Zäune für die Frösche
- hochgeladen von Waltraud Fischer
Sie scharren schon in den Startlöchern – die Balkan-Moorfrösche der Rabenhofteiche. Und damit die Moorfrösche ihre Laichwässer sicher erreichen, errichteten jüngst rund 30 Ökologen und Naturliebhaber Amphibienzäune.
Jedes Jahr im Frühjahr bietet die Natur ein einzigartiges Naturschauspiel: Tausende Moorfrösche werfen sich in ihr Paarungsgewand und färben sich blau. Aus den umliegenden Wäldern machen sie sich auf, um in den Rabenhofteichen für Nachwuchs zu sorgen. Doch ihr Weg dort hin gleicht einem lebensgefährlichen Hindernislauf: Es gilt die viel befahrene Perbersdorferstraße (L 208) oder die Gemeindestraße zu überqueren.
Und hier kommt Europaschutzgebietsbetreuerin Andrea Bund ins Spiel. Sie hat heuer erstmalig über 20 Freiwillige zusammengetrommelt, die sich in den Dienst des Naturschutzes stellen. Mit Schaufeln, Spaten und Krampen gerüstet, errichteten sie Krötenzäune. Es galt rund 1000 m Krötenzaun entlang der Straßen aufzubauen. Kräftig unterstützt wurden sie von der Marktgemeinde St. Veit/Vogau und Bgm. Tatzl sowie der Straßenmeisterei Mureck, die weitere Gerätschaften zur Verfügung stellten.
Was 40 motivierte, freiwillige Hände bewerkstelligen können, zeigte sich kurz nach Mittag: Die Krötenzäune stehen, die Kübel sind eingegraben und alle Beteiligten haben die Gewissheit, dass die vom Aussterben bedrohten Balkan-Moorfrösche heuer sicher ihre Laichgewässer erreichen.
Spätestens mit dem nächsten Regen wird die große Wanderung einsetzen - die der Moorfrösche und die der staunenden Bewunderer. Und an alle Besucher hat Andrea Bund noch eine Bitte: die Frösche fühlen sich vom Menschen bedroht und tauchen unter. Daher sollten die Besucher das Schauspiel nur vom Ufer aus beobachten; das Betreten der Flachwasserzone stresst die Frösche zusätzlich. Am Ufer sollte man seine Schritte sorgfältig wählen, damit nicht der eine oder andere Moorfrosch einem Stiefel des Besuchers zum Opfer fällt.
Wissen:
Der Balkan-Moorfrosch (Rana arvalis) steht auf der Roten Liste und ist somit vom Aussterben bedroht. In der Steiermark gibt es nur noch 3 weitere Vorkommensbereiche, die alle südlichen und östlichen Steiermark liegen. Er zählt zu den gesetzlich geschützten Arten.
Er lebt im Sommer in feuchten Wäldern, nassen Wiesen und Mooren. Die Überwinterung erfolgt in Wäldern und Hecken. Zur Laichzeit wandern sie zu den Gewässern, aus denen sie stammen. Die männlichen Tiere färben sich blau und buhlen um die weiblichen. Ein Weibchen legt bis 2000 Eier in Form eines Laichballens in die Uferbereiche des Teiches. Aus den ihnen entwickeln sich die Kaulquappen, die nach cirka 3 Monaten alles Frösche aus dem Teich steigen.
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