16.11.2016, 14:05 Uhr

Zwei zauberhafte Meister im Next Liberty

Auf der Bühne spielen Michael Großschädl (l.) und Christoph Steiner gerne zusammen. Auch abseits sind die beiden gut befreundet und treffen sich öfter zum Fußball spielen. (Foto: geopho.com)

Die Grazer Michael Großschädl und Christoph Steiner spielen seit 13. November den Zauberlehrling und seinen Besen. Ab Jänner sind sie in den Hauptrollen von "Patricks Trick" zu sehen.

"Er ist österreichischer Poetry-Slam-Meister, ich bin der Zaubermeister. Hier sitzen also zwei Meister vor dir", scherzt Michael Großschädl gleich zu Beginn des Gesprächs. Der "Zauberlehrling", in dem der 29-jährige Grazer die Hauptrolle spielt, feierte am 13. November Premiere in der Oper.

Magische Vorstellung

"Wir haben gleich Standing Ovations bekommen, das war ein Wahnsinnsgefühl", freut sich Christoph Steiner bereits über den anfänglichen Erfolg des Stücks. Verantwortlich für die Euphorie des Publikums dürften wohl auch die Zaubertricks sein, die live vorgeführt werden. "Wir wurden dafür speziell von einem wirklichen Zauberer unterrichtet. Manchmal wundere ich mich selbst noch, wenn auf einmal jemand eine Person verschwinden lässt, einfach so, und nicht etwa durch ein Loch im Boden", sagt Steiner, der den Besen im Stück mimt. "Ich fege quasi über die Bühne", fügt der 25-Jährige lachend hinzu.

Vom Zuschauer zum Darsteller

Während Steiner bereits seit "Emil und die Detektive" fester Bestandteil im Next-Liberty-Ensemble ist, hat es seinen Kollegen Michael Großschädl erst mit der aktuellen Spielsaison 2016/17 aus dem hohen deutschen Norden (er war mehrere Jahre am Rheinischen Landestheater Neuss engagiert) in seine Heimatstadt Graz zurückverschlagen.
"Ich kann mich noch erinnern, wie ich selbst als Kind ‚Tom Sawyer‘ oder ‚Pinocchio‘ in der Grazer Oper gesehen habe und beeindruckt war. Und jetzt in der Titelrolle selbst da oben stehen zu dürfen und unten die Kinder zu sehen, die so sind wie ich vor 25 Jahren, das ist eine große Freude und Ehre", so Großschädl. "Und dann noch in der eigenen Stadt, das ist schon etwas Besonderes." Der Spaß an ihrem Job ist den beiden anzuhören. Doch trotz all dem Schmäh und Witz, den die beiden versprühen, können sie sich durchaus auch von ihrer nachdenklichen Seite zeigen. Vor allem in Vorbereitung auf ihr gemeinsames Stück "Patricks Trick", das am 12. Jänner 2017 Premiere im Next Liberty hat, müssen sie in sich gehen.

Hart, aber zumutbar

Großschädl und Steiner spielen darin den elfjährigen Patrick sowie seinen noch ungeborenen Bruder, der an Trisomie 21 leidet. "Es geht um die Frage, was überhaupt normal oder anormal ist und was behindert bedeutet. Ich finde es wichtig, solche Themen im Theater zu behandeln", meint Großschädl. "Und genau solche Themen muss man Kindern und Jugendlichen auch zutrauen", stimmt ihm Steiner zu. Egal, ob ein Lachen oder eine runterkullernde Träne – Emotionen in den Zusehern zu wecken, das ist das Credo der beiden. "Seinen Gefühlen einfach mal freien Lauf lassen zu können, das ist doch das Schöne."
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