27.11.2017, 14:14 Uhr

The Weight: "Musik hören kann auch ein kreativer Prozess sein"

The Weight sind nun mit ihrem ersten gleichnamigen Album auf Tour. (vl.n.r. - Michael, Tobias, Andreas, Patrick) (Foto: Jasmin Elmi)

Drei Jahre nach der Gründung ist es nun soweit. Die Band "The Weight" haben mit dem gleichnamigen Album "The Weight" ihre erste Platte raus gebracht - im wahrsten Sinne des Wortes. Die Scheibe gibt es nämlich nicht nur als Download oder auf CD, sondern auch auf Vinyl zu erwerben.

Ende August veröffentlichten The Weight die erste Single-Auskopplung ihres Albums "The Weight". Bis heute hat "Trouble" knapp 400.000 Aufrufe und auch auf dem beliebten Musik-Portal Spotify wurde die Single schon ganze 24.000 Mal angehört. Wenig verwunderlich, dass die Album-Präsentation im ORF-Radiokulturhaus gänzlich ausverkauft war.

Das interessante an eurer Album-Präsentation war ja, dass das Publikum saß...
Tobias: (lacht) Normalerweise sitzt das Publikum nicht. Das war schon sehr speziell, aber es war auch nicht das erste bestuhlte Konzert, das wir gespielt haben. Am Anfang war unklar, wie man reagieren soll. Es ist schon eine andere Stimmung. Wir hatten ja auch keine Vorband. Der Nachteil ist, dass man als Zuhörer körperlich eingeschränkt ist. Vorteil ist aber, dass man viel eher dazu animiert wird dem Geschehen auf der Bühne Aufmerksamkeit zu schenken und sich wirklich die Musik anzuhören. Am Schluss ist das Publikum aber aufgestanden und hat mitgemacht.


The Weight im ORF-Radiokulturhaus.(Foto: Simon Anhorn)

Worauf freut ihr euch bei den Auftritten am meisten?
Tobias: Natürlich auf's Spielen. Es ist aber auch immer toll neue Leute kennenzulernen. Bayern ist zum Beispiel eine ganz andere Abteilung als das Ruhrgebiet oder Berlin. Es hängt aber auch viel von der Location und von der Region ab. Ein Highlight war bisher der Beethoven-Saal in Stuttgart - der war übrigens auch bestuhlt!

Auf der Bühne ist mit Sicherheit auch schon das ein oder andere Hoppala passiert, oder?
Tobias: Ja klar. Ich hab zum Beispiel mal eine komplette Show mit offener Hosentür gespielt und erst beim Verbeugen gemerkt, dass der Reisverschluss offen ist. In Bayern ist uns mal was schräges passiert. Es war kurz vor dem Auftritt und Michi stand schon auf der Bühne und bereitete sich vor. Plötzlich kam der Clubbesitzer hoch auf die Bühne und meint zu ihm "Du kannst nicht anfangen, ihr habt mir noch nicht gesagt welche Pizzen ich bestellen muss!" Also haben wir noch auf der Bühne unsere Pizzabestellung durchgegeben, bevor wir dann die Show beginnen konnten (lacht).

Mit welcher Band würdet ihr eigentlich gerne mal auf Tour gehen?
Tobias: (überlegt) Die Stones wären interessant - aber das würden wir nicht überleben (lacht). Hmm... Beatles wären auch toll gewesen... The Who! Am besten in den 70ern. Heute wär's aber auch noch ok. Keith Moon mal live zu erleben wäre halt schon speziell.

Das neue Album gibt es ja, wie eure EP davor, auch auf Vinyl. Wird das Angebot auch gut angenommen?
Tobias: Also momentan sind da natürlich die CD Verkäufe noch vorne. Auch bei der EP war das so. Weltweit gesehen merkt man aber, dass die Vinyl-Verkäufe gestiegen sind - speziell im Bereich Rock-Musik. Es ist eben das ursprünglichste Medium für Rock und auch das albunfreundlichste. Auf Vinyl hört man sich alles an und ist weniger versucht Songs auszulassen. Auch, dass es eine zeitliche Begrenzung gibt, finde ich gut. Länger als 45-50 Minuten muss ein Album auch nicht sein. Außerdem setzt es eine gewisse Anordnung voraus, wie die Songs funktionieren sollen.


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Wie entstehen Melodie und Lyrics bei "The Weight"?
Tobias: Zuerst immer die Melodie, dann kommt erst der Text dazu. "Die Poesie muss der Musik gehorsame Tochter sein", hat Mozart glaub ich mal gesagt. Ich sehe das auch so. Ich bin mir selbst oft nicht ganz im Klaren, worum es eigentlich geht, aber im Nachhinein wird's dann klar (lacht). "Money ain't for keeping" hat aber sogar wirklich eine Geschichte dahinter. Ich finde es aber gut, wenn die Leute eine persönliche Verbindung zu den Texten haben. Musik hören kann auch ein kreativer Prozess sein.

Gibt es einen Lieblingssong vom aktuellen Album?
Tobias: (überlegt) Jam. Wie der Name schon vermuten lässt, ist das Lied aus einem Jam entstanden und wir haben es geschafft daraus einen echt interessanten Song zu machen. Wir konnten viele Facetten der Band einbauen. Eigentlich sind es aber unterschiedliche Stellen in verschiedenen Songs. Die Entwicklungsphase des Albums war schwierig. Wir haben dann unser eigenes Label gegründet (Heavy Rhythm & Roll Records) und mussten den Vertrieb an den Start bringen und auch die Tour auf die Beine stellen.

Wie schon erwähnt, war die Albumaufnahme ja etwas schwierig. Was war die größte Herausforderung und wie ist man mit Komplikationen umgegangen?
Tobias: Die größte Herausforderung war, das richtige Setting zu finden. Die Vorproduktion wurde in Wien, in unserem Heimstudio/Proberaum gemacht. Dann wollten wir eigentlich für die Hauptproduktion in ein Studio gehen. Da gibt es von der Ausstattung und Raumtechnisch einfachmehr Möglichkeiten. Wir waren dann in einem Studio in Vorarlberg und haben mehrere Basic Tracks aufgenommen. Es hat sich aber heraus gestellt, dass die Zusammenarbeit mit dem Produzenten einfach nicht gepasst hat. Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir gesagt haben, wir gehen nicht in die Richtung, wo wir hin möchten und haben den Entschluss gefasst, es selbst fertig zu stellen.

Da steckt Herzblut drin

Wenn man mit Herz bei der Sache dabei ist, gelingen die Dinge besonders gut - und genau das merkt man bei "The Weight" deutlich. Da die vier ihr Album in Eigenregie fertig gestellt haben, gab es weder eine zeitliche, noch eine künstlerische Vorgabe. So konnte einiges ausprobiert werden, bis man sich auf die Songs, die es nun auf das Album geschafft haben, einigen konnte.

Derzeit touren The Weight mit ihrer Scheibe durch Deutschland - ein Österreich-Gig ist bis zum Frühjahr nicht mehr in Sicht. Aber als Fan sollte man, laut Tobias, definitiv die Festival Line-Ups 2018 im Auge behalten...


The Weight sind:
Tobias Jussel- VOCALS & ORGAN
Michael Böbel- GUITAR
Andreas Vetter - DRUMS
Patrick Moosbrugger - BASS

Mehr zu "The Weight":
>> The Weight: "Vinyl war uns extrem wichtig"
>> The Weight auf Facebook
>> www.theweightrock.com
>> Heavy Rhythm & Roll Records
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