Interview mit Gabriel Castañeda
"Brot ist wichtig. Klopapier auch. Aber den Humor darf man auch nicht verlieren."

Die BEZIRKSBLÄTTER hatten Gabriel Castañeda "am Schirm".
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BEZIRK LANDECK/GRINS (sica/tth). Die Corona-Krise bedeutet für Künstler Absagen, ausgefallene oder verschobene Termine und vor allem Ungewissheit. Die BEZIRKSBLÄTTER haben mit Kabarettist Gabriel Castañeda alias "Pvroni" gesprochen, die kürzlich mit ihrem "Nudla Song" auf Facebook zigtausende Menschen begeisterte (70.000 Views bisher!).

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Seit Jahren steht er auf der Bühne - Als Theaterschauspieler, mit verschiedenen Bands und Kabarettgruppen oder als Moderator. Solo ist Gabriel noch nicht allzu lange unterwegs und der Weg “allein” zum Erfolg war nicht ganz einfach. Doch mit seinem zweiten Soloprogramm “Der Prinz der Provinz”, begann der Siegeszug von “Pvroni” und den "Hinterschlapfinger-Dorfbewohnern". Es lief ziemlich rund in letzter Zeit und auch das BEST OF “Chili-Chili” hätte für ausverkaufte Säle im ganzen Land gesorgt. Doch dann Anfang März hielt das Coronavirus Einzug und führte zu zahlreichen Absagen und ausgefallenen oder verschobenen Terminen.

BEZIRKSBLÄTTER: Was bedeutet das für dich?
Gabriel Castañeda:  "Naja, enorme finanzielle Verluste über lange Zeit. Für Kabarettisten ist der Winter und Herbst die wichtigste Zeit. Im Sommer gehen die Menschen nicht ins Kabarett. Das bedeutet nun eine lange Durststrecke bis September vermutlich. Andererseits, solange meine Familie und ich gesund bleiben, ist alles halb so schlimm." 

Du bist es ja gewöhnt “von Zuhause” zu arbeiten. Was machst du momentan. Woran arbeitest du und wie verbringst du diese schwierige Zeit?
"Ich arbeite an meinem neuen Programm, mache Videos zwischendurch für meine Social Media Kanäle. Dadurch kann ich die Leute ein bisschen von dieser Krise ablenken und gleichzeitig meine Reichweite erhöhen für die Zeit danach. Viel mehr mach kann ich nicht tun. Aber ich bin froh ein Playstation zu haben ;-)" 

Wie wichtig ist Unterhaltung zur Zeit? Ich meine, dein “Pvroni Nudla Song” hat in kürzester Zeit unzählige Menschen erreicht, wurde zigfach geteilt und versendet? Welchen Stellenwert hat Komik, Musik und Kultur zur Zeit?
"Ich war selber echt überwältigt. Über 1000 Kommentare und eben so viele Likes… Aber es zeigt halt auch, dass die Leute hungrig nach Ablenkung und vor allem nach etwas Spaß und Unterhaltung sind. In Krisenzeiten werden die Systemerhalter zurecht gelobt und deren Wichtigkeit betont. Aber stellen wir uns mal eine Krise ohne Musik, Filme, Serien, Bücher, Kabaretts vor… Das wär ganz schnell eine Krise der ganz anderen Art. Brot ist wichtig. Klopapier auch. Aber den Humor darf man auch nicht verlieren. Und dafür sind halt auch wir Kabarettisten da. "

Als Pveronika bist du ja mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus bekannt… Warum glaubst du kommt gerade diese Figur so gut beim Publikum an?
"Naja was eigentlich ALLE Pveronika Fans glauben ist, ich würde ihre Freundin, Mutter, Cousine, Ex-Lehrerin, Tante, Schwester, Nachbarin usw. als Vorbild haben. Jeder glaubt, die Vorlage von Pveronika zu kennen. Es muss also ganz schön viele Pveronikas geben… :) " 

Not macht erfinderisch - Ein BEZIRKSBLÄTTER Interview mittels Videokonferenz.
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Glaubst du ändert sich nach Corona etwas in der Kultur/ Veranstaltungs- und Unterhaltungsszene?

"Schwer zu sagen. Das hängt in erster Linie von den wirtschaftlichen Folgen ab. Wenn der Geldbeutel nicht mehr so locker sitzt, dann wird's für Kulturschaffende schwieriger, als es eh schon war. Aber ich denke, dass die Leute so eine Art Sehnsucht der Nachkriegsgeneration entwickeln werden. Lust auf unschuldige Unterhaltung. Oder anders gesagt: Im Herbst werden die Leute sicher nicht in einen Kinofilm gehen, der 'Pandemie' heißt."

Fließen Dinge die du momentan erlebst ins neue Programm mit ein?
"Nein. Ich glaube, wenn wir diese Zeit halbwegs gut überstehen, will danach kein Mensch mehr was über Quarantäne, das Virus oder Klopapierstapel hören. "

Hast du persönliche Sorgen, bezüglich Familie oder ähnlichem? 
Natürlich mache ich mir Sorgen. In erster Linie um meine Eltern, aber auch um alle anderen Personen in meinem Umfeld, die zur sogenannten Risikogruppe zählen. Deswegen nehme ich die Anweisungen der Regierung ernst und befolge sie auch strikt.

Zuerst hast du angedeutet du arbeitest an einem neuen Programm. Kannst du schon etwas dazu verraten?
Das ist eigentlich noch Top Secret... Aber gut. Es gibt einen Arbeitstitel: “Revolutscher” und die Premiere steht auch fest, wenn bis dahin die Welt noch steht: 16. Oktober im Casino Innsbruck. Es wird auch eine Mega Oberlandpremiere geben auf die ich mich besonders freue. Aber mehr kann ich dazu noch nicht verraten.

Wohin soll die Reise gehen, was sind die Pläne oder Träume für die Zukunft?
(Und hier lassen wir das Corona-Thema mal aussen vor)

Ich würde mich natürlich freuen, wenn das neue Programm auch wieder super beim Publikum ankommt und langfristig wäre es natürlich ein Traum, wenn ich in einmal Wien spielen könnte. Der Provinzprinz, der die Bundeshauptstadt erobert. Das wär schon was. Aber schauen wir, was alles passiert. Ich freue mich jedenfalls auf alles, was noch kommt.

Das Interview führten Tanja Thurner und Carolin Siegele mit Gabriel Castañeda aufgrund der momentanen Situation via Videokonferenz.

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