11.10.2017, 16:26 Uhr

Viel Energie für eine sonnige Zukunft – Businesslunch mit SOLID

Wahres "Gaumenkino": Christian Holter (l.) und Redakteurin Verena Schaupp im Lokal von Ernst Preininger (M.) in der Gartengasse. (Foto: D. Oberkofler)

Christian Holter von "Solid" erklärt, wie man Wohnbauten auf heimische Tropentage vorbereiten kann.

Seit 25 Jahren gilt "Solid" als Pionier in der Arbeit mit Sonnenenergie. Zum Jubiläum baten wir Geschäftsführer Christian Holter zum WOCHE-Businesslunch.

WOCHE: Wie sind Sie so früh auf den richtigen Energiezug aufgesprungen?
C. Holter: Ich bin Biologe, habe privat ein Haus hergerichtet und mir Alternativen angeschaut. Die Biomasse und Solarenergie war damals ganz am Anfang. Mein Haus war ein Pilotprojekt, daraus wurde ein Forschungsprojekt. So entstand die Firmenidee. Wir sahen, dass Solarwärme auch in Fernwärmenetzen brauchbar ist. Vom Privatbereich gingen wir in die Industrie. Die ersten acht Jahre war unser Fokus Österreich, dann kamen Auslandsanfragen.

Deutschland, Schweden, Italien waren nur die Anfänge.
International sind wir besonders zwischen 2000 und 2010 gewachsen. Unsere Projekte umfassten die Olympischen Spiele in China, die Harvard University, Produktionshallen für Pepsi Cola in Amerika, kürzlich haben wir begonnen, ein Krankenhaus in Nicaragua auf Solarenergie umzustellen.

Wie kommt man an solche Mega-Projekte?
Über Mundpropaganda oder Österreicher vor Ort, die an heimische Firmen denken.

Fahren Sie im Vorhinein zu allen Projektpartnern?

Man muss hinfahren, um die Bedürfnisse der Kunden festzustellen: Will er Wärme, Warmwasser oder Klimatisieren? Im Gesundheitsbereich wissen wir auch in zehn Jahren, was gebraucht wird. In der Industrie ist hohe Flexibilität gefragt, die ganze Warmwassererzeugung ändert sich. Die alten Kraftwerke braucht man viel weniger, nur erzeugen die ja nicht nur Strom, sondern auch Wärme. Das fällt dann weg. Wo kommt also die Wärme für Städte her? Diese Marktnischen tun sich auf und sind wichtige Zukunftspfeiler.

Stichwort Energiewende – ist das die Lösung?
Die Energiepolitik in vielen Ländern ist so unterschiedlich. Durch Fracking hat die USA viel Öl, Gas wird billig, in Asien sind die Preise hingegen doppelt so hoch. Die Wirtschafts- und Energiepolitik beeinflusst den Markt für Solarenergie. Österreich hat einen hohen Standard bei erneuerbaren Energien. Die Selbstbaugruppen vor 30 Jahren waren der Auslöser, sodass Österreich heute im Solar Know-how ganz oben steht.

Mit Ihnen an der Spitze.
Wir haben Projekte in Nicaragua, Jamaika, China, Singapur, Abu-Dhabi, Portugal, Deutschland, den USA, und in Summe 30 Mal die größte Solaranlage eines Landes eröffnet. Darauf sind wir stolz.

Wo werken Sie in Graz?
Auf der Chemie-Uni gibt es etwa Kollektoren, die im Winter heizen, das ganze Jahr Warmwasser für das Studentenheim gegenüber produzieren und im Sommer die Labors kühlen. In Österreich nehmen die Tropentage massiv zu. Vor zehn Jahren wollte man im Wohnbau intelligent bauen und keine Kühlung verwenden. Heute sollten neu gebaute Wohn- und Geschäftsbauten klimaadaptiv Kühlungssysteme mitbeinhalten, sonst kommt es später zu teuren Umbauten.

Was wünschen Sie sich für die Energiezukunft?

Proaktives Handeln der Politik. Die Umstellungsgeschwindigkeit ist das Problem. Wenn wir den Energieverbrauch eines durchschnittlichen Österreichers umrechnen auf Ein-Liter-Flaschen Öl, braucht jeder zwei Flaschen pro Tag für Strom, drei Flaschen für Mobilität und fünf Flaschen Öl für Wärme. Es braucht technologische Maßnahmen und Bewusstseinsbildung.


Das ist die Firma SOLID

Spezialisiert auf sämtliche Anwendungsgebiete für thermische Großsolaranlagen. SOLID plant, baut, liefert und montiert weltweit Großsolaranlagen für Warmwasserbereitung, Raumheizung, Fernwärmeeinspeisung, solare Prozesswärme und -kälte sowie thermisch angetriebene Kühlmaschinen.
Bietet an: Planung, Anlagenbau und Dienstleistungen, Betrieb (Fernwartung, Instandhaltung), Finanzierung, Forschung & Entwicklung und Beratungsleistungen, somit der weltweit einzige Komplettdienstleister für Solarwärme.
Verschiedenste Projekte von AVL List, Stadtwerke Mürzzuschlag, Friedrich Schiller Studentenheim Graz, Nelly-Sachs-Haus Düsseldorf, Hirtenkloster Graz bis Harvard University, Cambridge und viele, viele mehr.
Standort: Puchstraße 85, 8020 Graz
Tel.: 0316/292840
Web:www.solid.at/de

Steckbrief

Ist Geschäftsführer von SOLID – Gesellschaft für Solarinstallation und Design.
Geboren 1964 in Steyr.
Verheiratet, fünf Kinder.
Vor 25 Jahren, am 22.5.1992, gründeten fünf Gesellschafter, unter ihnen Christian Holter und Franz Radovic, das Unternehmen SOLID.
Franz Radovic ist der zweite Geschäftsführer der Firma.
Die Firma hat 30 Mitarbeiter.
Christian Holter ist studierter Biologe und meint, dass sein damaliges Studium mit dem heutigen Umweltsystemwissenschaftsstudium vergleichbar sei.
Hält international Vorträge an großen Universitäten, wie dem renommierten MIT oder Harvard.
Weltweit hat SOLID etwa 300 Anlagen in Betrieb.
Selbst in Maui ist SOLID mit einem Projekt bei einer Brauerei vertreten.
Die Firma forscht viel, bei der Entwicklung von Sonnenkollektoren etwas gab es viel Input von SOLID an andere Firmen. Holter möchte nicht nur selbst bauen, sondern auch beraten, wo er kann.
Wenn es die Zeit erlaubt, reist Christian Holter sehr gerne. Bei Geschäftsreisen hängt er oft ein paar Tage dran, um Land und Leute kennenzulernen.
Erwartet sich von Politik und Wirtschaft, dass das Thema Energie präsenter wird.

Gaumenkino

Adresse: Gartengasse 28, 8010 Graz
Telefon: 0650/2373177
Web: gaumenkino.at
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 11 bis 18.30 Uhr, Samstag von 9 bis 14 Uhr, Sonntag und Montag geschlossen.
Beschreibung: Das Restaurant von Ernst M. Preininger und Angela Hirmann ist aus dem Projekt "Gemüsewerkstatt" (Produkte von Biobauern aus der Grazer Umgebung wurden mittels Biokistl angeboten) entstanden. Kochabende für kleine Gruppen bis zehn Leute bietet das Gaumenkino an.
Das Essen: Es gibt jeden Tag Suppe, mehrere Hauptspeisen und einen Nachtisch, "solange was da ist" – so das Motto. Die Hauptzutaten sind das ganze Jahr regional und saisonal gehalten. Christian Holter entschied sich für die gratinierte Kürbis-Maispalatschinken-Lasagne mit geschmolzenen Paradeisern, Verena Schaupp für einen Endiviensalat mit warmen Erdäpfeln, Schafskäse und Bio-Speck.
Die WOCHE meint: Freundlich, frisch, günstig, g’schmackig – überzeugen Sie sich selbst von der regionalen Qualität im "Gaumenkino". Jeden Tag warten neue Köstlichkeiten auf der Speisekarte, uns hat’s geschmeckt.
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