Der Jazz geht den Chinesen in die Beine

Der Schlagzeuger Bernd Reiter (er stammt aus St. Peter-Freienstein) will mit einem hochprofessionellen Quartett die Chinesen für Jazzmusik begeistern.
  • Der Schlagzeuger Bernd Reiter (er stammt aus St. Peter-Freienstein) will mit einem hochprofessionellen Quartett die Chinesen für Jazzmusik begeistern.
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  • hochgeladen von Wolfgang Gaube

LEOBEN, XUZHOU. Einen musikalischen Austausch mit Xuzhou, der Leobener Partnerstadt in China, hat es auf dem Gebiet der klassischen Musik bereits gegeben. Hannes Moscher, Direktor der Musikschule Leoben, hat mit einem kleinen Team das Wissen über Mozart und Co. in ihrer ostchinesischen Partnerstadt Xuzhou vermittelt. Die Kunst- und Kulturschule wurde mit EU-Geld für einen Musikunterricht adaptiert; Leoben und das deutsche Mannheim stellten Musiklehrer zur Verfügung, die sowohl die Schüler als auch das chinesische Lehrpersonal ausgebildet haben.

China und Mongolei

Im Oktober und November läuft auf Leobener Initiative wieder ein Musikprojekt. Diesmal nicht im Ausbildungsbereich, aber in Weiterbildung chinesischer Musikliebhaber in Sachen Jazz. Der Jazzschlagzeuger Bernd Reiter aus St. Peter-Freienstein, der seit einigen Jahren in Paris lebt, wird mit einer Band, die sich "Bernd Reiter Allstars" nennt, auf Tournee gehen. Von 28. Oktober bis 3. November gibt es sechs Konzerte, neben der Leobener Partnerstadt Xuzhou in Ningbo, Hangzhou, Nanjing, Shanghai, Peking und zuletzt noch einen Ausflug nach Ulan Bator in die Mongolei.

Kontakte spielen lassen

"Die Idee zu dieser Konzerttour bestand schon länger", berichtete Bernd Reiter bei seinem Besuch in der WOCHE-Redaktion. Gerhard Samberger, Kulturmanager der Stadt Leoben, hat die Kontakte zum österreichischen Konsulat geknüpft und seine Verbindungen nach Xuzhou spielen lassen. Bernd Reiter seinerseits hat über die Botschaft in Peking gekurbelt, der deutsche Bassist Martin Zenker baut eine Jazzschule in der Mongolei auf: Herausgekommen ist eine ansehnliche Konzertreise.
"Welche Musiker kommen dafür in Frage", überlegte Reiter. Zenker war natürlich gesetzt, aber es sollte auch ein guter US-Solist dabei sein. Seit 2012 arbeitet Reiter immer wieder in verschiedenen Projekten mit dem Baritonsaxophonisten Gary Smulyan zusammen, 2016 veröffentlichte Smulyan auf dem New Yorker Sunnyside-Label sein Album "Royalty at le Duc" mit Bernd Reiter am Schlagzeug, live aufgenommen im berühmten Pariser Jazzclub "Duo des Lombards". Smulyan sagte zu, die beiden "Wahlpariser" und Zenker werden im Quartett ergänzt vom Wiener Pianisten Oliver Kent.

Video an die Kulturbehörde

Was sie spielen, steht fest: Energetische und swingende Musik auf allerhöchstem Niveau, mit Professionalität und viel Enthusiasmus vorgetragen. Aber wie werden die Chinesen die Musik aufnehmen? "Ich bin überzeugt, dass es dort ein Jazzpublikum gibt, wenngleich Jazzmusik in China noch Aufholbedarf hat", sagt Reiter. Detail am Rande: In den offiziellen Stellen im Land des Lächelns weiß man über die Bernd Reiter und Co. Bescheid. Denn jeder der vier Musiker musste ein zweiminütiges Video, das ihn an seinem Instrument zeigt, an die Kulturbehörde schicken.

Bernd Reiter Allstars

Bernd Reiter (Schlagzeug)
Gary Smulyan (Saxophon)
Oliver Kent (Piano)
Martin Zenker (Bass)

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