Grazer Türöffner für die ganze Welt: Businesslunch mit Martin Pansy von Nuki

Spannendes Gespräch über ein nachrüstbares Funk-Türschloss: Nuki-Gründer Martin Pansy (r.) und Redakteur Christoph Hofer
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Es sind Momente, die jeder kennt: Man verlässt Wohnung oder Haus, und nur wenige Sekunden später macht sich Unsicherheit breit, ob die Tür auch wirklich zugesperrt wurde. Mit dem Einsatz von Nuki, einem intelligenten, nachrüstbaren Türschloss, sollen diese Probleme der Vergangenheit angehören, wie Gründer Martin Pansy der WOCHE erzählt.

WOCHE: Sie vertreiben Türschlösser, die mit dem Smartphone aufgemacht werden können? Wie kam es zur Idee?
Martin Pansy: Mit der Gründung des Multimedia-Unternehmens "Up to Eleven" im Jahr 2012 verfolgten mein Bruder Jürgen und ich das Ziel, neuartige Produkte in globalen Nischen zu platzieren. Die Entwicklung eines Funk-Türschlosses hat dann zwei Jahre später unsere Ansprüche erfüllt.

Warum waren Sie gerade von dieser Innovation überzeugt?
Der Trend zur intelligenten Steuerung von Haushaltsgeräten war 2014 bereits abzusehen. Alles kann man im Smart Home miteinander verbinden, nur für den Zutritt zum Eigenheim gab es keine überzeugende Lösung. Da haben wir mit Nuki angesetzt.

Wie funktioniert das Gerät?
Das Nuki Smart Lock wird an der Innenseite der Tür am bestehenden Schließzylinder befestigt. Das Gerät dreht den Schlüssel an der Türinnenseite dann, wenn der Bewohner es möchte. Möglich ist das händisch oder über unsere Smartphone-App.

Welche Vorteile bringen diese Möglichkeiten mit sich?
In erster Linie ist es nicht mehr nötig, den Schlüssel in der Tasche dabei zu haben. Somit geht er viel schwerer verloren, was die Kosten für das Einsetzen eines neuen Schlosses ersparen würde. Außerdem kann man bis zu 100 digitale Zutrittsberechtigungen erteilen, so können auch Verwandte leicht in die Wohnung oder ins Haus kommen.

Kann die Tür aus der Ferne geöffnet und geschlossen werden?
Das ist mittels "Nuki Bridge" möglich: Via einer Smartphone-App kann man den Schließvorgang dann von jeder Örtlichkeit aus steuern.

Wer sind Ihre Hauptzielgruppen?
Grundsätzlich Privatanwender, dazu kommt der Tourismusbereich, die Logistik mit Paketlieferung nach Hause sowie der Pflegebereich, wo das Personal in Notsituationen leichter Zugang erhalten kann. Durch ein Protokoll, das über die App mitgeführt wird, wissen auch Angehörige, wer das Eigenheim betreten hat.

Wie kann die missbräuliche Verwendung ausgeschlossen werden?
Einerseits ist die Hardware-Sicherheit insofern gegeben, als Nuki an der Türinnenseite angebracht wird, der Sicherheitsgrad der Tür bleibt also aufrecht. Andererseits ist es im Bereich der Software schwer, die Verschlüsselung zu knacken, da immer nur Fragmente empfangen werden können.

Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter konnten Sie 385.000 Euro lukrieren. Die Basis für den heutigen Erfolg?

Natürlich war das nicht unwichtig. In erster Linie haben wir die Kampagne aber gemacht, um ehrliches Feedback zu unserer Idee zu erhalten. Das bekommst du nur, wenn Leute für etwas zahlen müssen.

Vor kurzem wurde die Kooperation mit dem Zimmervermittler Airbnb bekannt gegeben.
Das System ist simpel: Der Airbnb-Gast erhält einen Code, der das Türschloss für die Aufenthaltsdauer öffnet. Die Schlüsselübergabe fällt somit weg.

Ihr Kernmarkt befindet sich in Europa. Bleibt das auch so?
Wir haben bewusst im deutschsprachigen Bereich begonnen, um uns in einem Kernmarkt zu festigen. Das Ziel ist, europäischer Marktführer in den großen Ländern zu werden, weitere Expansionsschritte sind aber natürlich angedacht.

Infos zu Martin Pansy

Geboren am 12. Jänner 1982 in Hartberg
Ist für das Studium der Betriebswirtschaft nach Graz gekommen, wo er auch heute noch wohnt.
Nach der Studienzeit hat er für einige Zeit in Großbritannien und den Vereinigten Staaten gelebt.
Im Jahr 2005 hat Pansy bei sms.at, einem Urgestein der der heimischen Internetzszene, begonnen.
Dort hat er 2008 die Geschäftsführung übernommen.
Nach der Übernahme von sms.at durch eine italienische Gruppe kauften Pansy und sein Bruder Jürgen die Anteile im Jahr 2012 zurück, diese wurden dann in das Unternehmen "Up to Eleven", das heute auch an Nuki beteiligt ist, eingebracht.
Bei Nuki fungiert Pansy als Geschäftsführer.
In seiner Freizeit verbringt er Zeit mit seiner Familie, zu der zwei kleine Kinder gehören.
Wenn es sich ausgeht, ist er am Tennisplatz zu finden. "Früher habe ich auch Landesliga gespielt."
Geschäftlich ist er sehr häufig in ganz Europa unterwegs, "wir wollen ja neue Märkte erschließen."
In die Rolle eines Geschäftsführers wächst man laut Pansy hinein. "Man sollte Eigenantrieb und genügend Motivation mitbringen, internationales Denken ist wichtig."
In Graz möchte er weiterhin wohnen, da die Stadt für ihn die optimale Größe hat und man sehr schnell im Grünen ist.

Infos zu Nuki Home Solutions 

Als ein Projekt von Company Builder "Up to Eleven" wurde Nuki im Jahr 2014 gegründet.
Als Geschäftsführer fungiert heute Martin Pansy, auch sein Bruder Jürgen ist mit an Bord. Insgesamt hat Nuki rund 30 Mitarbeiter.
Ursprünglich sollte das Start-up Noki (frei übersetzt: no key, kein Schlüssel) heißen. Aufgrund der Ähnlichkeit zum Handyhersteller Nokia, der eine Klagsdrohung lancierte, erfolgte die Umbenennung in Nuki.
Produkte: Nuki Smart Lock, das Basisgerät: Wird an der Innenseite der Tür angebracht. Nuki Bridge, Steuerung mit der Smartphone-App aus der Ferne, Nuki Fob, ein Bluetooth-Schlüsselanhänger und Nuki Box, einsetzbar bei Mehrparteienhäusern: Die Box macht aus der Gegensprechanlage ein smartes Türschloss.
Standort: Münzgrabenstraße 92/4, contact@nuki.io
Web: https://nuki.io

Gast & Wirtschaft: das Müller

Adresse: Münzgrabenstraße 32, 8010 Graz
Telefon: 0316/81 05 24
Facebook: www.facebook.com/Kaffeebar-das-Müller-1644416555775408
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr.
Beschreibung: Seit drei Jahren kann man in der Kaffeebar das Müller unweit der Grazer Innenstadt frühstücken, zu Mittag essen und den Nachmittag gemütlich ausklingen lassen. Zur reichhaltigen Getränkekarte gibt es ein tägliches wechselndes Mittagsmenü, Snacks und eine eigene Burgerkarte.
Das Essen: Martin Pansy wählte den Haus Burger mit Faschiertem, Tomatensauce, gebratenem Speck, Käse, Zwiebel und Salat. Dazu wurde eine Portion Pommes serviert. Redakteur Christoph Hofer entschied sich für das Tagesmenü, bestehend aus Zucchini gefüllt mit Couscous, Paprika und Schafskäse.
Die WOCHE meint: In der Kaffeebar das Müller kann man in sehr angenehmem Ambiente speisen: Sowohl der Burger als auch die gefüllten Zucchini schmeckten ausgezeichnet. Für den Kaffee blieb zwar keine Zeit mehr, das wird aber beim nächsten Mal nachgeholt.

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