16.11.2016, 15:21 Uhr

Kinder als Opfer - Tag der Kinderrechte

In der Vergangenheit ist es nicht nur in Kärnten, sondern in ganz Österreich und wohl europaweit, auch in staatlichen Einrichtungen zu Übergriffen an Kindern gekommen (Foto: pixabay)

Beate Prettner appelliert, wachsam zu sein - Gewalt an Kindern ist kein Mythos

Im Vorfeld zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November findet Sozialreferentin Beate Prettner klare Worte: „Gewalt an Kindern ist kein Mythos. Nein. Gewalt an Kindern ist traurige und schockierende Realität. Vor dieser Realität dürfen wir die Augen nicht verschließen, denn durch Wegschauen lässt sich diese Realität nicht auslöschen. Im Gegenteil".

46 stationäre Einrichtungen für Kinder und Jugendliche

Zum Schutz für Kinder und Jugendliche wurde in Kärnten ein engmaschiges Netz gespannt: "Pro Jahr fließen 44,2 Millionen Euro in diesen Bereich“, so die Sozialreferentin. In 46 stationären Einrichtungen kümmert man sich um das Wohlergehen der Kinder, die insbesondere aus suchtkranken Familien kommen oder aus Familien, in denen Gewaltakte, aber auch sexuelle Übergriffe passieren. 560 Kinder und Jugendliche wurden mit Oktober 2016 in sozialpädagogischen Einrichtungen der Kärntner Kinder- und Jugendhilfe betreut. Bei Pflegefamilien befinden sich derzeit 294 Kinder (davon 131 unter zehn Jahre).
Auf 37,9 Millionen euro belaufen sich die Kosten für die so genannte „Volle Erziehung“ in den sozialpädagogischen Einrichtungen. Drei Millionen Euro wurden für die „Volle Erziehung“ bei Pflegepersonen benötigt.

948.800 Euro an Betroffene in Kärnten ausbezahlt

„Leider ist es in der Vergangenheit nicht nur in Kärnten, sondern in ganz Österreich und wohl europaweit, gerade auch in staatlichen Einrichtungen zu Übergriffen an Kindern gekommen“, so Prettner. Wie etwa der „Fall“ des Kinderpsychiaters Franz Wurst. Über eine Opferschutzkommission wurden in dessen Folge 124 Entschädigungsanträge bearbeitet. „In Summe hat das Land Kärnten 948.800 Euro an Betroffene ausbezahlt“, informiert Kärntens Kinder- und Jugendschutzanwältin Astrid Liebhauser.

Ursachen-Forschung der Universität Klagenfurt

„Finanzielle Zahlungen können nicht mehr als eine Geste des Bedauerns und ein Symbol der Verantwortung sein. Wir können das Geschehene nicht rückgängig machen, doch wir müssen aus diesen Fällen lernen“, so Prettner. Ein Team der Universität Klagenfurt erforscht seit Mai wie es über Jahrzehnte zu Missbrauch und Gewalt in Einrichtungen des Landes kommen konnte und welche Strukturen das ermöglicht haben. zur „Halbzeit“ gab Projektleiterin Ulrike Loch Einblick in die Forschungsarbeit. Das Projekt wird vom Land Kärnten, der Kabeg und der Ärztekammer finanziert und läuft bis Sommer 2017.
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