum Spiele-Test.
Es ist ein Kontrastprogramm: Statt Bilderflut und Geräuschkulisse von Smartphone, Laptop, und Fernseher gibt es Spielbrett, Holzfiguren und Kärtchen sowie Gelächter und Gefluche von den Mitspielern. Und: Auch wenn man blitzschnell Handeln muss, ist das Ergebnis eine Entschleunigung, man wird präsent in den Moment geholt. Klassische Gesellschaftsspiele standen am Programm beim Spieletest, zu dem die WOCHE und der Spieleverleih Ludovico in die Räume der Ludothek lud. Umgeben von rund 2600 Spielen und gut beraten von den Experten vor Ort konnten unsere Tester dabei ihrem Spieltrieb freien Lauf lassen. Denn: Die Osterferien eignen sich nicht nur gut zum Eier suchen sondern auch zum Eier werfen (siehe rechts), fanden diese.
Experimentierfreudig
Unsere Spieltester haben sich und das Material nicht geschont: Der Spielpädagoge Michael Kienreich (36), sein 11-jährige Neffe Niko Fritz, die Pädagogin Patrissa Pilgram (28) und der Chemie-Student Frank Thomas (20) haben gebaut, erobert und gejagt.
Auf den Tisch kamen das brandneue Strategiespiel „Norderwind“, das soeben erschiene Geschicklichkeitsspiel „Raben Stapeln“ für kleinere Kinder und das Actionspiel „Eiertanz“. Die Ergebnisse lesen sie hier.
„Eiertanz“: Für agile Jäger und Sammler
Ruhe?! Die gibt es hier nicht: Patrissa hoppelt mit einem Ei zwischen den Knien um den Tisch, danach wollen alle das nächste runde gelbe Ding in der Luft erwischen. Es heißt: schauen, werfen, laufen … Die Basis: Zwei Würfel und einige Spiel-Eier, die gesamelt werden sollen. Ein Würfel sagt, was man machen muss, um ein Ei zu gewinnen: Zum Beispiel als erstes „Put, put, put“ rufen oder eben um den Tisch laufen… Der zweite Würfel sagt, wo man das gewonnene Ei „aufbewahren“ muss – und zwar eingezwickt mit Hilfe seiner Gliedmaßen, also etwa unter der Achsel, dem Kinn oder zwischen den Oberschenkeln. Weiter Spiel-Aktionen können heiter werden… Gefragt sind Reaktionsvermögen und Geschicklichkeit. Sobald ein Ei zu Boden fällt, ist das Spiel aus. Wer die meisten Eier hat, gewinnt.
Das gefällt: Vom 10- bis zum 36-Jährigen haben sich alle – auch über sich selbst – prächtig amüsiert. Ein leicht verständliches und kurzweiliges Action-Spiel für die ganze Familie.
Das gefällt weniger: Die Eier könnten etwas weicher sein, was das „Einquetschen“ und Werfen angenehmer machen würde.
Spannung & Action: 5 von 5 Punkten
Spaß: 5 von 5 Punkten
Lerneffekt: 3 von 5 Punkten
„Eiertanz“, Verlag: Haba, ab 5 Jahren, für 2-4 Spieler. Dauer: ca 10 - 15 Minuten.
„Norderwind“: für geduldige Strategen auf hoher See
Gegen Piraten kämpfen, Goldstücke anhäufen, Handelsgüter tauschen und in einigen Häfen vor Anker gehen: Dieses Strategie-Spiel verlangt Geduld und etwas Zeit – auch um den Spielablauf kennenzulernen. Die Spieler können viele Aktionen setzen – abhängig von ihrer Strategie und dem Zufall in Form von gezogenen Spielkärtchen. Michael kauft sich eine zweite Kanone für das Zusammentreffen mit Piraten, dafür rüstet Patrissa ihr Schiff mit einem stärkeren Segel auf, was ihr mehrere Spielzüge pro Runde erlaubt.
Das gefällt: Eine Mischung aus Strategie- und Glücksspiel. Die Materialien sind fantasievoll gestaltet.
Das gefällt weniger: Das Spiel braucht – zumindest beim ersten Mal etwas, bis es in Fahrt kommt und war dem jüngsten Tester etwas zu langatmig. Die etwas älteren Herren waren hingegen sehr begeistert. Fazit: Eher ein Spiel für erfahrene Spieler.
Spannung & Action: 3 von 5 Punkten
Spaß: 3 von 5 Punkten
Lerneffekt: 5 von 5 Punkten
„Norderwind“, Verlag: Kosmos, ab 10 Jahren, für 2-4 Spieler, Verlag: Dauer: mind. 45 Minuten.
„Raben stapeln“: für Baumeister mit Fingerspitzengefühl
Sich konzentrieren, kurz die Luft anhalten und ja nicht am Tisch anstoßen: Bei diesem Spiel sind Baumeister mit ruhiger Hand gefragt. Was zu tun ist? Kreise, Sterne, Raben und andere bunte Holzteile gilt es möglichst hoch übereinander zu stapeln. Ein Würfel zeigt die Farbe an, die das nächste Stück haben muss. Der Joker: Die schwarzen Vögel kann immer einsetzen.
Es gibt mehrere Spielvarianten in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden: So kann man die Farbe der Teile berücksichtigen, als „Basis“ nur einen oder mehrere Teile verwenden. Somit ist das Spiel auch für die ganz Kleinen geeignet.
Das gefällt: Die Teile sind liebevoll gestaltet. Kinder (und Erwachsene...) können ihre Feinmotorik trainieren. Und: Man kann die Regeln nach den eigenen Spielwünschen adaptieren.
Das gefällt weniger: Die Anleitung ist etwas ungenau und lässt viel Interpretationsraum.
Spannung & Action: 4 von 5 Punkten
Spaß: 4 von 5 Punkten
Lerneffekt: 4 von 5 Punkten
„Raben stapeln“, Verlag: Drei
Hasen in der Abendsonne,
ab 3 Jahren, ab 1 Spieler,
Dauer: 10 - 15 Minuten.
Würfel, Karten, Figuren und mehr
Der Spieleverleih „Ludovico“ bietet Spiele zum Ausleihen und vor Ort spielen. Man wählt aus:
2600 Gesellschaftsspielen von Brett- bis Karten, Strategie- bis Geschicklichkeitsspielen sowie
150 Bildschirmspielen für
Spielkonsolen und Computer.
Der Ablauf: Um die Spiele zu entlehnen, braucht man einen Entlehnausweis (8 Euro, Lichtbildausweis mitnehmen) eine Entlehnung für zwei Wochen kostet 2 Euro. Vor Ort spielt man gratis.
Öffnungszeiten: Mo-Fr 15-19 Uhr, zudem: Mo + Do bis 21 Uhr und Di 10-13 Uhr, Sa: 10-13 Uhr. In den Osterferien: Mo 10-21 Uhr, Di: 10-13
& 15-19 Uhr, Mi & Fr: 13.30-19 Uhr, Do 13.30-21 Uhr, Sa: 10-13 Uhr.
Ludovico: Karmeliterplatz 2,
Tel. 0316/90 370 251



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