Kinder haben Rechte – Spielen kommt oft zu kurz

Am 20. November 1989 beschlossen die Vereinten Nationen die „Konvention über die Rechte des Kindes“, in der zehn Grundrechte festgehalten sind. Diese gelten für Menschen von 0 bis 18 Jahre und sind seit 2011 auch Teil der österreichischen Bundesverfassung. Die Kinderrechte basieren auf vier elementaren Grundsätzen: Dem Sichern von Überleben und Entwicklung, der Nichtdiskriminierung, der Wahrung der Interessen und der Beteiligung von Kindern.

Tagesmutter Elisabeth Pabst aus Leibnitz überlegte sich, wo diese Kinderrechte in Österreich noch gefährdet sind.

Neben psychischer und physischer Gewalt, Vernachlässigung, Armut und Ausgrenzung sind viele Kinder in unserem Land von einem Umstand besonders betroffen: Sie haben zu wenig Freizeit, um ein wichtiges Recht in Anspruch zu nehmen: das Recht auf Spielen. „Auf Grund von Ganztagsbetreuung in Schule oder Kindergarten und den unterschiedlichsten privaten Förderprogrammen bleibt den Kindern oft zu wenig Zeit für Erholung und das freie Spielen. Auch das familiäre Miteinander oder die Möglichkeit, einfach mal faul zu sein, kommen zu kurz“, meint Tagesmutter Elisabeth Pabst.
Doch damit Kinder sich gesund entwickeln können, brauchen sie Zeit zum Regenerieren, Zeit um kreativ zu sein oder im freien Spiel Alltagssituationen zu üben. Auch das soziale Miteinander, das Lösen von Konflikten oder das Ausdrücken von Bedürfnissen und Anliegen wird spielerisch mit anderen Kindern geübt.

„Ich erlebe oft, dass nicht nur wir Erwachsene Sachzwängen unterworfen sind und wir kaum Zeit für uns selbst haben. Auch Kindern geht es häufig schon so. Meine Generation hatte noch viel Freiraum, Nachmittage lang waren wir allein draußen unterwegs. Heute stehen Kinder nicht selten unter 24-Stunden-Aufsicht, ihr Leben ist von morgens bis abends durchgeplant und überwacht. Kein Wunder, dass sie manchmal auffällig werden oder sogar vom Burnout bedroht sind.“

Um diese Thematik aufzuzeigen und dem „Recht der Kinder auf Freizeit, Spiel, Erholung und künstlerische Aktivitäten“ (Artikel 31, Kinderrechte-Konvention) Rechnung zu tragen, veranstaltete die Tagesmutter mit ihren Kolleginnen Cornelia Hofer aus Lang, Anita Hödl-Jahrbacher aus Wagendorf und insgesamt zehn Tageskindern einen „Tag für das Freie Spiel“.

Ein Bewegungsraum zum Toben und Hüpfen, Verkleidungssachen, ein Mal- und Basteltisch, Decken und Schachteln zum Bauen und Verstecken, Orff-Instrumente und ein buntes Jausen-Buffet boten die Grundlage für einen lustigen und entspannten Tag. „Wir Tagesmütter haben glücklicherweise noch die Möglichkeit, den Betreuungsalltag auch nach den Bedürfnissen der Kinder zu gestalten. Sie selbst bestimmen zu lassen, wie sie ihre Zeit verbringen, sie entscheiden zu lassen, mit was sie sich gerade beschäftigen wollen, genau diese Freiheit, die ich den Kindern noch bieten kann, macht für mich die große Qualität meiner Arbeit aus!“

Die Tagesmutter geht viel mit den betreuten Kindern in die Natur hinaus, es wird frei gemalt, musiziert oder getobt. Natürlich bleibt auch reichlich Zeit für Rollenspiele oder auch um miteinander in Ruhe ein Buch anzuschauen und zu kuscheln. Elisabeth Pabst nimmt die Impulse der einzelnen Kinder gerne auf, wie etwa jetzt, wo manche Kinder ihre Ängste vorm Krampus spielerisch bewältigen.

„Tagesmutter zu sein ist so ein schöner Beruf! Die Kinder verbringen viele Stunden bei mir und es ist immer wieder eine Freude zu erkennen, was für ein gutes Gefühl die Kinder für die Dinge haben, die sie gerade für ihre Entwicklung brauchen. Man muss sie nur lassen!“, meint Elisabeth Pabst abschließend.

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