(Digitale) Sicherheit im Fokus
Rund 2.500 Teilnehmer bei Bundesheer-Cybersecurity-Konferenz

Im Congress Center in Alpbach wurde die heurige IKT abgehalten.
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ALPBACH (nos/red).  Von Montag- bis Mittwochabend stand das Kongressdorf ganz im Zeichen der digitalen Sicherheit. Die von Verteidigungsministerium (BMLV) und Bundesheer organisierte Informations- und Kommunikationstechnologie-Sicherheitskonferenz (IKT) 2018 fand heuer in Alpbach statt. Vor rund 15 Jahren als Kaderausbildung für die IT-Stabsmitarbeiter des Heeres gestartet, ist die IKT seit einigen Jahren zum internationalen Netzwerker-Treffen geworden und eine der größten Veranstaltungen ihrer Art im europäischen Raum. Mit 64 Fachvorträgen, zwei "Live-Hackings", einem Outdoorpark zum Thema Drohnenabwehr und der "Austrian Cyber Security Challenge" wurde den insgesamt rund 2.500 Beteiligten Einiges geboten. Inhaltlich geht es dabei um Entwicklungstendenzen und damit verbundene Risiken im Bereich moderne Informations- und Kommunikationstechnologie. Der Themenbogen spannt sich vom aktuellen Cyber-Lagebild über Gefahren durch Vernetzung ("Smart Home") bis hin zu den Herausforderungen an Führung und Personalmanagement in der digitalisierten Arbeitswelt.

Auftakt zur IKT-Sicherheitskonferenz 2018

Der offizielle Startschuss zur IKT ist bereits am Montagabend gefallen, da eröffnete LH Günther Platter die zweitätige Tagung mit einem Landesüblichen Empfang, der von der Bundesmusikkapelle und der Schützenkompanie Alpbach sowie Fahnenabordnungen der Traditionsverbände durchgeführt wurde. An der Konferenz des Bundesministeriums für Landesverteidigung nehmen Experten und Nutzer aus Militär, Wirtschaft, Verwaltung sowie Lehre und Forschung teil. Ziel der IKT-Sicherheitskonferenz ist es, eine Vernetzungsplattform zu schaffen, in deren Rahmen aktuelle Entwicklungen im IT-Sicherheitsbereich diskutiert werden.

„Während die Digitalisierung und zunehmende Vernetzung große Chancen und Möglichkeiten mit sich bringen, sind es auch die dadurch entstehenden Gefahren und Herausforderungen, denen wir unsere Aufmerksamkeit schenken müssen“, betonte LH Platter bei der Eröffnung. „Ich wünsche den Teilnehmenden lehrreiche zwei Tage bei uns in Tirol. Die Sensibilisierung, Bewusstseinsschaffung und Wissensaneignung sind wesentliche Instrumente, um für mögliche Gefahrenquellen und Sicherheitslücken gerüstet zu sein. Ein Mehr an Vernetzung braucht unbedingt auch ein Mehr an Sicherheit.“, so der frühere Verteidigungsminister LH Günther Platter.

Alles digitalisiert: Cyber-Security braucht Nachwuchs

Walter Unger (Abwehramt) sprach die vielfältigen Aufgabenbereiche der Cyber-Sicherheit in der heutigen digitalisierten Welt an: Von Kriminalität im digitalen Raum über Wirtschafts- und Staatsspionage, die Beeinflussung von Wahlen und Meinungen in der Bevölkerung, wie nicht nur bei der US-Präsidentschaftswahl offenbar wurde, oder aktive Hacker-Angriffe auf Infrastruktur (Stromnetze, Kläranlagen, etc). "Das Geschäft damit läuft permanent", weiß Unger, gerade für innovationskräftige Unternehmen gelte es, Systeme "so abzusichern, dass nicht ein anderer früher am Start ist". Durch kostengünstige Beeinflussungsmechanismen, etwa über Soziale Netzwerke, ist die Meinung der Bevölkerung relativ leicht beeinflussbar, so Unger weiter: "Damit kann man unsere westliche Demokratie angreifen!"
Der Leiter des Abwehramtes, Generalmajor Rudolf Striedinger sowie Oberst Unger plädieren für mehr "Awareness": "Das ist kein Thema für irgendwelche Freaks, sondern hoch wichtig für die gesamte Gesellschaft!" Es gelte für die Republik und damit das Heer "Netzwerke und Kooperation" mit Alliierten zu bilden, um hier entgegenzutreten zu können. Zudem brauche es dringend mehr hochqualifizierten Nachwuchs im Cyber-Security-Bereich.
Genau diesem Thema widmet sich Joe Pichlmayr von "Cyber Security Austria", dem "Verein zur Förderung der Sicherheit Österreichs strategischer Infrastruktur", nämlich der Suche nach "Spezialisten, die in der Lage sind Strategien und Strukturen zu finden" und auch "Angreifen aufzuspüren". Mittlerweile könne man dafür auf einem Pool von rund 180 Personen zurückgreifen. "Wir brauchen entsprechend ausgebildete junge Leute", so Pichmayr. Da diese mit Abschluss ihrer Studien und Ausbildungen oft bereits gut dotierte Arbeitsverträge  in der Tasche haben, gelte es besonders "junge Talente frühzeitig abzuholen". Ihm schweben dafür Strukturen vor, wie sie im Profisport üblich sind: stärkere Nachwuchsförderung und Kaderschmieden.
"Die Gesamtgesellschaft ist heute dichtest vernetzt", erklärt Unger mit Blick auf "Internet der Dinge" und Ähnliches, "die Datenströme müssen immer laufen."

Rund 50 nationale und internationale Aussteller präsentierten sich, ihre Aufgaben und Leistungen im CCA den Konferenzteilnehmern. Der Einladung nach Alpbach folgten auch militärische Fachexperten anderer Nationen, etwa aus der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden.

Mehr zu "Cyber Security Austria" finden sie auf der Website des Vereins.
Das gesamte Programm der IKT-Sicherheitskonferenz inklusive Kurzzusammenfassungen zu den Expertenvorträgen finden Sie in dieser pdf-Datei.
Eine Übersicht der Nachrichtendienste des Bundesheeres gibt's auf der Website des ÖBH.
Viele Informationen zum Thema Onlinesicherheit finden sich auf einer interministeriellen Plattform, dem IKT-Sicherheitsportal.

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