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Erfolgreich in Pöllau
Diese Gewerbe sind seit 400 Jahren im Geschäft

Seit 2018 führt Karin Hierzer gemeinsam mit Armin Uitz die gleichnamige Bäckerei in der Orthenhofenstraße, deren Ursprünge bis 1586 zurückreichen. | Foto: Jeitler
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  • Seit 2018 führt Karin Hierzer gemeinsam mit Armin Uitz die gleichnamige Bäckerei in der Orthenhofenstraße, deren Ursprünge bis 1586 zurückreichen.
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Drei Traditionsbetriebe in Pöllau blicken auf eine Geschichte, die noch vor dem Bau des Schlosses begann.

PÖLLAU. „Das merkwürdigste im Markte Pöllau ist jedoch das Schloß samt der damit verbundenen Kirche, welche zusammen den Marktplatz im Norden begränzen “, merkte der spätere Professor und Direktor am Joanneum Graz, Georg Göth, in seiner „Beschreibung steiermärkischer Schlösser und Burgen“ aus dem Jahr 1855 an – Umlaut „ä“ in "begränzen" inklusive.

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Und tatsächlich ist dieses „merkwürdige“ Gebäude im Zentrum von Pöllau nicht nur bis heute als Tourismusmagnet ein Wirtschaftsfaktor, sondern war schon zu einer Zeit, als an der Stelle des heutigen Steirischen Petersdoms eine kleine Wasserburg im Besitz der Herren und Grafen von Stubenberg stand, der Dreh- und Angelpunkt des Lebens im Tal. Selbst die Besiedelung des Marktes orientierte sich an diesem einen Ausgangspunkt.

Der Einband ist Programm: erstmals werden alle Katastralgemeinden Pöllaus historisch aufgearbeitet. | Foto: Jeitler
  • Der Einband ist Programm: erstmals werden alle Katastralgemeinden Pöllaus historisch aufgearbeitet.
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800 Seiten tief in die Geschichte springen

Von all diesen Jahrhunderten des Lebens, Liebens und Wirtschaftens seit der ersten urkundlichen Erwähnung von Pöllau 1167 in einer Urkunde des Salzburger Erzbischofs Eberhart handelt die neue Pöllauer Ortschronik. 

Historiker Gottfried Allmer, Korrespondent der Historischen Landeskommission Steiermark, hat mit der neuen Ortschronik ein umfassendes Dokument geschaffen, das auf beeindruckenden 800 Seiten die Vergangenheit der Marktgemeinde und ihrer Katastralgemeinden beleuchtet.

Das Werk zeichnet nicht nur die großen Linien der Pöllauer Geschichte nach, sondern bietet mit einem detaillierten historischen Häuserverzeichnis auch einen einzigartigen Einblick in das Leben der Menschen, die diese Region geprägt haben.

Damit setzt die Chronik neue Maßstäbe in der Aufarbeitung lokaler Geschichte und macht sie sowohl für Fachleute als auch für interessierte Bürger zugänglich. Die frisch gedruckte Ortschronik wird am 22. Dezember im Schloss Pöllau der Öffentlichkeit präsentiert, die genaue Uhrzeit wird noch bekanntgegeben.

Einst lag der Eingang zur Bäckerei straßenseitig. | Foto: Jeitler
  • Einst lag der Eingang zur Bäckerei straßenseitig.
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Älter als das Schloss

Ganz besondere Zeitzeugen für die jahrhundertealte Geschichte finden sich in drei Betrieben, in denen noch heute genau jenes Handwerk zu finden ist, das schon zu einer Zeit betrieben wurde, als vom Schloss noch nicht einmal ein Strich in einer Bauskizze zu sehen war.

Für zwei von ihnen spielt die Safen eine bedeutende Rolle. Denn von ihr wurden bereits im Mittelalter ein kleiner Bach so abgezweigt und durch das Marktgebiet geleitet, dass letztlich fünf Mühlen betrieben wurden.

In der heutigen Naturmühle Mauerhofer lebt das Müllerhandwerk bereits seit 1584. | Foto: Jeitler
  • In der heutigen Naturmühle Mauerhofer lebt das Müllerhandwerk bereits seit 1584.
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Eine von ihnen ist jene seit 1584 bekannte Mühle, in der heute Martin Mauerhofer gemeinsam mit seiner Frau in dritter Generation das traditionelle Handwerk mit viel Leidenschaft hochhält. Einst war er mit 19 Jahren gar der jüngste Müllermeister des Landes und setzt noch heute auf die alten Walzenstühle und Getreide direkt aus der Nachbarschaft.

Bevor Martin Mauerhofers Großvater die Mühle 1957 für die Familie erwarb, gehörte sie jedoch zum zweiten Traditionsbetrieb und unmittelbaren Nachbarn, nämlich der Bäckerei Uitz. Bereits zwei Jahre nach der Mühle scheint an dieser Adresse eine Bäckerei auf.

Und das hat sich seit 1586 nicht verändert. Seit 1770 befindet sie sich im Besitz der Familie von Armin Uitz, der seit 2018 gemeinsam mit seiner Partnerin Karin und seinem Vater Siegfried hier Striezel flechtet, Kornspitze rollt und den berühmten Pöllauer Mugl formt.

Direkt am Hauptplatz gelegen ist der Gasthof und die Fleischerei Ritter, deren Geschichte bis zu einer Fleischbank aus dem Jahr 1419 zurückgeht. | Foto: Jeitler
  • Direkt am Hauptplatz gelegen ist der Gasthof und die Fleischerei Ritter, deren Geschichte bis zu einer Fleischbank aus dem Jahr 1419 zurückgeht.
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Fleischbank des Stiftes

Der Mensch lebt aber freilich nicht vom Brot allein. Und so ist es wenig verwunderlich, dass eine der ältesten bezeugten Gewerbestätten im Ort die bereits 1419 erwähnte, spätere Fleischbank des Stiftes ist. 1870 wurde sie von jener seit 1653 tätigen Fleischerei samt Gaststätte am Hauptplatz übernommen, in der heute Birgit Ritter gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Matthias Hartl und Mutter Maria mit viel Einsatz und Liebe die Tradition der gutbürgerlichen Gaumenfreuden vom Schweinsbratl über hausgemachte Gramml bis zu den Rohwürsten hochhält.

Durchsicht des Manuskripts der neuen, Pöllauer Ortschronik vor der Druckabgabe. | Foto: Jeitler
  • Durchsicht des Manuskripts der neuen, Pöllauer Ortschronik vor der Druckabgabe.
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Kulinarik in der DNA

Dass sämtliche Betriebe, deren Ursprünge weit hinter die Grundsteinlegung des heutigen Schlosses Pöllau zurückreichen, mit der Kulinarik verbunden sind, mag im Pöllauer Tal übriges wenig verwundern. Denn während andernorts das große Wirtshaussterben beklagt wird, legen die 28 Gasthöfe und Restaurants sowie neun Buschenschänken des gerade einmal 124 Quadratkilometer großen Pöllauer Tales die Vermutung nahe, dass es sich vor Ort gut von Speis und Trank leben lässt. Nicht umsonst liegt rund ein Drittel der Betriebe bereits in den Händen der nächsten Generation mit unter oder knapp 40-jährigen Gastronominnen und Gastronomen.

Doch auch zu Hause darf es offensichtlich gerne gut schmecken, wofür wiederum laut einer regionalen Einkaufsbroschüre rund 80 Direktvermarkter sorgen, die von A wie Apfel und Aufstrich bis Z wie Ziegenmilchprodukte alles bereitstellen, was der regionale Boden und die darauf betriebene Landwirtschaft hervorbringen.

Hier geht's den Unternehmen: 
Marktgemeinde Pöllau
Sparkasse Pöllau

Seit 2018 führt Karin Hierzer gemeinsam mit Armin Uitz die gleichnamige Bäckerei in der Orthenhofenstraße, deren Ursprünge bis 1586 zurückreichen. | Foto: Jeitler
In der heutigen Naturmühle Mauerhofer lebt das Müllerhandwerk bereits seit 1584. | Foto: Jeitler
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