Leserbrief Kraftwerk Gössendorf

Sehr geehrter Hr. Voves, sehr geehrter Hr. Purrer,
in der Zeitschrift meine Woche „Graz Umgebung Süd“ vom 3. Oktober wurde der Artikel "Die Turbine dreht sich" zum Kraftwerk Gössendorf veröffentlich.

Mein Kommentar zu Ihren Worten:

1. Voves Worte . . ."wir werden keinen Standort auslassen" . . .

Dazu möchte ich nur sagen – die Mur hat Ihren Beitrag zur Stromversorgung in der Steiermark bereits ausreichend geleistet.
Denken auch Sie in wirklichen Alternativen und lassen Sie sich die Steiermark von der landeseigenen ESTAG nicht in eine naturzerstörte und betonierte Flusszukunft führen.
Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass zwischen Leoben und Spielfeld praktisch nur mehr ein paar km frei fließende Mur übrig sein werden nach dem geplanten Vollausbau?
Was sagen Sie der jungen Generation, die einmal fragen wird: "Wieso haben Sie diese Naturzerstörung mitgetragen? Warum haben Sie nicht auf wirkliche Alternativen gesetzt, ohne unsere sowieso bereits in Übermaß für die Wasserkraft genutzten Flüsse weiter zu Betonseen auszubauen?"

2. Purrers Aussage . . . „Das Kraftwerk setzt in Sachen Ökologie europaweit höchste Standards: Mehr als 15 Millionen Euro wurden für rund 100 ökologische Ausgleichsmaßnahmen aufgewendet.“ . . .

Die Aussage, dass dieses Kraftwerk europaweit höchste Standards in Sachen Ökologie setzt ist nur die halbe Wahrheit!
Wenn Sie schon solche Jubelmeldungen veröffentlichen, dann bitte auch die ganze Wahrheit.
Sagen Sie der Bevölkerung ganz klar, dass keines der geplanten neuen Murkraftwerke die neue EU Wasserrahmen–Richtlinie erfüllt und diese Kraftwerke nur über die durch den österreichischen Gesetzgeber selbstherrlich geschaffene Ausnahmeregelung des § 104 „Öffentliches Interesse“ in einer UVP überhaupt genehmigungsfähig sind und waren.
Somit ist es nicht möglich, dass dieses Kraftwerk europaweit höchste Standards in Sachen Ökologie setzt, weil dann würden dieses Kraftwerk ohne diese Ausnahmeregelung vollinhaltlich nach der WRRL genehmigungsfähig sein.
Die UVP Ergebnisse für Kalsdorf, Gössendorf sowie auch das für Graz Puntigam sprechen eine deutliche Sprache. In allen Fällen wird die Wasserqualität verschlechtert und daher ist eine Genehmigung nach der WRRL eigentlich nicht möglich.
(Das dies durch ein Kraftwerk nach heutiger Bauweise immer so ist, versteht übrigens jede Hausfrau ohne ein UVP Verfahren).

Fragen: Wie wird das öffentliche Interesse an diese Ausbau überhaupt nachgewiesen? Gibt es entsprechende Unterschriften, Bürgerbefragungen im großen Umfang oder wie erfolgt das? Ist es vielleicht eine reine Willkürentscheidung durch die Politik und den Antragsteller?

Ich habe auf jeden Fall die EU–Umweltbehörde DG_ Environment zu diesem Thema in Österreich eingeschaltet und man prüft zurzeit die gängige Praxis der Umsetzung dieser WRRL in Österreich und ob hier nicht die Ausnahme zu einer Regel gemacht wird!

Mit freundlichen Grüßen,

Paul Matt

Autor:

Elisabeth Kranabetter aus Graz-Umgebung

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