Naturfreunde & Alpenverein
Warum alpine Vereine in der Region so wichtig sind
- Gemeinsam wurde im Juni der Hohe Dachstein erklommen.
- Foto: AV Grieskirchen
- hochgeladen von Cornelia Karrer
Bergsport als Hype? Alpine Vereine aus der Region über Mitgliederzahlen, Unfälle und Social Media.
GRIESKIRCHEN, EFERDING. In letzter Zeit werden Meldungen zu alpinen Unfällen immer häufiger. Gerade Abstürze und Lawinenverschüttungen enden oft in einer Trägodie. „Jeder alpine Verein steht hier in der Verantwortung. Es ist nicht nur die richtige Ausrüstung wichtig, sondern auch, wie man damit umgeht“, zeigt sich Stefan Brandner, Obmann der Naturfreunde Eferding, überzeugt. Häufige Anfängerfehler seien laut ihm das überschätzte Eigenkönnen und die fehlende Information über das Wetter und die Tour. In Grieskirchen wird versucht, bereits den Kindern und Jugendlichen die Risiken näherzubringen.
„Wenn unfallvermeidendes Verhalten bereits in die Routine eintrainiert wird, ist man am besten Weg, unfallfrei unterwegs zu sein. Ein Beispiel dafür ist der Partnercheck beim Einstieg jeder Klettertour“
, erklärt Stefan Brakspear-Mair, Obmann des Alpenvereins Grieskirchen. Wichtig sei auch, geplante Vorhaben mit einer dritten, erfahrenen Person abzugleichen. „Dabei ist es wichtig, dass ein gewisses Vertrauensverhältnis besteht und man sich gegenseitig einschätzen kann“, so Brakspear-Mair.
Selfie statt Handschlag
Der Alpenverein-Obmann hat das Gefühl, dass immer mehr junge Menschen in den Bergen unterwegs sind. Das läge an Social Media. „Mit schönen Bildern einer gelungenen Tour kann man sich auch sehr gut präsentieren. Das Gipfelselfie ist unter Jungen sehr viel wahrscheinlicher als der gute alte 'Berg Heil – Handshake'“, sagt Brakspear-Mair.
„Nur kleiner Teil ist aktiv“
Die Mitgliederanzahl der Naturfreunde Eferding zeigt sich mit rund 140 relativ konstant. Vor kurzem hat sich die Ortsgruppe Aschach aufgelöst, die Mitglieder wechselten nach Eferding. Was Brandner auffällt: „Der Altersdurchschnitt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt.“ In Grieskirchen verzeichnet man einen Anstieg der Mitglieder. Ende 2025 habe der Alpenverein die 1.000er-Grenze überschritten, berichtet Obmann Brakspear-Mair. „Leider kenne ich nur einen Bruchteil dieser 1.000 Mitglieder. Nur ein kleiner Teil nimmt aktiv bei Veranstaltungen teil und noch ein kleinerer Teil bringt sich in der Vereinsarbeit ein.“ Da sieht er einiges an Arbeit in den nächsten Jahren.
Klettern, Snowboard & Co.
Um die Zukunft der Vereine abzusichern, braucht es vor allem Nachwuchsarbeit: Das machen die Naturfreunde zum Beispiel mit Familienwanderungen und Snowboardkursen, der Alpenverein mit einer eigenen Gruppe, die gemeinsam klettert, wandert, und vieles mehr.
Hoch hinaus im Jahr 2026
Aber auch für die Erwachsenen gibt es in diesem Jahr viel Programm: bei den Naturfreunden kann man sich zum Beispiel auf ein Wintersportwochenende in Gosau und das jährliche Eisstock-Turnier freuen. Der Alpenverein erstellt in den nächsten Wochen den Tourenplan für Frühling und Sommer, eine Hochtour und ein Kletterwochenende sind bereits Fixpunkte 2026.
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