Die Umweltschutzorganisation Greenpeace präsentiert Ranking
Lang, Schwarzautal und Wagna verzichten auf Glyphosat

Franz Neumeister und Adi Oswald (Motorsense)
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Nur 18 Prozent der Steirischen Gemeinden verzichten auf Glyphosat. Im Bezirk Leibnitz sind es laut Greenpeace von 29 Gemeinden die drei (!) Gemeinden Lang, Schwarzautal und Wagna glyphosatfrei.

LEIBNITZ.  Seit Jahren ist der Umkrautvernichter Glyphosat heftig umstritten und Glyphosat kommt weiterhin großflächig in den Gemeinden zum Einsatz wie ein von der  Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlichtes Bundesländer-Ranking zeigt. Die Steirischen Gemeinden landen dabei auf dem vorletzten Platz - hier verzichten nur 18 Prozent der Gemeinden bei der Pflege von öffentlichen Flächen wie Parks, Spielplätzen und Friedhöfen vollkommen auf den umstrittenen Unkrautvernichter. Insgesamt haben sich in Österreich bereits 701 der 2.095 Gemeinden - also rund 33 Prozent - zur Glyphosatfreiheit bekannt. Greenpeace fordert von den verbleibenden Gemeinden, jetzt Verantwortung zu übernehmen und ebenfalls auf das gesundheits- und umweltschädliche Pflanzengift zu verzichten. Außerdem sieht Greenpeace Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger in der Pflicht, endlich einen Plan für einen österreichweiten Glyphosat-Ausstieg vorzulegen.

„Bürgermeister von 701 österreichischen Gemeinden zeigen, wie verantwortungsvolle Politik aussieht und haben Glyphosat von ihren Spielplätzen, Parks und Straßen verbannt. Leider gehen in der Steiermark erst sehr wenige Gemeinden diesen Weg. Viele arbeiten weiterhin mit dem wahrscheinlich krebserregenden Pflanzengift und setzen ihre Gemeinden damit einem Gesundheitsrisiko aus”, sagt Sebastian Theissing-Matei, Glyphosat-Experte bei Greenpeace in Österreich. 
Zu den positiven Ausnahmen gehören in der Steiermark die Landeshauptstadt Graz sowie etwa Leoben und Knittelfeld. „Viele glyphosatfreie Gemeinden entfernen unerwünschten Bewuchs jetzt häufig komplett ohne Chemikalien, sondern stattdessen mechanisch oder etwa mit modernen Heißdampfverfahren, bei denen die Pflanzen giftfrei mit Hitze bekämpft werden“, erklärt Theissing-Matei.

Drei positive Beispiele aus Leibnitz

Im Bezirk Leibnitz verzichten die drei Gemeinden Lang, Schwarzautal und Wagna auf den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat. "Umweltschutz muss aus Überzeugung und nicht aus wirtschaftlichen Gründen stattfinden. Wir verzichten in unserer Gemeinde seit 2017 auf Glysophat", betont Wagna-Bgm. Peter Stradner. In der Marktgemeinde Wagna wird seit der Umstellung verstärkt auf händische Arbeit gesetzt. "Viele Flächen werden regelmäßig gemäht und die Blumenbeete gejätet, denn wir sind bemüht, so viele Bienen wie möglich zu erhalten", betont Bgm. Stradner. Und auch mit Hitze statt Glysophat wird das Unkraut in Wagna bekämpft.
Mechanisch und ohne Unkrautvernichter Glysophat werden die Gemeindeflächen auch in Lang vorrangig durch Bürsten, Sicheln und Mähen gepflegt. "Wir verzichten seit vier Jahren auf Glysophat. Der Arbeitsaufwand ist sicher höher, aber die Umwelt ist es uns Wert", betont Lang-Bgm. Joachim Schnabel und versichert: "Es geht auch ohne Glysophat und es wäre vielerorts möglich."
Seit mehreren Jahren verzichtet auch die Gemeinde Schwarzautal auf Glysophat. "Bei uns in der Gemeinde werden die öffentlichen Flächen vermehrt gemäht. Dort wo es möglich ist, forcieren wir auch wieder Blumenwiesen. Das schaut schön aus und nutzt der Natur", betont Bgm. Alois Trummer. Der händische Arbeitseinsatz wird im Sinne der Natur gerne hingenommen. "Der zeitliche Aufwand schadet der Natur nicht", so Bgm. Trummer.

Greenpeace-Ranking

Auf dem ersten Platz im Greenpeace-Ranking landen die Gemeinden Niederösterreichs, wo 61 Prozent auf Glyphosat verzichten. Hinter den beiden Zweitplatzierten, Kärnten und Vorarlberg (jeweils 36 Prozent), befinden sich im Mittelfeld Salzburg (29 Prozent), das Burgenland (27 Prozent) und Oberösterreich (22 Prozent). Die beiden letzten Plätze belegen die Steiermark (18 Prozent) und Tirol (14 Prozent).

Glyphosat ist laut der Internationalen Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim Menschen „wahrscheinlich krebserregend“. Trotzdem ist das Pflanzengift derzeit EU-weit bis 2022 zugelassen. „Der Auftrag an die Politik ist eindeutig: Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger muss jetzt endlich einen Glyphosat-Ausstieg für ganz Österreich auf den Weg bringen. Bis es soweit ist, dürfen sich aber auch die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister nicht aus der Verantwortung stehlen. Sie müssen den Einsatz des Risiko-Produkts Glyphosat im öffentlichen Raum sofort beenden“, fordert Theissing-Matei.

Drei Gemeinden setzen ein Zeichen

Franz Neumeister und Adi Oswald (Motorsense)
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